



Kinder sollen sich nach ihren Möglichkeiten entwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Hier im Kreis Lippe sollten alle Kinder nach ihren Fähigkeiten, Neigungen und Interessen gefördert werden und Entfaltungsräume bereitgestellt werden. Sie brauchen neben den Eltern weitere verlässliche Bindungspartner. Kinder brauchen Anreize, Impulse und Resonanzen, um Sicherheit in die sich entwickelnden Fähig- und Fertigkeiten zu erlangen. Kinder brauchen positive Lebenserfahrungen, um den Spaß am lebenslangen Lernen nicht zu verlieren.
Manche Kinder benötigen in verschiedenen Bereichen Förderungen, sei es für das soziale Verhalten und Konzentrationsvermögen oder auch in der sprachlichen Entwicklung. Solche Förderbedarfe sollten so früh wie möglich festgestellt werden, um genügend Zeit zu haben, Defizite vor dem Schulbeginn ausgleichen zu können. Aus diesem Grund erfolgen vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst neben den Schuleingangsuntersuchungen auch Untersuchungen in Kindergärten bzw. Kindertagesstätten.




Die Untersuchung umfasst eine Diagnostik zur altersgerechten Entwicklung, unter anderem von Sprache und Sprechvermögen, kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Konzentrationsspanne, Sozialverhalten und Körperkoordination. Sämtliche Testungen sind sehr spielerisch gehalten, so dass den Kindern gar nicht auffällt, dass sie gerade untersucht werden.
Im Ergebnis werden den Eltern von Kindern mit auffälligen Entwicklungsverzögerungen Beratungen durch unsere Fachkräfte angeboten, um Ihr Kind optimal fördern zu können. Im Gegensatz zu den Schuleingangsuntersuchungen sind die Untersuchungen für 4jährige im Kindergarten bzw. Kita rechtlich nicht verpflichtend. Das bedeutet, dass sie freiwillig sind und die Eltern der Untersuchung zustimmen müssen.
Die lippischen Kindergärten und Kindertagesstätten werden jährlich vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst angeschrieben, ob Bedarf besteht, die Entwiclungsdiagnostik von 4jährigen in ihrer Kita durchzuführen. Wird der Bedarf von der Kita bestätigt, erfolgt eine Terminabstimmung, die Eltern erhalten Informationen zum anstehenden Besuch, einen Fragebogen zum Entwicklungsstand ihres Kindes und das Einverständnis zur Untersuchung und Datenverarbeitung wird eingeholt.
Unter Umständen erfolgt vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst die Zuarbeit für Projekte anderer Behörden, in welchen der Entwicklungsstand von Kindern eine Rolle spielt, um Fördermöglichkeiten gezielt anbieten zu können. In solchen Fällen werden zuvor Orte oder Ortsteile festgelegt und die Kitas mit eingebunden. Hier entsteht dann eine Untersuchungsreihe mit einem einheitlichen Testverfahren (BUEVA III), um eine Vergleichbarkeit zu erhalten. Die Teilnahme der Kinder an den Untersuchungen ist auch in diesem Fall nicht verpflichtend.
Es erfolgt auch hier eine Terminabstimmung mit den Kitas, die Eltern erhalten Informationen zum anstehenden Besuch, einen Fragebogen zum Entwicklungsstand ihres Kindes und das Einverständnis zur Untersuchung und Datenverarbeitung wird eingeholt.
Beispiel für eine solche Maßnahme ist das Projekt Mit 4 dabei - Früh erkennen und gezielt fördern der Koordinierungsstelle des Kreises Lippe für Kommunale Präventionsketten in Zusammenarbeit mit der Stadt Horn-Bad Meinberg.
Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst orientiert sich am wissenschaftlichen Standard der BUEVA Basisdiagnostik: Individualtests zum Entwicklungsstand im Vorschulalter zur Feststellung von umschriebenen Entwicklungsstörungen. Die Diagnostik ist spielerisch gehalten, es wird gezeichnet, ein Ball geworfen, gepuzzelt, erzählt und es werden Bilder gezeigt.
