Zunächst einmal gibt es nicht nur den einen Hantavirus, sondern viele verschiedene Hantaviren, die dieser Gruppe zugeordnet sind. Jedes der Hanataviren bevorzugt ein anderes Wildtier. Somit ist der Virustyp der sich ausbreitet abhängig von den Wirtstieren die in der jeweiligen Region leben.
In Deutschlands Nordwesten, Westen und Süden werden mehr als 90% alle Hantavirus-Erkrankungen durch Puumalaviren verursacht, übertragen durch die Rötelmaus. Im Norden und Osten Deutschlands ist das Dobrava-Belgrad-Virus überwiegend beheimatet und wird durch die Brandmaus übertragen.
Durch direkten Kontakt mit befallenen Nagetieren wie Ratten oder Mäusen und deren Ausscheidungen, kann sich der Mensch anstecken.
Dies ist auch durch aufgewirbelten Staub möglich, wenn der Staub getrocknete Ausscheidungen der Tiere enthält. Auf Dachböden, trockenen Garagen und Kellern oder Gartenschuppen kann das der Fall sein kann.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher noch nicht vorgekommen, somit gelten erkrankte Personen als nicht ansteckend.

Im Grunde erst einmal jede Person, die direkten Kontakt zu den genannten Wildtieren bzw. deren Ausscheidungen hatte, sofern dieses Wildtier den Virus in sich getragen hat. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich oft in Bereichen aufhalten, in welchen Rötelmaus oder Brandmaus unterwegs sind.

Beispielbild von Mäusekot in einem weißen Schrank.
Die Symptome einer Hantavirus-Erkrankungen unterscheiden sich meist nicht von grippeähnlichen Beschwerden mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Übelkeit und Durchfall. Eine besondere Behandlung außerhalb der üblichen symptomlindernden Medikamente erfolgt nicht. Schwere Verläufe mit Einschränkungen der Nierenfunktion sind möglich, bisher aber selten. Der Nachweis einer Hantavirus-Infektion ist nur mit einer Blutuntersuchung möglich. Hantaviren-Infektionen sind meldepflichtig nach § 7 IfSG. Das Fallaufkommen im Meldewesen ist für den Kreis Lippe nicht hoch. Seit Beginn der Aufzeichnung sind insgesamt 45 Fälle für den Kreis Lippe gemeldet worden. Im Jahr 2025 waren es zum Beispiel insgesamt drei Fälle, in 2021 zwei Fälle. Es ist zu vermuten, da die notwendige Diagnostik nicht bei jedem Auftreten der oben genannten Symptome durchgeführt wird und die Übertragung derzeit noch nicht von Mensch zu Mensch erfolgt, das Fallaufkommen zunächst auf diesem Niveau verbleiben wird.