Meldepflichtige Infektionserkrankungen

Meldepflichtige Erkrankungen nach §§ 6, 7 IfSG

Ziel des Infektionsschutzes ist es, übertragbare Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet Ärzte und Labore zu Meldungen. Man unterscheidet dabei namentliche Meldungen und nichtnamentliche Meldungen sowie Meldungen zu Impfschäden.


Elektronisches Melde- und Informationssystem | DEMIS

DEMIS ist eine Infrastruktur zum verschlüsselten Austausch von Daten. Meldepflichtige Personen bzw. Einrichtungen nach oben aufgeführten § 8 IfSG setzen Meldungen über DEMIS ab, die anhand der eingegebenen Adressdaten zur betroffenen Person automatisch an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt werden. Alle Gesundheitsämter und ein großer Teil der Labore und Krankenhäuser sind bereits an DEMIS angebunden. Niedergelassene ärztlich tätige Personen und auch Einrichtungen können sich ebenfalls anbinden. Flächendeckend wird DEMIS derzeit noch nicht genutzt und so erhält das Gesundheitsamt Meldungen auch über andere Kommunikationswege. 

Mit der nachfolgenden Schaltfläche gelangen Sie zur sehr umfangreichen DEMIS Wissensdatenbank, direkt zu den Schulungsvideos für die Anwendung DEMIS. Falls Sie sich auf der Seite verirren finden Sie die Videos unter: Technische Informationen - Meldeportal - Schulungsvideos Meldeportal.

Online Formular

Meldeformulare, wenn noch keine Anbindung an DEMIS erfolgt ist


Wie gehen wir nach dem Eingang einer Meldung vor?

Arbeitsschritte
1.Die Meldung geht beim Gesundheitsamt ein.
2Zunächst wird die Meldung auf Vollständigkeit geprüft und fehlende Angaben beim Meldenden nachgefordert. In der Regel erfolgt dies telefonisch und überwiegend müssen noch Kontaktdaten nachgefordert werden.
3Anschließend wird die erkrankte Person kontaktiert. Hierzu ist es zwingend erforderlich, Kontaktdaten wie die Telefonnummer auch mit der Meldung zu erhalten. Unnötige Recherchearbeiten verzögern die Ermittlungsarbeit. Sind Telefonnummern von erkrankten Personen nicht beim Meldenden ermittelbar, erfolgt die erstmalige Kontaktaufnahme auf dem Postweg. Hier wird dann die Telefonnummer des Infektionsschutzes bekannt gegeben und um Rückruf gebeten.
4Im Kontakt mit der erkrankten Person werden wichtige epidemiologische Daten erhoben, wie beispielsweise der mögliche Ansteckungsort, der Symptom- bzw. Krankheitsverlauf und natürlich relevante Kontaktpersonen. Welche Symptome typisch sind und wie lang der Zeitraum ist, in welchem Kontakte nachverfolgt werden müssen, ist abhängig von der Erkrankung. Kann die erkrankte Person die Fragen nicht selbst beantworten, weil es ihr zu schlecht geht, wird versucht, diese Informationen über Dritte zu erhalten. Denn um die Weiterverbreitung zu verhindern, ist Zeit der kritischste Faktor. Im Rahmen dieser Ermittlungsgespräche erfolgt grundsätzlich auch eine Beratung, sofern Bedarf besteht.
5Je nach Erkrankung erfolgt die Festlegung von Maßnahmen zur Eindämmung der Weiterverbreitung.
6Die Ermittlungsergebnisse werden im Fachverfahren für den Infektionsschutz eingegeben für die eigene Dokumentation und die tägliche Meldung an das LfGA.
7Die tägliche Meldung von Infektionskrankheiten erfolgt anonymisiert und digital über das Fachverfahren des Infektionsschutzes an unsere Landesstelle, das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA) NRW.
Mitarbeterin in einem Büro Headset und Laptop, die in die Kamera lächelt.
Infektionsketten

Infektionsschutz in Kindergärten und Schulen

Krankheitsausbrüche

Bei einem Ausbruch von bestimmten Infektionskrankheiten in Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 IfSG ist es Aufgabe des Gesundheitsamtes, die Weiterverbreitung zur verhindern. Erkrankt man oder ihr Kind selbst, bleibt man schon freiwillig zu Hause. Die Weiterverbreitung wird damit aber nur bedingt verhindert, denn bei vielen Infektionserkrankungen besteht die Ansteckungsfähigkeit schon, bevor überhaupt das erste Symptom auftritt. Wird ein Ausbruch gemeldet, beginnt die Arbeit des Gesundheitsamtes:

  • So wird für beschäftigte und betreute Personen, die als krankheitsverdächtig gelten, ein Betretungsverbot ausgesprochen. 
  • Krankheitsverdächtig ist man, wenn ein relevanter Kontakt zur erkrankten Person bestand und gegen die Erkrankung keine ausreichende Immunität (z. B. nach Schutzimpfungen) besteht. 

Ausbrüche von Infektionskrankheiten sind in Kitas und Schulen nicht selten, da hier viele Personen auf engerem Raum über einen längeren Zeitraum zusammenkommen. 

Rechtsgrundlage für den Ausschluss des Besuches von Schule / Kita bei bestimmten Infektionserkrankungen ist der § 34 IfSG.

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