Die Gesundheitsversorgung in Deutschland ist in drei Säulen gegliedert.
In einigen Fällen kann eine medizinische Behandlung und weitere Betreuung alle drei Säulen mit einbeziehen. Ein praktisches Beispiel:
Eine Person fühlt sich krank und besucht die hausärztliche Praxis. Die behandelnde Ärztin vermutet eine Infektionserkrankung mit einer meldepflichtigen Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz und führt eine passende Diagnostik sowie medizinische Behandlung durch (erste Säule).
Der Verdacht bestätigt sich, die behandelnde Ärztin meldet die Erkrankung mit den Kontaktdaten der erkrankten Person an das Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt nimmt Kontakt mit der Person auf und führt die infektionsepidemiologische Ermittlung durch. Dies bedeutet, der wahrscheinliche Ansteckungsweg und mögliche Kontaktpersonen werden ermittelt. Maßnahmen werden festgelegt, um das Infektionsgeschehen einzudämmen (dritte Säule).
Zwischenzeitlich verschlechtert sich leider der gesundheitliche Zustand der betroffenen Person und sie muss unter geeigneten Schutzvorkehrungen stationär behandelt werden. Die Behandlung im stationären Setting schlägt an, der Person geht es bald besser (zweite Säule), sie kann nach einigen Tagen wieder in die ambulante Behandlung entlassen werden (erste Säule). Das Infektionsgeschehen konnte durch eine verständnisvolle Zusammenarbeit mit allen Betroffenen gut eingedämmt werden und hat sich nicht zu einem größeren Ausbruch entwickelt (dritte Säule).




Im Kreis Lippe gibt es ein breites Netz an medizinischen Leistungen im ambulanten Bereich für medizinische und therapeutische Akutbehandlungen, Rehabilitationsmedizin sowie viele weitere Angebote, die dazu beitragen, Menschen eine bestmögliche Gesundheit und damit Lebensqualität zu bieten. Nachfolgend finden Sie Links für eine Online-Recherche zur ambulanten Versorgung im Kreis Lippe.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ist für die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung zuständig. Finden Sie mit der Online-Suche der KVWL Informationen zu niedergelassenen Vertragsärzten sämtlicher Fachrichtungen in Westfalen Lippe. Zudem wurde mit der Terminservicestelle der kostenfreien Nummer 116117 eine unkomplizierte Facharzt- oder Psychotherapeutensuche eingerichtet. Rufen Sie einfach an oder nutzen Sie den 116117-Online-Service.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Frageliste zusammengestellt, mit der Sie sich in Ruhe auf ein Gespräch mit Ihrem Arzt vorbereiten können. Aus einer Auswahl an Fragen auf der Website erstellen Sie sich Ihre persönliche Frageliste für Ihren Arztbesuch.
Seit 1999 ist die Bezeichnung "Psychotherapeutin" bzw. "Psychotherapeut" geschützt. Psychologische Psychotherapeut*innen sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen können online über folgende Portale recherchiert werden:
Die Psychotherapeutenkammer NRW bietet auf ihrer Seite eine Online-Suche für qualifizierte Angebote ihrer Mitglieder*innen: Psychotherapeuten-Suche .
Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) ist nach eigenen Angaben die größte Interessenvertretung für Psychologische Psychotherapeut*innen sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen in Aus- und Weiterbildung Psychotherapeuten-Suche.
Die Heilmittelerbringerliste des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ermöglicht Ihnen eine unkomplizierte Suche nach Heilmittelpraxen für Physiotherapie, Podologie, Ergotherapie, Ernährungstherapie sowie Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie. Alle in der Heilmittelerbringerliste aufgeführten Heilmittelpraxen dürfen Leistungen zu Lasten jeder gesetzlichen Krankenkasse erbringen.
Im Kreis Lippe ist der stationäre und teilstationäre Bereich für medizinische, psychiatrische und therapeutische Behandlungen sowie weiteren Angebote zur Nachsorge gut aufgestellt. Nachfolgend finden Sie Links für eine Online-Recherche der drei Akutkliniken im Kreis Lippe.

Mit rund 30 Kliniken und Kompetenzzentren an den drei Standorten Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen ist das Klinikum Lippe eines der größten kommunalen Krankenhäuser der Vollversorgung in Deutschland und mit dem Campus Klinikum Lippe Teil des Universitätsklinikums OWL. Jährlich werden dort rund 50.000 stationäre und ca. 100.000 ambulante Patienten in nahezu allen Fachrichtungen versorgt. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Klinikums.
Das gpz ist ein kommunales Krankenhaus in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des Kreises Lippe. Es ist eine Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Detmold.
Im therapeutischen Team des Gemeindepsychiatrischen Zentrums arbeiten Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Psychologen, Fachpflegekräfte, Sozialarbeiter sowie Ergo-, Bewegungs- und Physiotherapeuten gemeinsam in einem mehrdimensionalen Behandlungskonzept. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des gpz.
Das AMEOS Klinikum in Bad Salzuflen ist ein weiterer medizinischer Pflichtversorger für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des AMEOS Klinikums.
Eine medizinische Rehabilitation kann sowohl in einem ambulanten oder stationären Setting erfolgreich Ihre Genesung unterstützen und Ihre Leistungsfähigkeit erhalten. Sie kann je nach Schwere der Erkrankung mehrere Wochen in einer Rehabilitationseinrichtung vollstationär oder ganztägig ambulant durchgeführt werden. Ambulante oder stationäre Rehabilitationseinrichtungen spezialisieren sich auf bestimmte Erkrankungsbilder. Die Kosten werden von Ihrer Rentenversicherung, Krankenkasse oder Beihilfe übernommen. In Lippe bilden eine Vielzahl von Rehabilitationseinrichtungen unter anderem folgende Fachrichtungen ab:
Um eine für Sie passende Rehabiliation zu finden, bietet sich eine Online-Recherche an. Nachfolgend listen wir für Sie einige der Verzeichnisse auf:
BAR I Reha-Einrichtungsverzeichnis


Als dritte Säule der gesundheitlichen Versorgung spielt der Öffentliche Gesundheitsdienst ÖGD in Deutschland eine wichtige Rolle, die weit über den Infektionsschutz hinausgeht. Der ÖGD verantwortet vielfältige Aufgaben in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und ist föderal aufgebaut, er umfasst drei Ebenen: Bund, Länder und Kommunen.
Die oberste Gesundheitsbehörde auf Bundesebene ist das Bundesministerium für Gesundheit mit seinen wissenschaftlichen Instituten:
Auf Länderebene befinden sich die Gesundheitsministerien mit Landesgesundheitsämtern bzw. -zentren in der Rolle als obere Gesundheitsbehörde. In Nordrhein-Westfalen sind dies das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW mit dem Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW. Einige Aufgaben im ÖGD werden auch von den Bezirksregierungen für ihre jeweilige Region wahrgenommen. Für Lippe liegt die Zuständigkeit bei der Bezirksregierung Detmold.
Die unteren Gesundheitsbehörden sind die Gesundheitsämter unter Trägerschaft der Kreise bzw. kreisfreien Städte. Die Gesundheitsämter führen den größten Anteil der Aufgaben des ÖGD aus. Sind Sie daran interessiert, welche Aufgaben das genau sind? Dann schauen Sie hier im Gesundheitsportal doch einmal bei Ihrem Gesundheitsamt vorbei.
Auch außerhalb von regulären Sprech- und Öffnungszeiten kann es zu plötzlichen gesundheitlichen Problemen kommen. Für diese Fälle stehen Ihnen verschiedene Notdienste zur Verfügung, damit Sie im Ernstfall schnell Hilfe erhalten. Egal ob ärztliche Versorgung, Zahnschmerzen oder der dringende Bedarf an Medikamenten – die Notdienste sorgen dafür, dass Sie auch abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen nicht allein dastehen. In der folgenden Übersicht finden Sie alle wichtigen Kontakte und Informationen zu den jeweiligen Bereitschaftsdiensten in Ihrer Nähe.

