Vorbereitung auf Notsituationen
Ein Notfall kann immer eintreten - sind Sie vorbereitet?








Wann war denn ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs? Wie erhält der Rettungsdienst so schnell wie möglich die Information, dass Sie unter Medikamentenallergien leiden, wenn Sie selber nicht kommunizieren können? Können Ihre Angehörigen zu Hause die wichtigsten Dinge für einen ungeplanten Krankenhausaufenthalt gut finden? Praktische Ansätze für Ihre Vorbereitung im Notfall finden Sie auf dieser Seite.
Erste-Hilfe: wissen was zu tun ist und anpacken
Ersthelfer übernehmen lebensrettende und gesundheitserhaltende Sofortmaßnahmen bei medizinischen Notfällen sowie die Alarmierung des Rettungsdienstes und die Absicherung der Unfallstelle bis professionelle Hilfe eintrifft.
In unserer Region bieten die Hilfsorganisationen Erste-Hilfe-Kurse an. Neben dem Grundlehrgang gibt es Kurse mit verschiedenen Schwerpunkten.
Notfalldaten für den Ernstfall
Während eines medizinischen Notfalls müssen oft in Sekunden Entscheidungen getroffen werden. Schnell abrufbare Informationen über Ihren Gesundheitszustand können dann lebensrettend sein, wenn Sie nicht ansprechbar sind.
Notfallkarte in der Brieftasche
Bei einer Notfallkarte füllen Sie einen Papiervordruck selber aus. Legen Sie diese wichtigen Gesundheitsinformationen so ab, dass Sie sie bei sich tragen. Vorlagen von verschiedenen Anbietern, unter anderem auch von gesetzlichen Krankenversicherungen, finden Sie dazu im Internet. Weiter unten in diesem Fenster haben wir Ihnen ein Beispiel der Verbraucherzentrale bereitgestellt.
Notfallkarten mit QR-Code
Es gibt verschiedene Anbieter, bei denen Sie einen Notfallpass im Scheckkartenformat bestellen können. Dort sind Ihre Grunddaten aufgeführt, darüber hinaus kommen Rettungskräfte per QR-Code auf eine Website mit weiteren medizinischen Daten, die Sie online selber eingegeben haben. Diese Notfallkarten sind mit Kosten verbunden.
Europäischer Notfallausweis
Der Europäische Notfallausweis (ENA) ist ein zwölfseitiges Dokument in neun Sprachen, das beim Bundesanzeiger Verlag GmbH erscheint. Ihre Hausarztpraxis bestellt den Ausweis und trägt Ihre im Notfall wichtigen medizinischen Daten ein. Der Ausweis ist mit Kosten verbunden.
Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte
Wenn Sie Ihre Notfalldaten auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte hinterlegen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einem Aufklärungsgespräch speichert die Arztpraxis die notwendigen medizinischen Informationen. Sie legen selber fest, wer die Notfalldaten wann einsehen kann und wer im Notfall zu benachrichtigen ist, etwa Lebenspartner und behandelnde Fachärzte. Lesen Sie hierzuInformationen der gematik oder Erklärungen auf gesund.bund.de | Der Notfalldatensatz (NFD).
Notfallpass auf Ihrem Smartphone
Wichtige Daten für den Notfall können Sie in Ihrem Smartphone hinterlegen. Bei Android in der App Notfallinformationen und auf dem iPhone in der Health App. Beachten Sie bitte, dass Sie in einem Notfall Ihr Telefon gegebenenfalls nicht entsperren können, Rettungskräfte die Notfallinformationen jedoch sehen können sollten. Für beide Systeme gilt, dass Sie dies in den Einstellungen festlegen müssen.
Darüber hinaus gibt es spezielle Notfallpass-Apps mit erweiterten Angeboten, die Sie auf Ihr Smartphone laden können.
Mi, 22.07.2026Notfallkärtchen für die Brieftasche
Notfallkärtchen für die Brieftasche. Vorlage der Verbraucherzentrale.
Krankenhauskoffer
Nicht nur Schwangere sollten den Krankenhauskoffer schon vorbereiten, sondern auch Personen, bei denen ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt wahrscheinlich ist. Neben Bademantel, Handtüchern, Kulturbeutel und warmen Socken sollten dort die Dinge eingepackt werden, die Ihnen noch wichtig sind. Bereiten Sie einen Koffer oder eine Tasche vor und teilen Ihren Angehörigen mit, wo diese steht, dann ist alles griffbereit und niemand muss erst alles zusammensuchen.
Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung - was regelt was?
Für den Fall dass Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst in die Hand nehmen können, können Sie rechtsverbindlich benennen, wer Sie in wichtigen Fragen vertreten soll.
Mit einer Vorsorgevollmacht legen Sie fest, wer Sie rechtlich vertreten soll. Mit einer Betreuungsverfügung bestimmen Sie, wen das Gericht als rechtlichen Betreuer für Sie einsetzen soll, solange keine Vorsorgevollmacht vorliegt. Mit einer Patientenverfügung bestimmen Sie, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen und welche nicht. Wenn Sie dies festgelegt haben, können Ihre Vertrauten Ihren Willen berücksichtigen und in Ihrem Sinne entscheiden.
Informieren Sie sich zur Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung auf gesund.bund.de. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich auch in unseren Gesundheitszentren beraten lassen. Hier finden auch immer wieder Vorträge zum Thema Vorsorge statt.
Im Krisenfall vorbereitet sein
Der Kreis Lippe hat ein Handlungskonzept entwickelt in dem das Vorgehen bei Großschadenereignissen festgelegt ist. Sollte eine Notsituation oder der Krisenfall eintreten, informiert der Kreis Lippe über den Lokalradiosender (Radio Lippe) mit Warnmeldungen. Außerdem werden Informationen über die Internetseite der Kreisverwaltung sowie die sozialen Netzwerke ausgegeben. notfall
Notvorrat und Notgepäck
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) rät Ihnen, einen Nahrungsmittelvorrat der für zehn Tage ausreicht, im Haus zu haben. Auf ihrer Website stellt die BLE hierzu Vorratstabellen mit konkreten Empfehlungen und einen Vorratkalkulator zur Verfügung.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt Ihnen in Ruhe vorzuplanen und hierdurch in einer Krisensituation genau zu wissen, was in Ihren Notfallrucksack gehört.
