Zecken | Die kaum sichtbare Gesundheitsgefahr

Vektorübertragung
In der Biologie werden Lebewesen, die Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten von Tieren oder Menschen auf andere Tiere oder Menschen übertragen können, als Vektoren bezeichnet. Meist sind dies blutsaugende Insekten wie Zecken, Stechmücken, aber auch Fliegen, Flöhe und Läuse. Für den Menschen sind in Deutschland die Zecken und vereinzelte Stechmücken relevante Vektoren. Steigen die Temperaturen, werden diese aktiv. Informationen über Infektionsweg, übertragbare Krankheiten durch Zecken und effektive Schutzmöglichlichkeiten finden Sie auf Infektionsschutz.de.

Lebensräume, Lebensfähigkeit
Nicht auf Bäumen, sondern auf Gräsern, an Buschzweigen und im Unterholz finden sich die Lieblingsplätze der Zecken. Aufklärung zu manchen Irrtümern über Zecken finden Sie auf der Seite des NABU unter nachfolgendem Link.
Borreliose und FSME | Informationen vom RKI zusammengefasst
Es gibt viele Zeckenarten und sie sind je nach Art und Stadium das gesamte Jahr über zu finden. Aktiv und somit Überträger von Infektionskrankheiten werden sie meist im Frühling und Herbst, teilweise aber auch im Sommer. In warmen Wintern ist auch eine Aktivität möglich. In Deutschland übertragen infizierte Zecken überwiegend die Borreliose (Borrelia burgdorferi) oder die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Die Borreliose ist eine bakterielle, die FSME eine virale Infektion.
Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) kommt am häufigsten vor und ist Träger für Borrelien und FSME-Viren, aber auch FSMEV und Anaplasmen können übertragen werden. Auwaldzecken übertragen unter anderem Babesien, die die "Hunde-Malaria" verursachen, FSMEV und Rickettsiose. Sie befallen den Menschen aber selten. Reliktzecken kommen in Deutschland eher an der Grenze zu Polen vor. Bisher sind für Deutschland noch keine durch diese Zecke verursachte Infektionserkrankung bekannt, sie gilt aber als Überträger für FSMEV, Francisella tularensis (Bakterium, welches die "Hasen-Pest" auslöst) und Rickettsiose.
Die Zeckengattung Hyalomma ist doppelt so groß wie ihre Verwandten, krabbelt schnell und aktiv. Sie wird seit 2007 auch in einigen Regionen in Deutschland beobachtet, kommt aber auf ganz Deutschland gesehen noch immer selten vor. Sie kann für den Menschen gefährliche Erreger übertragen, wie das Krim-Kongo-Virus.
Ausführliche Informationen und Antworten auf häufige Fragen zu Zecken, Zeckenstiche, Infektionen und das Einsenden von Zecken finden Sie auf der Seite des RKI unter nachfolgendem Link.


Weitere Informationen zu zeckenübertragende Krankheiten
- Erregersteckbrief FSME | infektionsschutz.de
- FSME | gesundheitsinformation.de
- FSME | RKI Ratgeber
- Erregersteckbrief Borreliose | infektionsschutz.de
- Borreliose | gesundheitsinformation.de
- Antworten auf häufige Fragen zur Borreliose | RKI
- Borreliose und FSME Bund | Patientenorganisation Bundesverband
- Rickettsien | Bakterien | Informationen vom Friedrich Loeffler Institut (FLI)
FSME Risikogebiete in Deutschland | RKI

Eine Übersicht zu allen über FSME beim RKI verfügbaren Informationen, unter anderem auch das Epidemiologische Bulletin zu den FSME-Risikogebieten finden Sie unter Infektionskrankheiten A-Z des Robert Koch-Institutes | FSME.
Zeckenstiche und schwerwiegende Infektionen vermeiden
Einfache Grundsätze, um die warme Jahreszeit und Ausflüge dennoch zu genießen:
- Spaziergang durch hohes Gras vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, lange Kleidung und geschlossene Schuhe tragen. Helle, ungemusterte Kleidung wird empfohlen, da man die Zecken darauf besser erkennen kann.
- Hosenbeine in die Socken stecken (schön ist anders, das wissen wir)
- Zeckenschutzmittel auf Haut und, falls dafür geeignet, auch auf Kleidung verwenden. Diese bieten aber auch nur einen zeitlich begrenzten Schutz! Vor Anwendung bei Kindern sollte darauf geachtet werden, ob das Mittel für Kinder auch anwendbar ist.
- Zu Hause wieder angekommen, den Körper gründlich nach Zecken absuchen, vor allem Ohren, Haaransatz, Hals, Achseln, Ellenbeugen, Bauchnabel, Kniekehlen und Genitalbereich.
- Wird eine Zecke entdeckt, bitte mit geeigneten Hilfsmitteln wie Zeckenkarte, Zeckenzange oder Zeckenschlinge herausziehen.
- Wunde desinfizieren und die folgenden Wochen beobachten, da eine Borreliose-Infektion nicht gleich sichtbar ist.
Hmmm?

Besser!

Und vielleicht auch der Piks?