Die Ärztinnen und Ärzte in Bereitschaftspraxen helfen Ihnen, wenn Sie akute medizinische Beschwerden haben, die nicht lebensbedrohlich sind: Finden Sie Praxen im ärztlichen Bereitschaftsdienst beim Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Oder rufen Sie einfach die 116117 an.
Die Apothekerkammer Nordrhein und die Apothekerkammer Westfalen-Lippe betreiben gemeinsam die tagesaktuelle Aufstellung der notdiensthabenden Apotheken in NRW. Geben Sie einfach Ihren Ort oder Ihre Postleitzahl beim Apotheken-Notdienst NRW ein.
Niemand plant einen Notfall – aber zum Glück gibt es Menschen, die genau dafür da sind. Wenn plötzlich das Herz stolpert, der Kreislauf schlappmacht oder es irgendwo ordentlich kracht, dann kommt der Rettungsdienst ins Spiel. Und das geht schneller, als man „Blaulicht“ sagen kann! Ob Notarzt, Rettungssanitäter oder Krankenwagen – die Teams sind bestens ausgebildet, um im Ernstfall schnell, professionell, mit einer Portion Ruhe und Menschlichkeit zu helfen.
Der Bevölkerungsschutz Kreis Lippe koordiniert in seiner Leitstelle die Anrufe der Notrufnummer 112 für das gesamte Kreisgebiet. Die Disponentinnen und Disponenten in der Leitstelle alarmieren die erforderlichen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr oder des Katastrophenschutzes. Informieren Sie sich über die strukturierte Notrufabfrage der lippischen Leitstelle.
"nora" ist die offizielle Notruf-App der Bundesländer mit der Sie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Notfall schnell und einfach erreichen. "nora" nutzt die Standort-Funktion Ihres Mobil-Geräts. So können Einsatzkräfte Sie besser finden, wenn Sie selbst Ihren Standort nicht genau kennen. "nora" ist außerdem so aufgebaut, dass ein Notruf auch mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten oder auch ganz ohne zu sprechen abgesetzt werden kann: nora-Notruf-App.
Eine Liste sämtlicher Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie online auf der Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
In Nordrheinwestfalen berät die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn 24 Stunden am Tag Laien und medizinisches Fachpersonal bei akuten oder chronischen Vergiftungen durch Medikamente, Pflanzen, Drogen, Tiere, Pilze, Haushaltsmittel oder Chemikalien.
KATRETTER ist ein System für freiwillige Ersthelfende: Befinden Sie sich als Ersthelfer in der Umgebung eines Einsatzortes, werden Sie per KATRETTER-App direkt von den Rettungsstellen um Ihre Mithilfe gebeten, denn bei der Rettung von Menschen zählt oft jede Minute. Die Voraussetzungen um als ersthelfende Person über die App KATRETTER alarmiert zu werden, finden Sie auf der Seite vom Bevölkerungsschutz Kreis Lippe.
Die TelefonSeelsorge Bielefeld-OWL ist ein Angebot für alle Menschen in Konflikt- und Krisensituationen. Dieses Angebot ist kostenfrei, anonym und steht und um die Uhr zur Verfügung. Als Beratungs- und Seelsorgeangebot der evangelischen und katholischen Kirche arbeitet sie in ökumenischer Kooperation.
Telefonische Hilfe rund um die Uhr unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222
Auf der Website des Kooperationsgremiums "Für Lippe gegen häusliche Gewalt" finden Sie hilfreiche Informationen zu häuslicher Gewalt. Auch zu sexualisierter Gewalt gibt es weiterführende Hinweise sowie zu medizinischer und vertraulicher Hilfe.
Digitale Anwendungen wie das E-Rezept, die elektronische Patientenakte (ePA), oder die GesundheitsID werden entscheidend dazu beitragen, dass medizinische Informationen, die für die Behandlung benötigt werden, schneller und lückenloser verfügbar sind. Informieren Sie sich, wie digitale Anwendungen Sie dabei unterstützen, gesund zu werden und gesund zu bleiben:
Die gematik ist die Nationale Agentur für Digitale Medizin in Deutschland
Digitalisierung im Gesundheitswesen: Ein Überblick des Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Um die Notfallversorgung in einem Flächenkreis wie Lippe auch bei steigenden Einsatzzahlen des Rettungsdienstes jederzeit gewährleisten zu können, wird im Kreis Lippe, wie auch in anderen Regonen in OWL, der Telenotarzt eingeführt. Er kann bei komplexeren Einsatzsituationen durch das Rettungsdienstpersonal hinzugezogen werden und diese unterstützen. Mit diesem Vorhaben können mehr Patientinnen und Patienten durch die digitale Verfügbarkeit notärztlich betreut werden. Weitere Informationen finden Sie auf: lippeschutz I Telenotarzt.
Telemedizin ermöglicht Diagnostik, Konsultation, Monitoring und medizinische Dienste bei räumlicher Entfernung anzubieten. Für den Gesundheitsservice aus der Ferne werden Kommunikationstechnologien wie z. B. Videotelefonie eingesetzt. Die Möglichkeiten der Telemedizin sind weitreichend.
Einen Überblick finden Sie online auf gesund.bund.de I Was ist Telemedizin?
Eine verständliche Erklärung zum Thema und Ablauf einer Videosprechstunde, finden Sie auf stiftung-gesundheitswissen.de | So funktioniert die Videosprechstunde.

Eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) unterstützt die Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder die Erkennung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen. DiGAs sind damit "digitale Helfer" in der Hand der Patientinnen und Patienten.
Auf der Seite des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) finden Sie Informationen zu qualifizierten DiGAs.