Die Eltern erhalten einen Bogen mit der Bitte zur Beantwortung folgender Fragen:
Entwicklungsdiagnostik sollte nicht als Intelligenztest gewertet werden und wenn das ein oder andere nicht gut klappt, geht die Welt nicht gleich unter. Jedes Kind hat seine eigenen individuellen Schwerpunkte, Fähigkeiten oder auch Schwierigkeiten. Der Wechsel von der spielerischen Welt der Kita zur Grundschule ist eine große Umstellung, der dahergesagte "Ernst des Lebens" beginnt nun wirklich:
All das sind Herausforderungen, denen Kinder entgegentreten müssen. Dass das eigene Kind damit gut umgehen kann, ist der natürliche Wunsch aller Eltern. Basis dafür ist ein altersgerechter Entwicklungsstand.
Im Alter von 4 Jahren zeigen sich die grundlegenden Fähigkeiten wie Sprache, Motorik, Kognition und sozial-emotionale Entwicklung deutlich. Deshalb können ab diesem Alter Defizite in der Entwicklung gut erkannt werden. Das Gehirn der Kinder in diesem Alter gilt als besonders lernfähig. Es ist somit sinnvoll, notwendige Förderungen bei Defiziten in der Entwicklung nun auch anzugehen, da sie zu diesem Zeitpunkt wirksamer sind.
Bleiben Entwicklungsstörungen unentdeckt, kann dies zu Frustation, geringem Selbstwertgefühl und Verhaltensproblemen bei den Kindern führen. Eine frühe Erkennung und rechtzeitiges Gegensteuern dagegen kann die psychosoziale Belastung die mit Misserfolgen einhergeht reduzieren und damit Ihrem Kind die Unterstützung geben, die es benötigt.
Ganz praktisch gesehen, spielt natürlich die Zeit eine große Rolle. Die Wartezeiten für Ergotherapie oder Logopädie für Kinder sind lang. Für die Kinder und Eltern ist es viel entspannter, Unterstützungsprogramme oder Therapien rechtzeitig zu starten, so dass sich im Alter von 6 Jahren je nach Beeinträchtigung vielleicht schon erste Erfolge zeigen und der Schulstart somit gut gelingen kann.
Auf Anfrage kommen die Mitarbeitenden des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes in die Einrichtung, um über altersgerechte Entwicklung, Meilensteine in der kindlichen Entwicklung und Möglichkeiten der Förderung zu informieren. Weitere Schwerpunkte eines Vortragsabend können auch die gesunde Ernährung oder Infektionskrankheiten sein.
Es gibt zu all diesen Themen reichlich gut strukturierte Informationen im Netz, aber persönliche Informationen unserer erfahrenen (Kinder-)ärztinnen, sozialmedizinischen Fachangestellten oder pädiatrischen Assistentinnen sind doch noch einmal eine ganz andere Sache. Gemeinsam mit anderen Eltern können Erfahrung ausgetauscht und den Fachkräften Fragen gestellt werden.



Ein Kind entwickelt sich schnell. Die kindliche Neugier möchte ständig "gefüttert" werden. Die Welt um sich herum verstehen, das möchte jedes Kind.
Informationen rund um die Entwicklungsschritte vom Säuglings- übers Kleinkindalter bis zum Schulkind finden Sie unter Entwicklungsschritte 0-6 Jahre | kindergesundheit-info.de vom BIÖG oder im Detail hier im Gesundheitsportal auf der Seite Ihres Gesundheitsamtes: Elterninformation zum gesunden Aufwachsen | Ihr Gesundheitsamt - Kinder- und Jugendärztlicher Dienst.
Wenn es mit den Kleinen etwas schwierig wird, schauen Sie doch einmal hier herein:
Kindliches Trotzverhalten - wie damit umgehen | kindergesundheit.info vom BIÖG
Alltagstipps zum Umgang mit dem Trotzverhalten | Familienportal.NRW
Wenn die Kleinen sich selbst oder Ihnen die Welt erklären und sehr viele Fragen stellen: