Herausgeber:
Kreis Lippe, Der Landrat | Fachbereich 530 Gesundheit | Rintelner Straße 83, 32657 Lemgo
Vanessa Ohm
Master of Science in Public Health
Fachbereich 530 Gesundheit Kreis Lippe
534.1 Gesundheitsplanung und -berichterstattung
Dr. rer. nat. Simone Bernardino Potthast
Master, Promotion und post doc of Science in Immunologie
Fachbereich 530 Gesundheit Kreis Lippe
534.1 Gesundheitsplanung und -berichterstattung
Dr. med. Kerstin Ahaus
FÄ f. Allgemeinmedizin
Sozialmedizin, Psychotherapie
Naturheilverfahren
Fachbereichsleitung Gesundheit Kreis Lippe
Marianne Petersmeier,
Fachbereich Gesundheit Kreis Lippe
Teamleitung 534.1 Gesundheitsplanung und -berichterstattung
Tirza Peuker
Fachbereich Gesundheit Kreis Lippe
Fachgebietsleitung Gesundheitsplanung und -berichterstattung, Gesundheitsverwaltung
Dana Fortmann
Master of Science in Public Health
Quartiersentwicklung Kreis Lippe
Autorenerklärung
Die Autorinnen erklären, dass kein wirtschaftlicher oder persönlicher Interessenkonflikt vorliegt.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lipperinnen und Lipper,
Gesundheit ist eine der zentralen Grundlagen für Lebensqualität, gesellschaftlicher Teilhabe und wirtschaftlicher Stabilität. Mit dem Bericht „Gesundheitsmonitoring. Wie gesund ist die lippische Bevölkerung?“ schaffen wir eine wichtige Basis, um den aktuellen Gesundheitszustand der Menschen in Lippe darzustellen und zukünftige Entscheidungen im Gesundheitswesen fundiert treffen zu können.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes oder chronische Atemwegserkrankungen verursachen nach wie vor einen erheblichen Anteil der Krankschreibungen und belasten unsere Wirtschaft und das Gesundheitssystem in zunehmenden Maße. Gleichzeitig bleiben deren vermeidbare Risikofaktoren weit verbreitet: Noch immer raucht jede fünfte Person in Deutschland. Ebenso zeigt sich, dass die Häufigkeit von Adipositas weiter steigt und immer mehr Menschen von den damit verbundenen Folgeerkrankungen betroffen sind.
Diese Entwicklungen stellen nicht nur individuelle Schicksale dar, sondern sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Bedeutung der Vermeidung von Krankheit durch Gesundheitsförderung und zielgerichteter Prävention, wird daher zukünftig weiter zunehmen.
Den wachsenden Anforderungen an das Gesundheitssystem müssen wir insgesamt mit einer klugen, vorausschauenden Planung für eine sichere gesundheitliche Versorgung vor Ort begegnen. Der vorliegende Bericht liefert uns dafür eine wertvolle Entscheidungsgrundlage. Er zeigt Handlungsfelder auf, in denen wir gemeinsam mit Kommunen, Gesundheitsakteur*innen, Vereinen und Bildungseinrichtungen aktiv werden müssen. Unser Ziel ist es, Krankheiten zu verhindern, bevor sie entstehen, gesundheitliche Chancen für alle zu verbessern und die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems zu sichern.
Ich danke allen Beteiligten, die an der Erstellung dieses Berichts mitgewirkt haben, und werde mich dafür einsetzen, aus den gewonnenen Erkenntnissen konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen für ein gesünderes Lippe abzuleiten und umzusetzen.
Meinolf Haase
Landrat Kreis Lippe
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
mit dem vorliegenden Gesundheitsbericht „Gesundheitsmonitoring. Wie gesund ist die lippische Bevölkerung?“ legen wir erstmals eine umfassende Analyse zentraler Gesundheitsindikatoren im Kreis Lippe vor. Der Bericht bietet einen strukturierten Überblick über die aktuelle gesundheitliche Situation der Bevölkerung und beleuchtet dabei sowohl nicht übertragbare als auch übertragbare Krankheiten, Krebserkrankungen sowie die Entwicklung der Todesfälle in der Region.
Die gewonnen Erkenntnisse dienen als wichtige Grundlage, um bestehende Präventionsangebote weiterzuentwickeln und neue bedarfsgerechte Maßnahmen zu planen. Denn wenn Maßnahmen gezielter auf die tatsächlichen Bedarfe ausgerichtet werden, können Erkrankungen frühzeitig erkannt oder im besten Fall sogar verhindert werden. Eine verbesserte Gesundheitsplanung trägt dazu bei, Lebensqualität und Wohlbefinden zu steigern, Zugangsbarrieren im Gesundheitsbereich abzubauen und langfristig ein gesundes Aufwachsen und Älterwerden in Lippe zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt auf den relevanten Risikofaktoren, die die Entstehung und den Verlauf der untersuchten Krankheiten maßgeblich beeinflussen.
Unser Ziel ist es, Entscheidungsträger*innen, Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen sowie alle Interessierten dabei zu unterstützen, die Gesundheit der lippischen Bevölkerung nachhaltig zu stärken. Wir hoffen, dass dieser Bericht dazu beiträgt, den Stellenwert präventiver Angebote weiter zu erhöhen und eine Grundlage für gemeinsames evidenzbasiertes Handeln zu schaffen.
Mein besonderer Dank gilt allen, die an der Erstellung dieses Gesundheitsberichtes mitgewirkt haben und damit eine qualitative Grundlage für eine zielorientierte Diskussion zur Gesundheitsförderung der lippischen Bevölkerung geschaffen haben.
Dr. med. Kerstin Ahaus
Leiterin des Gesundheitsamtes Kreis Lippe
| Abk. | Bezeichnung |
|---|---|
| AOK | Allgemeine Ortskrankenkasse |
| BMG | Bundesministerium für Gesundheit |
| COPD | Chronisch obstruktive Lungenerkrankung |
| COVID-19 | Coronavirus-Krankheit-2019 |
| DALY | Disability adjusted life year |
| DKFZ | Deutsches Krebsforschungszentrum |
| EHEC | enterohämorrhagische Escherichia coli |
| G-BA | Gemeinsamer Bundesausschuss |
| GBD | Global burden of disease |
| GBE | Gesundheitsberichterstattung |
| GEDA | Gesundheit in Deutschland aktuell (Studie) |
| HBV | Hepatitis-B-Virus |
| HCV | Hepatitis-C-Virus |
| HDV | Hepatitis-D-Virus |
| HUS | Hämolytisch-urämisches-Syndrom |
| ICD | Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme |
| IfSG | Infektionsschutzgesetz |
| KKH | Kaufmännische Krankenkasse |
| KRINKO | Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention |
| KVWL | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein-Westfalen |
| LfGA | Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz |
| LKR | Landeskrebsregister |
| LWL | Landesverband Westfalen-Lippe |
| MRGN | multiresistente grammnegative Bakterien |
| MRSA | Methicillin-resistenter Staphylococcus aureaus |
| NRW | Nordrhein-Westfalen |
| PCR | Polymerase-Kettenreaktion |
| PSA | Prostata-spezifisches Antigen |
| RKI | Robert Koch-Institut |
| RSV | Respiratorische-Synzytial-Virus |
| SGB | Sozialgesetzbuch |
| SOEP | Sozioökonomisches Panel |
| STIKO | Ständige Impfkommission |
| WHO | Weltgesundheitsorganisation |
| WIdO | Wissenschaftliches Institut der AOK |
| YDL | Years lived with disability |
| YLL | Years of life lost |
Die Gesundheit hat in Deutschland einen hohen Stellenwert und insbesondere bei jüngeren Personen unter 30 Jahren stellt Prävention mittlerweile einen Lifestyle dar (Beck, 2024; Trendbüro, 2024). Denn viele Erkrankungen lassen sich maßgeblich durch den eigenen Lebensstil beeinflussen (Wirth, 2000; Starker et al., 2025, Effertz et al., 2015; Mons et al., 2018; Behrens et al., 2018). Dennoch raucht immer noch ca. jeder fünfte Erwachsene (Olderbak, 2024) und die Adipositasprävalenz stieg zwischen 2003 und 2023 von 12,2% auf 19,7% (Starker et al., 2025). Adipositas und Rauchen stellen die größten Risikofaktoren für nicht-übertragbare Krankheiten dar. Diese verursachen wiederum enorme Gesundheitskosten und stellen für den Public Health-Sektor eine große Herausforderung dar. Um sich langfristig gesundheitsförderlich verhalten zu können, sind oftmals strukturelle Veränderungen nötig, die außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegen.
Das Regenbogenmodell von Dahlgren und Whitehead aus dem Jahr 1991 verdeutlicht das Zusammenspiel von vielen verschiedenen Faktoren, die die Gesundheit beeinflussen. Neben der genetischen Veranlagung und den eigenen Verhaltensweisen, spielen vor allem die Bildung, die sozialen Kontakte, die Art der beruflichen Tätigkeit, die finanzielle sowie die Wohnsituation eine Rolle. Diese ergeben sich wiederum aus äußeren Gegebenheiten wie z.B. Gesetze, der wirtschaftlichen Situation und der aktuellen geopolitischen Lage. Das Modell wurde zu einer Zeit entwickelt, in der digitale Medien noch eine geringe Rolle spielten. Daher haben Jahnel et al. (2023) als auch Zeeb et al. (2025) das Modell um die Determinante „Digitalisierung“ erweitert, die sich durch alle Schichten des Modells zieht (vgl. Abbildung 1).

Der vorliegende Bericht beschäftigt sich mit der Frage wie gesund die lippische Bevölkerung ist. Um die Gesundheitsdaten im Gesamtzusammenhang betrachten zu können, wird zu Beginn des Berichts die soziodemografische und – ökonomische Lage des Kreises Lippe vorgestellt. Im Anschluss wird die gesundheitliche Lage der lippischen Bevölkerung anhand von ausgewählten nicht- übertragbaren Krankheiten, übertragbaren Krankheiten und Todesursachen näher betrachtet. Dafür werden in dem Kapitel „nicht-übertragbare Krankheiten“ Behandlungsdiagnosen der Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe und Nordrhein ausgewertet. Daraufhin werden die Krebsneuerkrankungen sowie Krebssterbefälle, mit einer detaillierten Betrachtung für die häufigsten Krebserkrankungen, anhand der Daten des Landeskrebsregisters NRW vorgestellt. Kapitel 4.3 widmet sich den übertragbaren Krankheiten und stellt die ausgewählten Daten aus dem Gesundheitsamt nach §§ 6,7 Infektionsschutzgesetz (IfSG) vor.
Zum Schluss werden anhand der Todesursachenstatistik die Sterbefälle und Todesursachen beschrieben. Dieser Bericht stellt lediglich eine beschreibende Auswertung einiger weniger Krankheiten dar und soll Trends sichtbar machen, damit frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden können. Da es sich um den ersten Bericht des Gesundheitsmonitorings handelt, ist dieser Bericht sehr ausführlich. Zukünftig werden lediglich Auffälligkeiten in einem kleineren Format publiziert. Für die Auswertung wurden die aktuellsten Daten verwendet, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts vorlagen.

In dem vorliegenden Bericht werden sieben nicht übertragbare Krankheiten für den Kreis Lippe in einem Zeitraum von 10 Jahren (2015-2024) betrachtet. Dabei ist für manche Krankheiten eine unterschiedliche Geschlechterverteilung zu beobachten. So waren Frauen häufiger aufgrund von Rückenschmerzen in Behandlung als Männer. Neben geschlechtsspezifischen Präventionsangeboten, sollte die Home-Office-Tätigkeit zukünftig stärker in der Planung berücksichtigt werden, da sich laut einer Studie der Techniker Krankenkasse die Hälfte der Personen im Home-Office weniger bewegt.
Bei Männern sollte dagegen der Fokus auf der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), den ischämischen Herzerkrankungen und Depression gelegt werden. Seit Jahren ist die Prävalenz von COPD im Kreis Lippe auf einem gleichbleibenden Niveau (2024: 2,5%). Dabei sind Männer in allen Altersgruppen häufiger betroffen als Frauen. Auch wenn Lemgo mit 3,5% die höchste COPD-Prävalenz aufwies, nahm in ländlich geprägten Regionen wie Kalletal, Schieder-Schwalenberg und Extertal die COPD-Prävalenz im Jahr 2024 zu. Neben Tabak als Hauptrisikofaktor, sollte auch die Feinstaubbelastung sowie die Luftverschmutzung in den Präventionsmaßnahmen berücksichtigt werden.

Bei den ischämischen Herzerkrankungen überwogen ebenfalls die Männer
deutlich gegenüber den Frauen. Generell ist ein rückläufiger Trend der
ischämischen Herzerkrankungen im Kreis Lippe zu beobachten. Dennoch
sollte für die Kommunen Oerlinghausen und Schieder-Schwalenberg über
neue Präventionsansätze nachgedacht werden, da hier kein rückläufiger
Trend zu beobachten war.


Die Fallzahlen von Depression steigen seit Jahren an. Es hat sich gezeigt, dass vermehrt auch jüngere sowie ältere Personen betroffen sind, die vor der COVID-19-Pandemie seltener behandelt wurden. Auch der Anteil der Männer hat von 2015 bis 2024 deutlich zugenommen. Für die einzelnen Zielgruppen sollten spezifische Präventionsangebote geschaffen werden.

Die Gemeinde Augustdorf weist mit durchschnittlich 6,1% in den letzten 10 Jahren kreisweit die höchste Prävalenz bei Typ-2-Diabetes auf. Im Kreis Lippe wurden im Jahr 2024 5,1% der Bevölkerung aufgrund von Typ-2-Diabetes behandelt. Dabei ist seit Jahren ein steigender Trend zu beobachten. Auffällig ist vor allem der Anteil jüngerer Personen, da Typ-2-Diabetes eher im höheren Alter auftritt. Diesem Trend sollte mit zielgruppenspezifischen Präventionsangeboten entgegengewirkt werden.

Ähnlich ist der Verlauf der Hypertonie-Fallzahlen (Bluthochdruck). Auch hier ist ein gleichbleibend hohes Niveau zu beobachten. Die Prävalenz für den Kreis Lippe betrug im Jahr 2024 18,1%. Kommunen wie Schieder-Schwalenberg (20,9%), Augustdorf und Horn-Bad Meinberg (je 20,6%) lagen deutlich über dem Kreisdurchschnitt. Für Hypertonie und ischämische Herzerkrankungen sollten neue Präventionsstrategien entwickelt werden, damit das Präventionspotenzial dieser Erkrankungen ausgeschöpft werden kann.

Demenz ist eine Erkrankung, die in einem großen Umfang auch Angehörige
betrifft. Daher sollte diese Personengruppe, neben den Betroffenen
selbst, ebenfalls in den Präventionsangeboten berücksichtigt werden.
Personen aus Bad Salzuflen waren im Jahr 2024 mit 0,9% häufiger
betroffen als Personen aus dem übrigen Kreisgebiet.

Die Krebsdaten im Kreis Lippe decken sich mit den bundesweiten Krebserkrankungen. Bei den Frauen dominierten im Jahr 2023 Brustkrebserkrankungen mit 31,8% an allen Krebsneuerkrankungen, gefolgt von Darm- (10,9%) und Lungenkrebs (10,3%). Die häufigste Tumorlokalisation bei den Männern war im Jahr 2023 Prostata (28,1%), gefolgt von Lunge (12,7%) und Darm (11,8%). Während bei den Frauen Brustkrebs die häufigste Todesurasche unter allen Krebserkrankungen war (21,3%), verstarben die Männer am häufigsten an Lungenkrebs (21,5%).
Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzt, dass sich mindestens 37% aller neuen Krebserkrankungen in Deutschland anhand von Risikofaktoren erklären lassen (DKFZ, 2018). Dabei sind lebensstilassoziierte Risikofaktoren wie Tabak- und Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel von großer Bedeutung (Mons et al., 2018; Behrens et al., 2018). Die natürliche UV-Strahlung ist aufgrund mangelnder Daten in dieser Risikoberechnung noch unberücksichtigt geblieben. Obwohl für die meisten Neuerkrankungsraten im Kreis Lippe ein rückläufiger Trend zu beobachten ist, steigt die Neuerkrankungsrate für Lungenkrebs bei Frauen und für das maligne Melanom der Haut bei beiden Geschlechtern an. Hier sollten insbesondere die Risikofaktoren Tabakkonsum und UV-Strahlung in die Planung von Präventionsmaßnahmen mit aufgenommen werden. Demgegenüber stehen leicht steigende Sterberaten für Prostata- und Darmkrebs bei Männern sowie für Lungenkrebs bei Frauen. Überwiegend sind diese Auffälligkeiten ab 2021 zu sehen, was im Weiteren beobachtet werden sollte.
Die Infektionsschutzmaßnahmen, die während der COVID-19-Pandemie getroffen wurden, führten zu einem Rückgang der anderen Atemwegserkrankungen. Nach Aufhebung der Kontaktbeschränkungen stiegen die Fallzahlen wieder an, erreichten im Jahr 2024 aber noch nicht das präpandemische Niveau. Die einzige Ausnahme ist Keuchhusten. Hier verzeichnete der Kreis Lippe die höchste Fallzahl im gesamten Beobachtungszeitraum. Maßgeblich dafür verantwortlich dürfte der hohe Anteil ungeschützter Personen sein (63,2% ungeimpft). Da insbesondere Kleinkinder unter 5 Jahren sowie ältere Personen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben, sollten Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote ergriffen werden. Aufgrund der Legionellose-Erkrankungen in den letzten zwei Jahren (2023-2024 n=16), sollte die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden.
Im Gegensatz zu den Atemwegserkrankungen, ist bei den Magen-Darm-Erkrankungen lediglich bei der Norovirus- sowie der Rotavirus-Gastroenteritis ein Einbruch der Fallzahlen während der COVID-19-Pandemie zu beobachten. Bei den übrigen Erkrankungen spielt die Übertragung von Mensch zu Mensch eine untergeordnete Rolle, sodass die Kontaktbeschränkungen keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hatten. Lediglich die Fallzahlen von Salmonellose waren ebenfalls in den Jahren 2020 und 2021 rückläufig.

Die hohe Fallzahl an Windpocken-Erkrankungen im Jahr 2024 mit 219 ungeimpften Personen, weist auf eine Impflücke hin. Zum Thema Windpocken sollte die Aufklärung intensiviert werden. Bei den übrigen impfpräventablen Erkrankungen kam es in den letzten Jahren zu Einzelfällen, sodass keine weiteren Handlungen notwendig sind.
Virushepatitiden traten bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Daher
sollten Präventionsmaßnahmen gezielt für Männer entwickelt werden. Um
sich zu schützen, steht für Hepatitis A und B eine Impfung zur
Verfügung. Gegen Hepatitis D kann man sich indirekt durch eine
Hepatitis-B-Impfung schützen, da eine Hepatitis-D-Infektion nur als
Ko-Infektion mit Hepatitis-B auftreten kann. Die am häufigsten
angegebene Infektionsquelle bei Hepatitis C war intravenöser
Drogenkonsum. Daher sollte geprüft werden, welche
Informationsmaterialien in der Szene vorliegen und genutzt werden. Vor
allem auch, ob die Materialien in verschiedenen Sprachen zur Verfügung
stehen, da viele Betroffene aus Osteuropa stammen. Die steigenden
Fallzahlen bei Hepatitis E sind auf eine erhöhte Aufmerksamkeit seitens
der Ärzteschaft zurückzuführen. So werden Erkrankungen erst erkannt
werden.
Im Kreis Lippe traten in gesamten Beobachtungzeitraum
lediglich vereinzelte Fälle von Acinetobacter baumannii, Escherichia
coli und Methicillin-resistenter Staphylococcus aureaus (MRSA) auf. Das
spricht für ein gutes Hygienemanagement in den Kliniken.
Im Kreis Lippe sind im Jahr 2024 insgesamt 4.492 Menschen verstorben (2.245 Frauen, 2.247 Männer). Das sind 97 Menschen weniger als 2023. Dabei lassen sich sowohl Geschlechts- als auch Altersunterschiede beobachten. Während bei Frauen die Tumorerkrankungen als Haupttodesursache insbesondere im Alter von 0-49 Jahren sowie 60-64 Jahren vorlagen verschob sich dies bei den Männern in die Altersgruppe 65-69 Jahre. Im Alter von 0-49 Jahren verstarben Männer häufiger an äußeren Ursachen sowie Erkrankungen des Kreislaufsystems als Frauen im Kreis Lippe. Ab einem Alter von 60 Jahren nahm sowohl für Männer als auch für Frauen der Anteil der Erkrankungen des Kreislaufsystems sowie der psychischen und Verhaltensstörungen (F00-09 organisch) zu. Zu der Gruppe der psychischen und Verhaltensstörungen gehören auch die Demenzerkrankungen, die insbesondere bei den Frauen ab 80 Jahren ca. 10% ausmachen.
Das Regenbogenmodell von Dahlgren und Whitehead sowie dessen Erweiterung veranschaulichen deutlich wie viele verschiedene Einflussfaktoren auf die Gesundheit eines jeden Menschen einwirken. Im folgenden Kapitel werden einige soziodemografische sowie sozioökonomische Daten aus dem Kreis Lippe vorgestellt, um eine integrierte Betrachtungsweise der Gesundheitsdaten aus Kapitel 4 zu ermöglichen. Zu den soziodemografischen Merkmalen gehören Alter und Geschlecht sowie Haushaltsstruktur und Migrationsanteil. Bildung, Erwerbstätigkeit und Einkommen zählen zu den sozioökonomischen Merkmalen. Einflussfaktoren, die sich auf das Verhalten, den generellen Gesundheitszustand oder die soziokulturelle sowie geopolitische Umwelt beziehen, hängen eng mit dem Empfinden einer Person zusammen und erfordern kleinräumige Analysen, die für diesen Bericht nicht möglich waren.

Der Kreis Lippe ist mit 279 Einwohner*innen pro km2 nach dem Kreis Gütersloh (376 Einwohner*innen pro km2) der bevölkerungsstärkste Kreis in Ostwestfalen-Lippe (Stand: 31.12.2024) und besteht aus 10 kreisangehörigen Städten und 6 Gemeinden. Detmold als größte kreisangehörige Stadt und die mittleren kreisangehörigen Städte Lemgo, Lage und Bad Salzuflen liegen zentral bzw. im westlichen Teil des Kreises. Diese und die Städte Oerlinghausen sowie Leopoldshöhe, sind mit mehr als 400 Einwohner*innen je km² die am dichtesten besiedelten. Detmold, Bad Salzuflen, Lage und Lemgo stellen Siedlungsschwerpunkte dar, in denen sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58,6%) konzentriert. Die westlichen Städte und Gemeinden sind zudem die zentralen Arbeitsplatzschwerpunkte der Region. Im Osten sind die kreisangehörigen Kommunen hingegen weniger stark besiedelt und eher ländlich geprägt. Nach außen ist die lippische Region vor allem durch die mittelständische, oft dynamische und innovative Industrie repräsentiert. Die Landschaft in Lippe zeichnet sich durch eine vielfältige und in großen Teilen intakte Kulturlandschaft aus. Die landschaftliche sowie touristische Attraktivität, verbunden mit den wirtschaftlichen Standortfaktoren, stellen besondere Reize des Kreises Lippe dar.

Insgesamt umfasst der Kreis Lippe 358.377 Einwohner*innen (Frauen: 50,8%, Männer: 49,2%). Davon sind 18,2% minderjährig (<18 Jahre), 59,8% sind in der Altersgruppe 18-65 Jahre und 22% der Bevölkerung sind älter als 65 Jahre (s. Tabelle 1). Kleinschrittigere Altersgruppen sind in der Bevölkerungspyramide (s. Abbildung 3) zu finden. Um einschätzen zu können, ob der Anteil der älteren Menschen im Kreis Lippe hoch oder niedrig ist, betrachtet man den Altenquotienten. Dieser bezeichnet das Verhältnis zwischen der Anzahl der nicht erwerbsfähigen Personen zu den erwerbsfähigen Personen in einer Gesellschaft. Die Statistik des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) definiert erwerbsfähige Personen im Alter von 20-66 Jahre. Demnach sind Personen, die nicht mehr als erwerbsfähig gelten, ab 67 Jahre definiert. Der Kreis Lippe verzeichnet gemeinsam mit dem Kreis Höxter mit 36% den höchsten Altenquotienten (LWL, Stand: 31.12.2024) in Ostwestfalen-Lippe. Das bedeutet, dass im Kreis Lippe relativ viele ältere Menschen leben.
| Personengruppe | Lebensphase | Altersgruppe | Einwohnerzahl | Anteil an der Gesamtbevölkerung |
|---|---|---|---|---|
| Kinder und Jugendliche (U18) | Elternhaus / Tagespflegeperson / Kita | U3 | 9.574 | 2,7% |
| Kita | 3 bis U6 | 10.967 | 3,1% | |
| Grundschule | 6 bis U10 | 15.203 | 4,2% | |
| Weiterführende Schule / Ausbildung | 10 bis U18 | 29.381 | 8,2% | |
| Erwachsene (Ü18) | Ausbildung / Studium / Berufsleben / Junge Erwachsene | 18 bis U25 | 25.589 | 7,1% |
| Berufsleben / Elterngeneration | 25 bis U50 | 104.144 | 29,1% | |
| Berufsleben / Best Ager / Silver Ager* | 50 bis 65 | 84.590 | 23,6% | |
| Seniorinnen und Senioren / Ruhestand | Ü65 | 78.929 | 22,0% | |
| GESAMT | 358.377 | 100,0% |
Tabelle 1 Bevölkerungsstruktur nach Altersgruppen im Kreis Lippe (Quelle: IT.NRW, Stand: 31.12.2024)
*“Best Ager/Silver Ager“ beschreibt allgemein Menschen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, die ihre Lebensphase aktiv, selbstbewusst und inspirierend gestalten.

Ein Migrationshintergrund beeinflusst die Gesundheit des Betroffenen auf unterschiedliche Weise. Zum einen kann er das Erkrankungsrisiko erhöhen, zum anderen aber auch vorteilhaft für die Gesundheit sein. Beispielsweise können die Anpassung an eine fremde Kultur oder auch Stigmatisierungserfahrungen zu einer erhöhten gesundheitlichen Belastung führen. Sprachbarrieren können zudem erforderliche Therapien verhindern. Hinzu kommt, dass die sogenannte Gastarbeitergeneration oftmals gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt war. Andererseits liegt dem ein Paradoxon zugrunde, dass Migrant*innen trotz sozioökonomischer Benachteiligung eine geringere Sterblichkeit als Deutsche aufweisen. Man spricht hier vom „healthy migrant effect“, da vornehmlich gesunde Menschen migrieren. Als gesundheitsfördernd gelten außerdem soziale Netzwerke innerhalb der ethnischen Community (Razum et al., 2008).
In diesem Bericht wird zwischen drei Ausprägungen unterschieden: Nichtdeutsche, Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund (vgl. Abbildung 4). Zu den Personen mit Migrationshintergrund zählen Nichtdeutsche und ihre Kinder, Eingebürgerte und ihre Kinder sowie (Spät-)Aussiedler und ihre Kinder. Abbildung 4 zeigt die prozentuale Verteilung anhand der beschriebenen Ausprägungen. Im Kreis Lippe beträgt der Anteil der Nichtdeutschen 11,4%. Deutsche mit Migrationshintergrund machen 19,5% der lippischen Bevölkerung aus. Folglich beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund im Kreis Lippe 30,9%. Bei einer kleinräumigen Betrachtung fällt auf, dass sich der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in den einzelnen Städten und Gemeinden deutlich vom Kreisdurchschnitt unterscheidet. Während in Dörentrup (20,7%), Lügde (18%) und Extertal (18,9%) deutlich weniger Bürger*innen mit Migrationshintergrund leben als im gesamten Kreisgebiet, ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund in Lage (34,5%), Detmold (35%) und Bad Salzuflen (34,7%) höher als im Kreis Lippe. Die Gemeinde Augustdorf hebt sich mit 48,8% Migrationsanteil deutlich von allen anderen Kommunen ab.

Die Haushaltsstruktur lässt sich in verschiedene Haushaltstypen einteilen. Dabei wird vor allem zwischen Ein- und Mehrpersonenhaushalten unterschieden. Die Mehrpersonenhaushalte sind Paare mit und ohne Kinder sowie Wohngemeinschaften. In Deutschland nimmt die Zahl der Einpersonenhaushalte stetig zu. Im Jahr 2024 lebten 41,6% der Deutschen allein. (Umweltbundesamt, 2025). Auch im Kreis Lippe ist der Anteil der Einpersonenhaushalte ähnlich hoch (s. Abbildung 5).
Im Jahr 2024 lebten 39,4% der Menschen allein, davon sind 46,1% 60 Jahre oder älter. Der Anteil an Einpersonenhaushalten kann als Indikator für Einsamkeit herangezogen werden. Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko für Einsamkeit und soziale Isolation (Fakoya et al., 2020). Während soziale Isolation ein objektiv messbares Defizit an Kontakten darstellt, das wiederum auch ein Maß an fehlender Teilhabe bedeutet, ist Einsamkeit ein subjektiv wahrgenommenes Gefühl der betroffenen Person von fehlenden Sozialkontakten (Pantel, 2021). Personen, die sich über einen längeren Zeitraum einsam fühlen, sind häufiger von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen (Hawkley et al., 2019). Ebenso steigt das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung. Forscher aus den USA begründen dies damit, dass sich einsam fühlende Menschen seltener angeregt unterhalten oder Aktivitäten nachgehen, die die Hirnaktivität fördern (Sutin et al., 2020).
Auch der Anteil der Alleinerziehenden ist eine wichtige Kenngröße, denn Alleinerziehende sind häufig in sozialer, wirtschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht besonders belastet. Häufig schätzen alleinerziehende Mütter ihren allgemeinen Gesundheitszustand schlechter ein im Vergleich zu Müttern, die in einer Partnerschaft leben (Hoffmann und Swat, 2002; Keim-Klärner, 2020). Studien zu alleinerziehenden Vätern sind noch rar, aber auch sie berichten von einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand im Vergleich zu Vätern, die in Partnerschaften leben (RKI, 2017). Als Erklärungsansätze für die oftmals schlechtere psychische Gesundheit von Alleinerziehenden werden Faktoren wie soziale Unterstützung, finanzielle und zeitliche Ressourcen (z.B. Vereinbarung von Familie und Beruf) herangezogen (Hoffmann und Swat, 2002; Sperlich und Colatz, 2006; Keim-Klärner, 2020). Laut der Bertelsmann-Stiftung (2021) sind alleinerziehende Mütter häufiger erwerbstätig als Mütter in Partnerschaften und dabei öfter vollzeitbeschäftigt (Lenze et al., 2021). Zeitgleich liegt die Verantwortung für ihre Kinder oftmals bei ihnen allein. Hinzu kommen noch der Haushalt und Terminplanungen (Arztbesuche, Freizeit). Anhaltender Stress gilt als wichtiger Risikofaktor für die meisten Krankheiten, die in Kapitel 4 vorgestellt werden. 2024 lebten im Kreis Lippe 7.083 alleinerziehende Familien. Im Vergleich dazu gab es im selben Zeitraum 28.167 Familien mit Kindern unter 18 Jahren. Damit ist ein Viertel der Haushalte mit Kindern im Kreis Lippe allerziehend (25,1%) (vgl. Tabelle 2).

| Haushaltstyp mit Kindern | |
|---|---|
| Paar mit Kind(ern) im Alter von 0-5 Jahre | 13.394 |
| Paar mit Kind(ern) im Alter von 6-17 Jahre | 14.773 |
| Paar mit Nachkomme(n) im Alter von 18 bis 29 Jahre | 8.878 |
| Alleinerziehende | 7.083 |
Tabelle 2 Anzahl der Haushalte mit Kindern im Kreis Lippe (Quelle: Einwohnermeldedaten, KOSIS-DST-Statistikdatensatz Bevölkerungsbestand, Stand: 31.12.2024)
Zahlreiche Untersuchungen haben bereits bewiesen, dass der Bildungsstand einer Person einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit hat. Es wurde belegt, dass Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss eine höhere Lebenserwartung haben, überwiegend seltener an chronischen Erkrankungen leiden und ihre eigene Gesundheit besser einschätzen (Mirowsky und Ross 2003, Lampert et al. 2005: 37ff, Abel et al. 2007: 28, Müllegger, 2015). Insbesondere bei lebensstilassoziierten Faktoren ist erkennbar wie der Bildungsstand die Gesundheit beeinflusst. Personen mit niedrigen Bildungsstand bewegen sich seltener, sind häufiger übergewichtig und rauchen häufiger und stärker als höher gebildete Personen. Dabei sind Einstellungen, Überzeugungen und Wertehaltung ausschlaggebend, die bereits früh durch Eltern und Bildungseinrichtungen geprägt werden (Deutsches Ärzteblatt, 2023; Kuntz und Lampert, 2011 und 2012).
Im Kreis Lippe haben im Jahr 2022 von 289.380 Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Lippe haben und mindestens 15 Jahre alt sind, 92,8% einen Schulabschluss erreicht. Während die Anteile der Schulabschlüsse von Hauptschule (26,9%) und Realschule (27%) ähnlich verteilt sind, beträgt der Anteil von Fachhochschuloder Hochschulreife: 34,9%. Die Geschlechterverteilung in den jeweiligen Schulformen ist ebenfalls ausgeglichen (s. Abbildung 6). Betrachtet man jedoch die Schulabschlüsse der Realschule nach Geschlecht, fällt auf, dass mehr Mädchen (14,6%) als Jungen (12,4%) vertreten sind. Der Anteil der Schulabgänger*innen ohne Schulabschluss lag im Jahr 2022 bei 6,8% und damit ähnlich zu dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen (Jahr 2022: 7,1%, Quelle: Zensus 2022).

Neben Bildung und sozialer Unterstützung werden auch die finanzielle sowie berufliche Situation, die die finanzielle Situation wiederum maßgeblich bedingt, als Einflussfaktoren auf die Gesundheit herangezogen. Untersuchungen konnten zeigen, dass die mittlere Lebenserwartung bei Geburt bei Personen mit niedrigem Einkommen um fünf bis zehn Jahre verringert ist im Vergleich zu Personen mit hohem Einkommen.
Wenn ausschließlich die gesunden Lebensjahre betrachtet werden, ist der Unterschied zwischen den Einkommensgruppen noch größer (Lampert et al., 2016; Hoell und Salize, 2019). Armut, eingeschränkte finanzielle Ressourcen sowie Erwerbslosigkeit führen zu sozialer Benachteiligung. Davon betroffene Personen haben ein 2-3fach erhöhtes Erkrankungsrisiko für Herzinfarkt und Schlaganfall als Personen, denen ein höherer sozialer Status zugeschrieben wird. Auch in Bezug auf Diabetes mellitus und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) konnten deutliche Unterschiede zwischen den Statusgruppen festgestellt werden (RKI, 2005; Lampert und Kroll, 2014; Lampert et al., 2016).
Das jährliche Jahresnettoeinkommen (Kaufkraft) gibt Auskunft darüber, wie viel Geld eine Person zur Verfügung hat um Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Es ergibt sich aus dem Einkommen abzüglich aller regelmäßigen Verpflichtungen (Kreditzahlungen, Mieten, Sozialbeiträge). Im Kreis Lippe standen einer Person im Jahr 2023 jährlich durchschnittlich 25.695€ zur freien Verfügung. Das entspricht sowohl etwa dem Jahresdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen (25.784€) als auch von Deutschland (25.877€). Betrachtet man die einzelnen Kommunen ergeben sich regionale Unterschiede. So verfügten im Jahr 2023 Personen, die in Blomberg (28.890€) und in Oerlinghausen (28.030€) wohnen über ein Jahresnettoeinkommen, das in etwa 4.000-6.0000€ höher war als Personen, die in Augustdorf (22.158€) Horn-Bad Meinberg (24.034€) oder Lügde (24.364€) leben (vgl. Tabelle 3).
| Kommune | verfügbares Jahresnetto-einkommen je Einwohner*in (€) |
|---|---|
| Augustdorf | 22.158 |
| Bad Salzuflen | 26.816 |
| Barntrup | 25.166 |
| Blomberg | 28.890 |
| Detmold | 27.375 |
| Dörentrup | 25.056 |
| Extertal | 25.822 |
| Horn-Bad Meinberg | 24.034 |
| Kalletal | 25.199 |
| Lage | 25.165 |
| Lemgo | 26.050 |
| Leopoldshöhe | 26.273 |
| Lügde | 24.364 |
| Oerlinghausen | 28.030 |
| Schieder-Schwalenberg | 25.034 |
| Schlangen | 26.120 |
| Kreis Lippe | 25.695 |
| Nordrhein-Westfalen | 25.784 |
Tabelle 3 Kaufkraft-Index im Kreis Lippe und Nordrhein-Westfalen 2023 (Quelle: Nexiga).
Die Bundesagentur für Arbeit hat bis 2022 sinkende Arbeitslosenzahlen veröffentlicht (s. Abbildung 7). Jedoch fehlen einige Personen in dieser Statistik (vgl. §§16 und 138 Sozialgesetzbuch (SGB) III):

Daher kann von einer deutlich höheren realen Anzahl von Arbeitslosen
ausgegangen werden. Seit 2023 steigen die Arbeitslosenzahlen im Kreis
Lippe wieder, sodass im Jahr 2024 die 10.000 Marke überschritten wurde.
Wer seinen Lebensunterhalt aufgrund von Arbeitslosigkeit nicht sichern
kann, aber erwerbsfähig und leistungsberechtigt (siehe §7 SGB II) ist,
erhält Unterstützung durch den Staat in Form von Bürgergeld (SGB
II-Leistungen). Gleiches gilt für Personen, die mit erwerbsfähigen
Leistungsberechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft leben (z.B. Personen
<25 Jahre, sofern sie ihren Lebensunterhalt noch nicht selbst sichern
können). „Die SGB II-Quote ist damit auch der stärkste Indikator für
das Ausmaß an bestehender Einkommensarmut. Diese Quote bezeichnet den
prozentualen Anteil der Menschen in einer Kommune oder dem Kreis, die
einen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach
dem SGB II haben, im Gegensatz zu denen, die durch Erwerbsarbeit oder
andere Einkommen davon unabhängig sind.“ (Sozialbericht für die Stadt
Horn-Bad Meinberg, 2021, S.30).
Im Kreis Lippe variieren die SGB II-Quoten der einzelnen Kommunen von 4,2% in Leopoldshöhe bis 11,2% in Detmold. Für den gesamten Kreis lag die SGB II-Quote bei 8,1% (Stand: 31.12.2023). In den einzelnen Altersgruppen ist der hohe Anteil an minderjährigen Leistungsbeziehenden auffällig. In allen Kommunen ist fast ein Drittel aller Leistungsbeziehenden unter 18 Jahren. Die höchsten SGB II-Quoten für diese Altersgruppe verzeichnen Detmold (16,9%), Bad Salzuflen (16,4%) und Extertal (15,1%) (s. Abbildung 8). Die Altersgruppen 18-<40 Jahre und 40-<50 Jahre unterscheiden sich mit einer Gesamtquote von 8,3% und 7,7% für den Kreis Lippe nicht erheblich voneinander. Ähnlich verhält es sich, wenn man die SGB II-Quoten der Altersgruppen 50-<60 Jahre (5,6%) und 60-<67 Jahre (4,7%) in ihrer Gesamtheit betrachtet. Auch in den einzelnen Kommunen weisen sie keine nennenswerten Unterschiede auf. Leopoldshöhe, Kalletal, Dörentrup und Blomberg weisen durch alle Altersgruppen hinweg die niedrigsten SGB II-Quoten auf.

Abb. 8: Anzahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe 2012-2024 (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand: März 2025) Anteil der SGB II-Quote (Grundsicherung für Arbeitssuchende) im Kreis Lippe nach Altersgruppe und Kommune 2023 (Quelle: Jobcenter Lippe, 31.12.2023)
Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer lag 2024 bei 78,9 Jahren und für Frauen bei 83,5 Jahren. Heutzutage ist es aber nicht mehr allein ausschlaggebend wie lange man lebt, sondern vielmehr welche Qualität das eigene Leben hat. Dafür gibt es in der Berichterstattung das Maß der Krankheitslast „burden of disease“, das sich sowohl aus dem Verlust an gesunden Lebensjahren durch Krankheit (YLD – years lived with disability) als auch das frühzeitige Versterben (YLL – years of life lost) zusammensetzt. Aus YYL und YLD werden DALYS (disability-adjusted life year) errechnet, die die Bedeutung der Krankheit innerhalb einer Bevölkerung messbar machen. Ein DALY entspricht einem Jahr, das nicht in vollkommener Gesundheit gelebt wird (Porst et al., 2022).
In Abbildung 9 werden die Hauptursachen der Krankheitslast in der deutschen Bevölkerung gezeigt. Schmerzen im unteren Rücken nehmen bei Frauen den ersten Rang (1.825 DALY) ein, bei Männern mit 2.969 DALY sind es die koronaren Herzerkrankungen. Die DALYS wurden bei der Auswahl der in diesem Bericht vorgestellten Krankheiten berücksichtigt, aber aufgrund von Datenverfügbarkeit und -vergleichbarkeit nicht vollumfänglich aufgenommen. An einigen Stellen kann für weiterführende Informationen zu bestimmten Krankheiten auch auf andere Berichte aus der Gesundheitsberichterstattung des Kreises Lippe verwiesen werden (Bericht zur seelischen Gesundheit im Kreis Lippe, 2024; Bericht zum Krebsgeschehen im Kreis Lippe, 2026).

Unter Demenz versteht man jede Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten, die so stark ist, dass sie die unabhängige, alltägliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigt, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Demenz lässt sich am besten als Syndrom und nicht als einzelne Krankheit charakterisieren.


Die nachfolgenden Daten zu Demenz schließen die ICD-Kodierungen F00-F03 sowie G30 ein, da die Alzheimer-Krankheit als Kombination von F00 und G30 kodiert wird. Verschiedene Veränderungen wie Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Acetylcholin, Eiweißablagerungen, Dopaminmangel und eine Mischung aus Umwelt- und genetischen Faktoren sowie das Lebensalter führen zu einem Absterben der Nervenzellen, z.B. bei der Alzheimer-Demenz und der Parkinson-Demenz. Bei der vaskulären Demenz führen Durchblutungsstörungen im Gehirn zu Sauerstoffmangel und nachfolgend dann zum Absterben von Nervenzellen. Sie ist nach der Alzheimer-Krankheit, die etwa 50-75% der Demenzerkrankten betrifft, mit etwa 15-25% die zweithäufigste Demenz-Form (Bir et al.,2021).
Im Kreis Lippe lag die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz für Demenz im Jahr 2024 bei 0,6%, (vgl. Abbildung 10). Dabei zeigt sich, dass vor allem in Kurorten und kurortnahen Kommunen mehr Personen mit einer zu behandelnden Demenz leben als beispielsweise in dem sehr ländlich geprägten Norden.
Auch unter Berücksichtigung der Altersstruktur, leben anteilig deutlich mehr Menschen mit einer Demenz in Bad Salzuflen als in anderen lippischen Kommunen. Auffällig ist auch die hohe Behandlungsprävalenz für Lügde und Dörentrup – mutmaßlich könnte hier die räumliche Nähe zu den benachbarten Kurorten Bad Pyrmont und Bad Meinberg eine Rolle spielen.

Bei Betrachtung von Krankheitsfällen nach Altersgruppen wird deutlich, dass Demenz eine stark altersassoziierte Krankheit ist. Das bedeutet, dass zwar auch junge Menschen an Demenz erkranken können, dies aber deutlich seltener vorkommt. Die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken nimmt mit steigendem Alter erheblich zu (vgl. Abbildung 11). Im Jahr 2024 waren 142 Frauen und 135 Männer unter 65 Jahren wegen einer Demenz in ärztlicher Behandlung, das entspricht einer Prävalenz von 99 bzw. 107 je 100.000 Personen dieser Altersgruppe, oder auch von 0,1% der Grundgesamtheit. Demgegenüber lag die Prävalenz in der Altersgruppe der 65- bis 84-Jährigen bei 3,2% für die Frauen und betrug 3,0% für die Männer. In der Altersgruppe der Personen ab 85 Jahren lag die Behandlungs-prävalenz von Demenz bei Frauen bei 19,4% und betrug für Männer 16,1%. Dies zeigt, dass Frauen in Lippe etwas häufiger von Demenz betroffen sind als Männer (weitere Informationen auch im Gesundheitsbericht zur seelischen Gesundheit im Kreis Lippe und im Pflege- und Sozialbericht der Quartiersentwicklung Kreis Lippe).

Im
Vergleich zum Jahr 2015 zeigt sich, dass die Behandlungsprävalenz
sowohl für die Altersgruppe 65 bis 84 Jahre als auch für diejenigen, die
85 Jahre und älter sind, abgenommen haben. Dies gilt insbesondere für
Frauen, die 85 Jahre oder älter sind. Im Jahr 2015 wurden noch 21,6% der
hochbetagten Frauen aufgrund einer Demenz behandelt. Sieben Jahre
später waren es noch 19,4%. Die einzige Ausnahme stellen hochbetagte
Männer ab 85 Jahren dar. Hier stieg die Prävalenz von 13,1% auf 16,1%
(s. Abbildung 13).
Diese Entwicklung zeigt sich auch, wenn man
die Fallzahlen von Menschen mit Demenz im zeitlichen Verlauf betrachtet.
Bis 2016 gab es eine Zunahme von Erkrankungsfällen, die seitdem jedoch
rückläufig ist (vgl. Abbildung 14). Lediglich die rohe Prävalenz ist
2023 leicht angestiegen, was wahrscheinlich an der Altersstruktur liegt,
denn die absoluten Zahlen sinken weiterhin. Während sich die Zunahme
der Fallzahlen bis 2016 mit der demografischen Entwicklung der
Bevölkerung erklären lässt, erscheint der rückläufige Trend der
Erkrankungszahlen seit 2016 im Widerspruch zu dem steigenden Anteil
älterer Menschen in der Bevölkerung zu stehen. Der Anteil von Personen
ab 80 Jahren hat im gesamten Kreis Lippe von 2016 bis 2024 um +11,1%
zugenommen. Im selben Zeitfenster ist die rohe Behandlungsprävalenz von
Demenz um -14,1% gesunken, die altersstandardisierte Prävalenz sogar um
-20,6%.
Mit diesem Trend ist Lippe kein Einzelfall, die rückläufigen Fallzahlen von Demenz zeichnen sich nicht nur deutschlandweit, sondern weltweit in den Industrieländern ab (Prince et al., 2016; Roehr et al., 2018). Dies wird besonders deutlich, wenn man die Behandlungsfälle je 100.000 Einwohner*innen aus den Jahren 2015 und 2024 je Altersgruppe und Geschlecht betrachtet (s. Abbildung 12 und 13). In der Altersgruppe 0-64 Jahre ist der Unterschied zwischen den Jahren noch nicht deutlich erkennbar. Bei den 65 bis 84-jährigen Männern beträgt die Differenz zum Jahr 2015 ca. 1.000 Personen je 100.000 Einwohner*innen. Demgegenüber stehen 1.500 Frauen je 100.000 Einwohner*innen. In der Altersgruppe ab 85 Jahren wird die Differenz noch größer. Im Jahr 2015 wurden ca. 2.000 Männer je 100.000 Einwohner*innen mehr behandelt als im Jahr 2024. Für die Frauen beträgt die Jahresdifferenz zwischen 2015 und 2024 sogar ca. 5.500 Personen je 100.000 Einwohner*innen. Die rohe Behandlungs-prävalenz von NRW liegt in allen Jahren leicht unterhalb der Behandlungsprävalenz von Lippe. Dies wird vermutlich an dem hohen Altenquotienten im Kreis Lippe liegen. Um dies zu prüfen, müssten die altersstandardisierten Behandlungsprävalenzen verglichen werden, die für NRW nicht vorliegen.


Die Daten zur Krankheitshäufigkeit von Demenz im Gesundheitsatlas des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) bestätigen den aktuell rückläufigen Trend von Demenz (WIdO, 2023). Aufgrund der stark alternden Bevölkerungsentwicklung in Deutschland geht das RKI jedoch davon aus, dass auf lange Sicht mit einer enormen Zunahme von Demenzerkrankten zu rechnen ist, insbesondere aufgrund der geburten-starken Baby-Boomer-Kohorten, die in den nächsten Jahren das Alter mit hoher Demenzprävalenz erreichen werden (Rommel et al. 2025).
Während die Abbildung 14 die Entwicklung der rohen und altersstandardisierten Prävalenzen in Lippe darstellt, zeigen die Abbildungen 15 bis 17 die zeitliche Entwicklung der altersstandardisierten Prävalenz der einzelnen Kommunen, gruppiert nach geografischer Lage. Dabei zeichnet sich insgesamt der rückläufige Trend der Behandlungsprävalenzen ab, es zeigen sich aber auch Unterschiede zwischen den Kommunen.

Über den gesamten Zeitraum weisen Augustdorf, Barntrup und Extertal die
niedrigsten Behandlungsprävalenzen auf. Während in den nördlichen
Kommunen die Prävalenz bereits überwiegend ab dem Jahr 2015 rückläufig
ist, verzeichnen Detmold, Schlangen, Blomberg, Horn-Bad Meinberg,
Augustdorf und Oerlinghausen bis 2017 noch steigende Behandlungsraten.
In Bad Salzuflen ist die Behandlungsprävalenz im Zeitraum 2015-2024
ähnlich hoch geblieben und lediglich um -7,5% gesunken. Die
Behandlungsprävalenz sank am stärksten in der Stadt Oerlinghausen
(2015-2024: -44,7%), gefolgt von der Gemeinde Kalletal mit einer Abnahme
von -38,4%. Besonders auffällig ist der Anstieg im Jahr 2023 in der
Gemeinde Dörentrup um +55,5% im Vergleich zum Vorjahr. Hierbei handelt
es sich wahrscheinlich um einen statistischen Ausreißer, da auch in
Dörentrup insgesamt ein rückläufiger Trend zu beobachten ist.



Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel ansteigt. Beim Typ-2-Diabetes wird das Insulin, das für die Regulierung des Blutzuckers verantwortlich ist, von den Körperzellen immer schlechter aufgenommen und verwertet.

Der überwiegende Teil der Diabeteserkrankungen wird in zwei Typen unterschieden, Typ 1 und Typ 2. Während beim Typ-1-Diabetes kein Insulin vom Körper produziert wird und dadurch eine Insulingabe zwingend erforderlich ist, kann der Körper beim Typ-2-Diabetes das produzierte Insulin nicht ausreichend nutzen. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) über 90% der Diabetiker*innen von einem Typ-2-Diabtes betroffen, der überwiegend im mittleren oder höherem Erwachsenenalter auftritt (RKI GBE, 2025). Die folgenden Daten schließen die ICD-Kodierungen „E10.-“ bis „E14.-“ ein und beschränken sich auf den Typ-2-Diabetes.
Die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz für Typ-2-Diabetes lag im Jahr 2024 im Kreis Lippe bei 5,1% (s. Abbildung 18). Es fällt auf, dass insbesondere in den ländlichen Regionen, die nördlich gelegen sind, die Prävalenz höher war als im übrigen Kreisgebiet.
Dies betrifft vor allem Dörentrup (5,7%), Extertal (5,5%) und Kalletal (5,4%). In Augustdorf, das südwestlich gelegen ist, wurden im Jahr 2024 sogar 6,1% aufgrund eines Typ-2-Diabetes behandelt. Von den bevölkerungsreichsten Städten des Kreises lagen Lemgo mit 5,5% und Blomberg mit 5,3% deutlich über dem Kreisdurchschnitt, die Stadt Lage (5,2%) nur knapp darüber. Die Prävalenzen in den Kurorten bzw. kurortnahen Kommunen sowie der Stadt Detmold lagen unterhalb des Kreisdurchschnitts. Dies könnte dafür sprechen, dass Menschen in diesen Ortschaften einen gesünderen Lebensstil haben.
Die Betrachtung der Behandlungsfälle nach Alter bestätigt, dass Typ-2-Diabetes im mittleren und höheren Erwachsenenalter auftritt Vereinzelte Fälle (n=1.066) gab es in der Altersgruppe 0-44 Jahre (s. Abbildung 19). Ab einem Alter von 45 Jahren stiegen die Fallzahlen an (n=7.547) und erreichten den Höhepunkt in der Altersgruppe 65-84 Jahre mit 12.835 Erkrankungen. Ab einem Alter von 85 Jahren dominierten die Frauen (n=2.202) gegenüber den Männern (n=1.310), was auf die höhere Lebenserwartung der Frauen zurückzuführen ist. Wenn die Fallzahlen ins Verhältnis zu der Gesamtbevölkerung gesetzt werden, nahm die Häufigkeit mit steigendem Alter stetig zu und wies die höchste Prävalenz in der Altersgruppe ab 85 Jahre für beide Geschlechter (Männer: 27,4%, Frauen: 24,9%) auf (s. Abbildung 20). Da Typ-2-Diabetes maßgeblich durch den Lebensstil beeinflussbar ist, und es bekannt ist, dass Frauen gesundheitsbewusster leben als Männer, ist es nicht überraschend, dass Männer häufiger von Typ-2-Diabetes betroffen sind als Frauen (RKI GBE, 2023).
Im zeitlichen Verlauf sind keine großen Auffälligkeiten erkennbar. Von 2015 bis 2024 stieg die rohe Behandlungsprävalenz um +3,2%, die altersstandardisierte um +4,2% (vgl. Abbildung 22). Die Zunahme lässt sich zum einen durch die Alterung der Gesellschaft zum anderen aber auch durch verbesserte Behandlungsmöglichkeiten von Typ-2-Diabetes begründen, wodurch es zu weniger vorzeitigen Sterbefällen kommt (RKI GBE, 2025). Dies zeigt sich ebenfalls, wenn man die altersspezifischen Behandlungsraten der Jahre 2015 und 2024 direkt miteinander vergleicht (s. Abbildung 20 und 21).
In allen Altersgruppen gab es für beide Geschlechter leichte Zunahmen, insbesondere die Rate in der Altersgruppe ab 85 Jahre. Bei Männern stieg die Rate von 18,4% auf 27,4% bei Frauen von 19,6% auf 24,9%. Insbesondere bei den älteren Personen ist davon auszugehen, dass diese Patient*innen bereits bekannt waren und 2024 in einer anderen Altersgruppe erfasst wurden. Eine Zunahme war auch bei jüngeren Personen zu beobachten, sowohl in der Altersgruppe 0-44 Jahre als auch in der Altersgruppe 45-64 Jahre. Laut der AOK Hessen hat sich die Zahl der jungen Betroffenen von 2011 bis 2024 verdoppelt. Dies sei besorgniserregend, da Typ-2-Diabetes eine Erkrankung ist, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt (AOK Hessen, 2024). Auch die Nationale Diabetes-Surveillance am RKI (2025) bestätigt diesen Trend.
Die Abbildung 22 stellt die Entwicklung der rohen und altersstandardisierten Prävalenzen im Zeitverlauf von 2015 bis 2024 in Lippe dar. Die Abbildungen 23-25 zeigen die zeitliche Entwicklung der altersstandardisierten Prävalenz der einzelnen Kommunen, gruppiert nach geografischer Lage.
Auch in den einzelnen Kommunen sind keine großen Auffälligkeiten zwischen 2015-2024 zu erkennen. In den meisten Kommunen ist ein leicht steigender Trend von Typ-2-Diabetes ersichtlich. Schlangen (+0,8 Prozentpunkte) und Extertal (+0,7 Prozentpunkte) wiesen den höchsten Zuwachs im Beobachtungszeitraum auf. Die Gemeinde Augustdorf stach jedoch mit einer konstant hohen Prävalenz (durchschnittliche Prävalenz: 6,1%) heraus. Einen leicht rückläufigen Trend wiesen lediglich Horn-Bad Meinberg (-0,4 Prozentpunkte) und Oerlinghausen (-0,1 Prozentpunkte) auf.
Von Hypertonie spricht man, wenn der Blutdruck in den arteriellen (vom Herzen wegführenden) Gefäßen dauerhaft erhöht ist. Dies ist der Fall, wenn der systolische Wert >/=140mmHg und/oder der diastolische Wert >/=90mmHg beträgt. Der systolische Wert entspricht dem Druck, wenn der Herzmuskel sich maximal anspannt und das Blut in den Körper pumpt. Der diastolische Wert dagegen gibt den Druck an, wenn der Herzmuskel entspannt ist.

Die im nachfolgenden betrachtete Hypertonie basiert auf dem ICD-10-Code „I10“. Laut der Global Burden of Disease (GBD) Studie von 2021 sind ca. 10,9 Millionen Menschen aufgrund von Bluthochdruck gestorben. Da Hypertonie ein Hauptrisikofaktor sowohl für kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Schlaganfall, als auch Niereninsuffizienz ist, stellt sie eine der wichtigsten behandelbaren Risikofaktoren dar (He et al., 2025; RKI, 2023a). 75% der behandelten Personen in Deutschland erzielen durch eine Therapie normale Blutdruckwerte (Hochdruckliga, 2024).
Im Kreis Lippe lag die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz für Hypertonie im Jahr 2024 bei 18,1% (s. Abbildung 26). Die meisten Kommunen lagen oberhalb des Kreisdurchschnitts. Dabei wiesen Schieder-Schwalenberg (20,9%), Augustdorf (20,6%), Horn-Bad Meinberg (20,6%) und Lügde (20,4%) die höchsten Prävalenzen auf. In Oerlinghausen wurden demgegenüber nur 15,3% mit Bluthochdruck behandelt.
Betrachtet man die regionale Verteilung von stark betroffenen und weniger stark betroffenen Kommunen sind keine regionalen Auffälligkeiten festzustellen. Die Kommunen mit höheren als auch niedrigeren Prävalenzen verteilen sich über das gesamte Kreisgebiet.
Bei der Betrachtung der Alters- und Geschlechtsverteilung fällt auf, dass das Risiko an einem erhöhten Blutdruck zu leiden mit dem Alter zunimmt (vgl. Abbildung 27 und 28). Waren in der Altersgruppe 25-44 Jahre noch 7,2% (n=2.937) der Männer und 5,4% (n=2.128) der Frauen betroffen, waren es in der Altersgruppe 45-64 Jahre fast fünfmal so viele Männer und siebenmal so viele Frauen. Zu der nächsten Altersgruppe (65-84 Jahren) hat sich die Prävalenz noch einmal nahezu verdoppelt, sodass bei 54,5% (n=16.963) der Männer und 57,1% (n=21.095) der Frauen Bluthochdruck diagnostiziert wurde. Bei den Hochbetagten ab 85 Jahre waren 7.287 Frauen und 3.656 Männer von Bluthochdruck betroffen. Ab 65 Jahren wurden mehr Frauen als Männer aufgrund von Bluthochdruck behandelt. Dies hängt mit der höheren Lebenserwartung der Frauen zusammen, da hier die rohe Behandlungsrate abgebildet ist. In den übrigen Altersgruppen litten aber Männer häufiger als Frauen an Hypertonie. Vermutlich liegt hier der gesündere Lebensstil von Frauen zugrunde und dabei maßgeblich das Rauchverhalten (rauchende Männer: 16,4%; rauchende Frauen: 12,7%; Olderbak et al., 2025) (RKI, 2023). Zudem hat das Hormon Östrogen einen protektiven Einfluss auf das kardiovaskuläre System (Sudano et al., 2023).
Aufgrund des demografischen Wandels sowie der höheren Lebenserwartung
ist es nicht überraschend, dass in der Altersgruppe ab 85 Jahren die
Prävalenzen im Betrachtungszeitraum gestiegen sind (Männer: +50,5%,
Frauen: +22,4%) (s. Abbildung 29).
Im zeitlichen Verlauf sind die Prävalenzen stabil geblieben und es gibt keine nennenswerten Veränderungen (s. Abbildung 30). Zwar konnte in den letzten Jahren in Ländern mit hohem Einkommen, zu denen Deutschland zählt, ein rückläufiger Trend der Hypertonie Prävalenz beobachtet werden (Mills et al., 2024). Dennoch ist fast jeder Dritte in Deutschland von Bluthochdruck betroffen (Epidemiologisches Bulletin, 2015; WIdO, 2023a).
Auch in den einzelnen Kommunen des Kreises Lippe sind im Zeitraum 2015-2024 die Behandlungsraten stabil geblieben (s. Abbildung 31-33). Der Anteil der Betroffenen beläuft sich im Jahr 2024 zwischen 15,3% in Oerlinghausen und 20,9% in Schieder-Schwalenberg. Lediglich in Dörentrup kam es zu einem erkennbaren rückläufigen Trend. 2015 wurde bei 20,4% der Menschen eine Hypertonie diagnostiziert. Bis 2021 nahm die Prävalenz um –20% ab, sodass der Anteil der Betroffenen 16,8% betrug. In den Folgejahren kam es wieder zu vermehrten Diagnosestellungen (2022: 17,7%; 2023: 17,6%; 2024: 17%). Damit weist Dörentrup aber immer noch eine der geringsten Prävalenzen im Kreisgebiet auf.
Rückenschmerzen treten im Bereich der Wirbelsäule auf und entstehen oft durch muskuläre Verspannungen, Fehlstellungen oder Erkrankungen der Wirbelsäule. Je nach Dauer der Beschwerden wird zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen unterschieden. Im Bereich der Lendenwirbelsäule spricht man häufig von Kreuz- statt Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen (ICD-Code: M54) belegen laut den Krankenkassen Platz 1 der häufigsten Diagnosen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Deutschland. Knapp ein Viertel (25%) lässt sich jährlich aufgrund dieser Schmerzerkrankung behandeln (Krankenkassen Deutschland, 2025). Im Kreis Lippe betrug die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz im Jahr 2024 9,8% (s. Abbildung 35). Am häufigsten haben sich die Menschen in Horn-Bad Meinberg (12,6%) aufgrund von Rückenschmerzen behandeln lassen. Gefolgt von Barntrup (12,3%) und Lügde (11,5%). Es fällt auf, dass Städte mit hohen Einwohnerzahlen über dem Kreisdurchschnitt liegen. Möglicherweise wird dies durch die Bürojob-Dichte in größeren Städten beeinflusst. Laut der Studie der Techniker Krankenkasse „Beweg dich, Deutschland!“ (2022) nimmt die Tätigkeit im Sitzen mit steigender Einwohner*innenzahl zu. Auch scheint das Home-Office zunehmend von Bedeutung zu sein. 46% aller Befragten gaben an, dass sie immerhin ab und zu von zuhause arbeiten. Etwa die Hälfte davon bewegt sich im Home-Office weniger als im Büro. Die Stadt Lage ist die viertgrößte Stadt im Kreis Lippe und lag mit 9,1% als einzige größere Stadt unterhalb des Kreisdurchschnitts.
Frauen waren in allen Altersgruppen häufiger von Rückenschmerzen betroffen als Männer (vgl. Abbildung 34). Bei den 0 bis 24-Jährigen waren Rückenschmerzen noch äußerst selten und der Geschlechtsunterschied gering (Männer n=397, Frauen n= 441). Auch in der Altersgruppe der 25 bis 44-Jährigen waren Männer (n=2.787) und Frauen (n=3.235) noch gleichermaßen betroffen. Jedoch hat der Anteil der Betroffenen im Vergleich zu den jüngeren Personen stark zugenommen. Ab 45 Jahren ist ein deutlicher Geschlechtsunterschied erkennbar. Die Behandlungsprävalenz der Frauen betrug nun 18,6% (n=9.281). Demgegenüber stehen Männer mit 12,9% (n=6.196). Auch in den Altersgruppen 65-84 Jahre und ab 85 Jahren spiegelt sich ein Geschlechtsunterschied wider und der Anteil der Betroffenen stieg weiter an. Zwischen 64 und 84 Jahren waren 15,1% der Männer (n=4.694) und 21,1% der Frauen (n=7.792) von Rückenschmerzen betroffen. Danach stieg die Prävalenz für die hochbetagten Männer auf 18,5% und für die hochbetagten Frauen auf 22,6% (s. Abbildung 36).
Im Vergleich zum Jahr 2015 fällt auf, dass jüngere Personen im Jahr 2024 seltener aufgrund von Rückenschmerzen behandelt wurden. Insbesondere bei Frauen zwischen 25 und 44 Jahren sank die Prävalenz um -1 Prozentpunkt. In den höheren Altersgruppen haben die Diagnosen zugenommen (vgl. Abbildung 37).
Im zeitlichen Verlauf gab es seit 2015 keine großen Veränderungen (s. Abbildung 38). Lediglich das Jahr 2021 weist einen kleinen Peak auf. Mutmaßlich ist dafür die Corona-Pandemie verantwortlich. Laut der Studie der Techniker Krankenkasse „Beweg dich, Deutschland!“ (2022) hat sich mehr als ein Viertel der Deutschen während der Pandemie weniger bewegt als zuvor. Dies betraf vor allem die Altersgruppe 18-39 Jahre (30%) sowie Menschen ab 60 Jahren (29%). Von den Personen zwischen 40 und 59 Jahren bewegten sich während der Pandemie nur 19% weniger.
Die Abbildungen 39-41 zeigen die zeitlichen Verläufe der Behandlungshäufigkeiten von Rückenschmerzen in den einzelnen Kommunen, die nach geografischer Lage gruppiert sind. In den meisten Kommunen hat sich die Behandlungshäufigkeit von Rückenschmerzen in dem Zeitraum 2015 bis 2024 nicht wesentlich geändert. Dennoch gibt es einige Unterschiede, die im Folgenden näher betrachtet werden. In der Stadt Lügde kam es von 2015 bis 2024 zu einem Anstieg der Prävalenz von +27,8%. Auch die Stadt Lage verzeichnete im selben Zeitraum einen Zuwachs von +22,2%.
Dörentrup verzeichnete den deutlichsten rückläufigen Trend (-19,7%), gefolgt von Barntrup (-17,8%) und Kalletal (-9,5%). Besonders auffällig ist der Knick in der Barntruper Kurve von 2022 auf 2023. Innerhalb eines Jahres sank die Prävalenz um -26,3%. Dennoch werden in Barntrup weiterhin nach Horn-Bad Meinberg (12,6%) die meisten Personen aufgrund von Rückenschmerzen behandelt (12,3%). In den übrigen Kommunen stieg oder sank die Prävalenz im einstelligen Prozentbereich.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist durch eine dauerhafte Schädigung der Lunge gekennzeichnet, bei der die Atemwege verengt sind. Bereits alltägliche Dinge wie Treppensteigen oder ein Spaziergang können zu Atemnot führen. Weitere Symptome sind täglicher Husten über längere Zeit und Auswurf (Schleim).

Die nachfolgenden Daten umfassen die ICD-Kodierung „J44“, welche die COPD mit ihren Unterformen einschließt.
Die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz im Kreis Lippe lag im Jahr 2024 bei 2,5% (vgl. Abbildung 42). Die meisten Kommunen lagen oberhalb des Kreisdurchschnitts oder nur sehr knapp darunter. In der Stadt Lemgo wurden mit einer Behandlungsprävalenz von 3,5% sogar deutlich mehr COPD-Erkrankungen diagnostiziert als im übrigen Kreisgebiet. Die westlichen Kommunen Leopoldshöhe (1,6%), Schlangen (1,6%) und Oerlinghausen (1,7%) wiesen Behandlungsprävalenzen deutlich unterhalb des Kreisdurchschnitts auf. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und der Gesundheitsberichterstattung des RKI leiden Menschen aus Nordrhein-Westfalen häufiger an COPD als im Bundesdurchschnitt (RKI GBE, 2024; WIdO, 2021). Zieht man Ostwestfalen-Lippe als Vergleich heran, belegt der Kreis Lippe Platz 3 der höchsten COPD-Prävalenz (KV Nordrhein und Westfalen-Lippe, 2024). Die Prognosen gehen davon aus, dass erst 2050 der Gipfel der COPD-Prävalenz in Deutschland erreicht ist (Verband pneumologischer Kliniken e.V., 2025).
Insgesamt wurden im Jahr 2024 im Kreis Lippe 11.208 Personen aufgrund einer COPD-Erkrankung behandelt. Dabei ist das Geschlechtsverhältnis ausgeglichen (50,9% Männer, 49,1% Frauen). Die Anzahl der Erkrankungen nahm mit steigendem Alter zu. In der Altersgruppe 0-44 Jahre wurden 513 Männer und 420 Frauen mit COPD behandelt. In der Altersgruppe 45-64 Jahre waren es bereits 1.761 Männer und 1.607 Frauen gewesen. Die meisten Erkrankungen traten jedoch in der Altersgruppe 65-84 Jahre auf (2.883 Männer, 2.739 Frauen). Ab einem Alter von 85 Jahren verringerte sich die Anzahl der Behandlungen wieder (548 Männer, 737 Frauen) (s. Abbildung 43). Aufgrund der starken Schädigung der Lunge in diesem Alter, kann davon ausgegangen werden, dass viele COPD-Patient*innen vor dem 85. Lebensjahr versterben. In dieser Altersgruppe gab es mehr Frauen mit COPD als Männer. Dies lässt einen Zusammenhang mit der generell höheren Lebenserwartung von Frauen vermuten.
Um die Daten für eine Gesundheitsplanung nutzen zu können, werden die Behandlungsraten betrachtet (Abbildung 44 und 45). Während bis zum 44. Lebensjahr die Prävalenzen sowohl für Männer als auch für Frauen <1% betrugen, waren in der Altersgruppe 45-64Jahre bereits 3,7% der Männer und 3,2% der Frauen an COPD erkrankt. Ab 65 Jahren verdoppelten sich die Erkrankungsraten für beide Geschlechter (Männer: 9,3%, Frauen: 7,4%). Die höchste Prävalenz wiesen Personen ab 85 Jahren auf (Männer: 11,5%, Frauen: 8,3%). Im Vergleich zum Jahr 2015 sind die Prävalenzen stabil geblieben. Lediglich in der Altersgruppe ab 85 Jahren nahmen die Prävalenzen der Männer leicht zu. Die deutlich höhere Prävalenz im höheren Alter lässt sich teilweise mit einer generellen Abnahme der Lungenfunktion erklären. Dass mehr Männer von einer COPD betroffen sind als Frauen hängt mit dem unterschiedlichen Rauchverhalten zusammen. In den vergangenen Jahren war der Anteil der rauchenden Männer (16,4%) stets höher als der der Frauen (12,77%) (Olderbak et al., 2025). Grundsätzlich ist die Raucherquote seit den 1980er Jahren rückläufig und insbesondere bei den Jugendlichen konnte die Raucherquote erheblich reduziert werden. Im Jahr 2001 rauchten noch 27,5% der Jugendlichen, im Jahr 2023 nur noch 6,8% (Orth et al., 2025). Ein weiterer Erklärungsansatz für den Geschlechtsgradienten stellt die berufliche Exposition gegenüber Luftschadstoffen dar, welche bei Männern ausgeprägter ist als bei Frauen (Akmatov et al., 2019).
Der positiv zu bewertende rückläufige Trend der Raucherquote spiegelt sich nicht im Zeitverlauf der Behandlungsprävalenz von COPD wider (s. Abbildung 46). Hier sind keine nennenswerten Veränderungen zu beobachten. Die sinkende Prävalenz in den Jahren 2020-2022 lässt sich vermutlich aufgrund der COVID-19-Pandemie erklären. Da COPD-Patient*innen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer COVID-19-Infektion haben, sind Ängste vor einer Infektion und eine dadurch eingeschränkte Nutzung von Gesundheitseinrichtungen bei der Interpretation zu berücksichtigen (Grätzel und Grätz, 2021; Ehrentreich et al., 2023; Bräunlich, 2022). Vom Ausgangsjahr 2015 zum Jahr 2024 nahm die rohe Behandlungsprävalenz lediglich um -4,1% ab. Geht man von einer bereinigten Alters- und Geschlechtsstruktur aus, sank die Behandlungsprävalenz um -3,8%.
In den einzelnen Kommunen gibt es überwiegend nur leichte Schwankungen zu beobachten (s. Abbildung 47-49). Die größte Abnahme der Prävalenz weist die Gemeinde Augustdorf auf, die im Jahr 2015 noch eine Prävalenz von 3,1% hatte und 2024 lediglich 2,4% verzeichnete (s. Abbildung 49). Damit sank die Prävalenz in Augustdorf um -24,1%. Gefolgt von Schlangen (-16,1%), Bad Salzuflen (-15%) und Lügde (-11,4%). In den übrigen Kommunen lag der rückläufige Trend im einstelligen Bereich. Zwar sank die Behandlungsprävalenz in Kalletal von 2022 zu 2024 um -34,9%, im gesamten Betrachtungszeitraum gab es allerdings eine Zunahme um +17,7%. Damit sticht Kalletal als einzige Kommune deutlich hervor. Leichte Zunahmen gab es ebenfalls in Oerlinghausen (+10,4%), Lage (+9,9%), Extertal (+7,3%), Lemgo (+3,3%) und Horn-Bad Meinberg (+1,5%). Diese sind in den Abbildungen 47-49 dargestellt, lassen jedoch keinen eindeutigen Trend erkennen. In den Gemeinden Schieder-Schwalenberg (2,7%) und Extertal (2,5%) sowie der Stadt Lage (2,5%) wurden 2024 mehr Menschen als in den Jahren zuvor aufgrund einer COPD behandelt. Hier gilt es in den kommenden Jahren zu prüfen, ob es sich um eine statistische Schwankung oder eine tatsächliche Zunahme der Erkrankungsfälle handelt. Die Stadt Lemgo ist die einzige Ortschaft, die seit Jahren eine Prävalenz um 3,5% verzeichnet.
Es ist bekannt, dass deutschlandweit Großstadtbewohner*innen und Menschen aus dicht besiedelten Städten häufiger von COPD betroffen sind als Menschen aus ländlichen Regionen (WIdO, 2021). Hier wird vermutet, dass die Luftverschmutzung einen wesentlichen Einfluss hat. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass in Lemgo die Luftqualität wesentlich schlechter ist als in den übrigen Kommunen. Gegen diese These spricht ebenso die Datenlage aus Detmold. Hier erkranken im Durchschnitt 2,4% der Menschen und seit 2018 ist ein rückläufiger Trend zu beobachten (vgl. Abbildung 48).
Bei ischämischen Herzerkrankungen handelt es sich um eine Gruppe von chronischen Erkrankungen bei denen es durch Verengung (Angina pectoris) oder Verschluss (Herzinfarkt) der Blutgefäße zu einer Mangeldurchblutung (Ischämie) des Herzens kommt.


Die nachfolgenden Daten zu ischämischen Herzerkrankungen schließen die ICD-Kodierungen „I20-I25“ ein. Diese beinhalten die Angina pectoris, den Herzinfarkt sowie chronische ischämische Herzerkrankungen. Neben genetisch bedingten Gefäßschäden, ist ein ungesunder Lebensstil für die Schädigung der Blutgefäße verantwortlich. Mittelfristig kommt es zu Ablagerungen an den Blutgefäßwänden, sodass diese verengen. Betrifft dies die Herzkranzgefäße, wird der Herzmuskel unzureichend mit Sauerstoff versorgt, was wiederum zu Schmerzen im Brustkorb führt. Man spricht dann von Angina pectoris. Verschließen sich ein oder mehrere Herzkranzgefäße vollständig spricht man vom Herzinfarkt. Wenn im Folgenden von Herzkrankheiten gesprochen wird, sind damit ausschließlich die ischämischen Herzerkrankungen gemeint.
Im Kreis Lippe lag die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz für ischämische Herzerkrankungen im Jahr 2024 bei 2,9% (s. Abbildung 50) Die Anzahl der Kommunen, in denen sowohl mehr als auch weniger Herzerkrankungen behandelt wurden, ist gleich hoch. Dabei lassen sich keine regionalen Auffälligkeiten feststellen. Die Kommunen mit höheren als auch mit niedrigeren Prävalenzen verteilen sich über das gesamte Kreisgebiet. Besonders häufig wurden Herzkrankheiten in Bad Salzuflen (3,3%), Schieder-Schwalenberg (3,3%) und Lügde (3,2%) behandelt. Die Kommunen Extertal, Schlangen, Augustdorf und Lemgo verzeichneten je 3%. Blomberg, Detmold und Leopoldshöhe wiesen mit je 2,6% eine niedrigere Prävalenz auf. Auch in Horn-Bad Meinberg und Oerlinghausen (je 2,8%) lag die Behandlungsprävalenz unterhalb des Kreisdurchschnitts.
Zwar verlieren die Blutgefäße über die Jahre an Elastizität, sodass mit höherem Alter das Risiko einer Herzerkrankung zunimmt. Dennoch handelt es sich bei ischämischen Herzerkrankungen um Krankheiten, die auch durch den Lebensstil beeinflusst werden. In der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA 2019/2020-EHIS) wurde erneut festgestellt, dass Frauen häufiger einen gesundheitsförderlichen Lebensstil aufweisen als Männer. Mit zunehmendem Alter ist insbesondere der Anteil derjenigen, die die Empfehlung der WHO zur Ausdaueraktivität (150 Minuten pro Woche) oder ein Körpergewicht im Normalbereich haben, geringer (Richter et al., 2021). Dies wird deutlich, wenn man die Alters- und Geschlechtsverteilung betrachtet.
Mit vereinzelten Ausnahmen in der Altersgruppe 0-44 Jahre, traten ischämische Herzerkrankungen erst ab einem Alter von 45 Jahren auf und dies dreimal so häufig bei Männern (n= 2.564) als bei Frauen (n=888). Ab 65 Jahren nahmen die Herzerkrankungen auch bei den Frauen (n=3.060) zu (s. Abbildung 51). Die Prävalenz bei Männern in den Altersgruppen 65-84 Jahren (19,4%) und ab 85 Jahren (37,4%) war aber immer noch doppelt so hoch im Vergleich zu den Frauen (65-84J: 8,3%, ab 85J: 18,8%) (s. Abbildung 52). Neben der Erkenntnis, dass Frauen im Vergleich zu Männern eine höhere Ejektionsfraktion (Wert, der angibt wie gut das Herz Blut in den Körper pumpt) aufweisen, wird angenommen, dass die geringere Prävalenz bei Frauen auf einen möglichen protektiven Effekt des weiblichen Hormons Östrogen zurückzuführen ist. Der Rückgang des körpereigenen Östrogenspiegels in der Lebensmitte scheint den altersbedingten Anstieg des kardiovaskulären Risikos bei postmenopausalen im Vergleich zu prämenopausalen Frauen zu verstärken (Merz und Cheng, 2016).
Im Vergleich zum Jahr 2015 ist auffällig, dass ab einem Alter von 65
Jahren die Prävalenzen für Männer zugenommen (+1,7 Prozentpunkte) haben,
während die der Frauen abgenommen haben (-2,2 Prozentpunkte). Bei den
hochbetagten Personen ab 85 Jahren ist die Differenz der Prävalenzen
zwischen 2015 und 2024 für beide Geschlechter noch deutlicher. Männer
verzeichneten einen Anstieg um +9 Prozentpunkte, Frauen dagegen eine
Abnahme um -3,4 Prozentpunkte (vgl. Abbildung 53).
Im zeitlichen Verlauf ist sowohl für die rohe als auch für die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz ein rückläufiger Trend erkennbar (vgl. Abbildung 54). „Die Prävalenz einer Erkrankung kann sinken, wenn die Neuerkrankungen und/oder die Krankheitsdauer abnehmen. Die Krankheitsdauer kann sich beispielsweise verringern, wenn die Sterblichkeit der Erkrankung zunimmt oder eine bessere Therapie vorliegt.“ (Dreier et al., 2012). Aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft im Kreis Lippe ist davon auszugehen, dass eher bessere Therapiemöglichkeiten als eine geringere Anzahl von Neuerkrankungen für den rückläufigen Trend verantwortlich sind. Ob eine steigende Mortalität ebenfalls eine Rolle spielt, muss anhand der Todesursachenstatistik geprüft werden. In Deutschland zeigt sich zumindest seit zwei Jahrzehnten eine rückläufige Mortalitätsrate der ischämischen Herzerkrankungen. Es wird davon ausgegangen, dass dem ein zunehmend gesundheitsförderliches Verhalten, vor allem die Reduktion der Raucherquote sowie eine leitliniengerechte Behandlung von Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen zugrunde liegen (Holstiege et al., 2020).
Der rückläufige Trend spiegelt sich auch in den einzelnen Kommunen wider, der in den Abbildungen 55-57 dargestellt ist. Besonders deutlich ist der Rückgang der Diagnosestellungen in Extertal (-22,8%), Schlangen (-17,5%), Horn-Bad Meinberg (-16,1%) und Bad Salzuflen (-15,7%) zu erkennen. Die Kommunen wiesen kaum Gemeinsamkeiten auf, die eine ähnliche Entwicklung des Trends erklären würden. Die Gemeinden Extertal und Schlangen sind ländlich geprägt und liegen im Norden und Süden des Kreises Lippe. Horn-Bad Meinberg und Bad Salzuflen dagegen sind Kurstädte und ebenfalls im Norden wie im Süden gelegen. In den übrigen Kommunen setzte sich der rückläufige Trend fort. Lediglich in der Stadt Oerlinghausen war die Prävalenz von 2015-2024 um +1,7% gestiegen, was auf kleine statistische Schwankungen zurückzuführen sein dürfte. Generell sind die Zahlen in Oerlinghausen stabil.
Depression ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die durch anhaltende Niedergeschlagenheit bzw. Traurigkeit charakterisiert ist. Die Beeinträchtigung der Gefühlslage äußert sich häufig durch Interessensverlust und Antriebslosigkeit.


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Häufig verlaufen Depressionen in Phasen, was bedeutet, dass die
Betroffenen Zeiten mit Depression gefolgt von symptomfreien Zeiten
durchleben. Die episodischen Verläufe werden in eine Einzelepisode
(ICD-10: F32.-) und eine wiederkehrende rezidivierende Depression
(ICD-10: F33.-) unterschieden.
Im Kreis Lippe lag die altersstandardisierte Behandlungsprävalenz im Jahr 2024 bei 7,8% (s. Abbildung 58). Damit hat die Prävalenz im Kreis Lippe zwar einen neuen Höchststand erreicht, liegt aber dennoch unterhalb der Prävalenzen in Nordrhein-Westfalen (2022: 13,3%) und Deutschland (2022: 12,5%) (AOK, 2024; Deutsches Ärzteblatt, 2024). Die niedrigsten Prävalenzen verzeichnet der Westen des Kreises. Im Norden, Osten und Süden des Kreises wurde im Jahr 2024 häufiger eine Depression diagnostiziert als im Westen. Personen, die in Horn-Bad Meinberg leben, waren im Jahr 2024 am häufigsten von einer Depression betroffen (8,7%), gefolgt von Schieder-Schwalenberg (8,6%) und Lemgo (8,4%).
Depression ist eine Erkrankung, die sich durch alle Lebensabschnitte zieht. Abbildung 59 verdeutlicht, dass auch bereits junge Menschen erkranken, insbesondere junge Frauen. Im Jahr 2024 betrug die Behandlungsprävalenz für die Altersgruppe 0-24 Jahre 0,9% (n=464) für Männer und 2,3% (n=994) für Frauen. Das Risiko an einer Depression zu erkranken erhöht sich mit zunehmendem Alter. Während die Behandlungsprävalenz in der Altersgruppe 25-44 Jahre noch 5% (n=2.053) bei Männern und 8,5% (n=3.327) bei Frauen betrug, verdoppelte sich die Prävalenz nahezu in der Altersgruppe 45-64 Jahre (Männer: 8,5%, n=4.093); Frauen: 14,8%, n=7.377). Auch ältere Menschen sind immer häufiger von Depression betroffen. So blieb die Behandlungsprävalenz auch im höheren Alter ähnlich hoch. In der Altersgruppe 65-84 Jahre lag sie bei Männern bei 7,8% (n=2.438) und bei Frauen bei 14,4% (n=5.326). Bei hochbetagten Männern ab 85 Jahre betrug die Behandlungsprävalenz 8,5% (n=408) und bei den Frauen ab 85 Jahren 18,7% (n=1.654). In allen Altersgruppen waren Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer (s. Abbildung 60).
In allen Altersgruppen waren Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer (s. Abbildung 60). Vergleicht man die Daten mit denen aus dem Jahr 2015, wird deutlich, dass es insbesondere bei den Männern in den vergangenen Jahren zu einer Zunahme der Diagnosen gekommen ist (vgl. Abbildung 61 und 62). Die Altersgruppe 25-44 Jahre verzeichnete den höchsten Anstieg von +54,3%, gefolgt von den 0-24 Jährigen (+51,2%) und 65-84 Jährigen (+40%). Auch bei den hochbetagten Männern ab 85 Jahren stieg die Prävalenz von 2015-2024 um +30%. Den geringsten, aber dennoch hohen Zuwachs gab es in der Altersgruppe 45-64 Jahre (+26,4%). Es ist davon auszugehen, dass Männer sensibilisierter für das Thema Depression sind und häufiger professionelle Hilfe in Anspruch nehmen als sie dies vor ein paar Jahren getan haben. Aber auch die Prävalenz im erwerbsfähigen Alter hat bei den Männern deutlich zugenommen. Laut einer forsa-Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse fühlten sich Anfang 2024 56% der Väter mit Kindern unter 18 Jahre häufig stark unter Druck. Im Vergleich dazu waren es 2019 noch 34%. Ein wesentlicher Unterschied hierbei waren die Erziehung und Betreuung der Kinder (2024: 45%, 2019: 33%) sowie die Arbeitsbelastung im Haushalt (2024: 30%, 2019: 16%). Hinzu kommt oft ein Leistungsdruck, verbunden mit einer ständigen Erreichbarkeit, aufgrund derer das Berufs- und Privatleben nicht mehr voneinander getrennt werden können (KKH,2024).
Betrachtet man die Prävalenzen im zeitlichen Verlauf, ist ein steigender Trend zu erkennen, der sowohl mit den Daten aus Nordrhein-Westfalen als auch mit den deutschlandweiten Daten übereinstimmt (vgl. Abbildung 62). Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) stieg die Prävalenz der diagnostizierten Depressionen in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich an (vgl. auch Gesundheitsbericht Seelische Gesundheit im Kreis Lippe, 2024). Dabei nahm der Anteil der jüngeren Menschen (10-14 Jahre) und der älteren Menschen ab 65 Jahre insbesondere in Zeiten der COVID-19-Pandemie zu. Einsamkeit ist ein Risikofaktor für Depression und während der Pandemie waren vor allem junge sowie ältere Menschen allein. Während schon lange bekannt ist, dass ältere Menschen häufig unter Einsamkeit leiden, rückten während der COVID-19-Pandemie zunehmend junge Menschen in den Fokus der Forschung (Thomas, 2022). Laut des Sozioökonomischen Panels (SOEP) war es die Gruppe der unter 30 Jährigen, die am stärksten unter Einsamkeit, Angst und Depressionen während der Pandemie litt (Entringer und Kröger, 2021).
Die Abbildungen 63-65 zeigen die zeitliche Entwicklung der altersstandardisierten Prävalenz der einzelnen Kommunen, gruppiert nach geografischer Lage und in Anlehnung an die Pflegenetzwerke Lippe. Insgesamt ist auch hier ein steigender Trend erkennbar. In den Kommunen Lügde (+52,5%), Kalletal (+43%), Lemgo (+38,9%) und Blomberg (+30,5%) stieg die Behandlungsprävalenz im Beobachtungszeitraum am stärksten. Aber auch in Schieder-Schwalenberg (+28,3%), Lage (+26,1%), Schlangen (+23,1%) und Horn-Bad Meinberg (+22,6%) nahm die Prävalenz um über 20% zu. Lediglich die Stadt Barntrup (-12,5%) und die Gemeinde Dörentrup (-1,9%) verzeichneten über den gesamten Beobachtungszeitraum betrachtet sinkende Prävalenzen. Während in Dörentrup leichte Schwankungen vorlagen, fielen in Barntrup die niedrigen Prävalenzen der Jahre 2023 und 2024 ins Gewicht. Insgesamt wies Barntrup über die Jahre hinweg allerdings die höchste Prävalenz im Kreisvergleich auf (durchschnittliche Prävalenz 2015-2024: 9,4%).
In Deutschland erkranken jedes Jahr über 500.000 Menschen neu an Krebs, mehr als 200.000 sterben daran (Statista, 2025). Krebs macht damit einen erheblichen Anteil an der Krankheitslast der Bevölkerung aus und hat mittlerweile sogar die Belastung durch Herz-Kreislauferkrankungen übertroffen (Hernandez et al., 2021). Die Therapie ist meist langwierig und stellt auch das Gesundheitssystem vor finanzielle Herausforderungen. Daher sind Maßnahmen zur Prävention und Therapie entscheidend, um die Krankheitslast zu reduzieren. Die WHO rechnet mit über 35 Millionen Krebserkrankungen im Jahr 2050, was einer Zunahme um 77%, ausgehend von geschätzten 20 Millionen Krebserkrankungen im Jahr 2022, entspricht (WHO, 2024). Viele Risikofaktoren für eine Krebserkrankung sind bereits erforscht, sodass Präventionsmaßnahmen ergriffen und ausgebaut werden können.
Im nachfolgenden Abschnitten werden die prozentuale Verteilung der Krebsneuerkrankungen sowie Krebssterbefälle im Kreis Lippe für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023 vorgestellt, sowie einige wenige Krebserkrankungen im Detail. Ausführlichere Informationen zum Krebsgeschehen im Kreis Lippe sind im Gesundheitsbericht „Krebsgeschehen im Kreis Lippe“ des Gesundheitsamtes Kreis Lippe (2025) zu finden.
Prozentuale Verteilung der Krebsneuerkrankungen im Kreis Lippe für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023. Ausführlichere Informationen zum Krebsgeschehen im Kreis Lippe sind im Gesundheitsbericht „Krebsgeschehen im Kreis Lippe“ des Gesundheitsamtes Kreis Lippe (2025) zu finden.
Prozentuale Verteilung der Krebssterbefälle im Kreis Lippe für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023. Ausführlichere Informationen zum Krebsgeschehen im Kreis Lippe sind im Gesundheitsbericht „Krebsgeschehen im Kreis Lippe“ des Gesundheitsamtes Kreis Lippe (2025) zu finden.
Im nachfolgenden werden einige Krebserkrankungen detaillierter vorgestellt. Die Erkrankungen wurden anhand der Kriterien Häufigkeit und auffällige Veränderungen im Beobachtungszeitraum ausgewählt.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung als auch die häufigste Todesursache unter allen Krebserkrankungen bei Frauen. Identifizierte Hauptrisikofaktoren sind Alkohol- und Tabakkonsum (Teich et al., 2017). Auch Bewegungsmangel und Übergewicht nehmen eine zunehmende Rolle ein, da bekannt ist, dass sie in der Menopause mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs korrelieren (Sondern, 2022).
Nach der Einführung des Mammographie-Screenings ist ein zu erwartender Anstieg der Neuerkrankungsrate bis 2009 zu beobachten (RKI Krebsbericht, 2023). Anschließend verläuft die Neuerkrankungsrate bis 2016 rückläufig (vgl. Abbildung 70). Der erneute Anstieg der Neuerkrankungsrate bis 2020 um +11,8% könnte mit der Überarbeitung der Richtlinie über die Früherkennung von Krebserkrankungen („Krebsfrüherkennungs-Richtlinie“ G-BA, 2016) im Jahr 2016 im Zusammenhang stehen.
Mit dieser Änderung gingen umfangreiche Überarbeitungen des Merkblatts
und des Einladungsschreibens zum Mammographie-Screening einher, was
möglicherweise zu einer vermehrten Inanspruchnahme des
Mammographie-Screenings führte. Seit 2020 verzeichnete der Kreis Lippe
eine Abnahme um -5,4%. Hier muss beachtet werden, dass aufgrund der
COVID-19-Pandemie möglicherweise das Mammographie-Screening nicht im
vollen Umfang stattfinden konnte. Im Jahr 2023 betrug die
Neuerkrankungsrate 120,5 pro 100.000 Einwohner*innen (EW). Demgegenüber
blieb die Sterberate stabil und betrug im Jahr 2023 23,2 pro 100.000 EW.
Bei Männern gab es vereinzelte Brustkrebserkrankungen (vgl. Tabelle 4).
| Anzahl der Neuerkrankungen** | Neuerkrankungsrate* | Anzahl der Sterbefälle** | Sterberate1 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | |
| 2006 | 4 | 321 | 1,8 | 124,1 | - | 79 | 0,8 | 24,6 |
| 2007 | 5 | 357 | 2,1 | 139,1 | - | 83 | 0,6 | 26,3 |
| 2008 | 5 | 363 | 2,1 | 143,5 | - | 76 | 0,5 | 23,9 |
| 2009 | 3 | 360 | 1,4 | 143,6 | 0 | 74 | 0,1 | 22,4 |
| 2010 | 3 | 326 | 1,0 | 129,3 | - | 68 | 0,3 | 19,9 |
| 2011 | - | 329 | 1,0 | 127,2 | - | 71 | 0,2 | 20,7 |
| 2012 | 3 | 329 | 1,2 | 124,9 | - | 74 | 0,2 | 22,2 |
| 2013 | 3 | 320 | 1,0 | 120,9 | - | 74 | 0,2 | 21,5 |
| 2014 | 3 | 311 | 1,0 | 118,9 | - | 79 | 0,2 | 23,5 |
| 2015 | 3 | 303 | 0,8 | 115,3 | 0 | 79 | 0,2 | 22,9 |
| 2016 | 3 | 299 | 1,0 | 114,0 | - | 84 | 0,2 | 23,9 |
| 2017 | - | 305 | 0,7 | 115,2 | - | 82 | 0,3 | 22,7 |
| 2018 | 3 | 316 | 1,0 | 120,4 | - | 89 | 0,5 | 25,0 |
| 2019 | 3 | 329 | 1,0 | 124,0 | - | 82 | 0,3 | 23,5 |
| 2020 | 4 | 340 | 1,5 | 127,4 | - | 83 | 0,2 | 23,8 |
| 2021 | 3 | 343 | 1,2 | 125,8 | - | 85 | 0,3 | 22,3 |
| 2022 | 3 | 339 | 1,0 | 124,2 | - | 88 | 0,3 | 23,0 |
| 2023 | - | 330 | 0,7 | 120,5 | - | 92 | 0,4 | 23,2 |
Tabelle 4 Übersicht über wichtige epidemiologische Maßzahlen zu Brustkrebs (C50) für den Kreis Lippe von 2006-2023 (Quelle: LKR NRW, Stand: August 2025)
*altersstandardisiert nach alter Europabevölkerung
**Fallzahlen unter 3 werden nicht ausgewiesen und mit - gekennzeichnet
Im nachfolgenden werden einige Krebserkrankungen detaillierter vorgestellt. Die Erkrankungen wurden anhand der Kriterien Häufigkeit und auffällige Veränderungen im Beobachtungszeitraum ausgewählt.
Im Jahr 2023 erkrankten 344 Männer an Prostatakrebs. Damit ist Prostatakrebs weiterhin die häufigste Krebsart bei Männern. Bislang sind bis auf das Alter keine wesentlichen Risikofaktoren bekannt (Kohl et al., 2021).
Seit 2011 ist ein sinkender Trend der altersstandardisierten Neuerkrankungsrate zu beobachten (s. Abbildung 71), der 2021 durch einen leichten Anstieg unterbrochen wurde (2021-2023: +4,7%). Demgegenüber bleibt die Sterberate nach einem absinkenden Trend bis 2009 über die Jahre stabil. Seit 2021 ist auch hier eine Zunahme der Sterberate zu beobachten (+22,3%).
Im Juli 2025 wurde die S3-Leitlinie von der Deutschen Gesellschaft für Urologie angepasst, laut der es keine Tastuntersuchung mehr in der Früherkennung geben soll. Es wird vorgeschlagen, sich ausschließlich auf die PSA (Prostata-spezifisches Antigen)- Werte zu konzentrieren. Erst bei einem hohen Risiko (PSA-Wert >3ng/ml) werden weitere Untersuchungen vorgenommen. Sonst erfolgt eine Kontroll-Untersuchung erst nach fünf Jahren. Die Entscheidung vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) steht noch aus (DKG, 2025). Es ist abzuwarten, ob sich die Änderung in den Neuerkrankungszahlen widerspiegelt, wenn die Leitlinie so umgesetzt werden sollte.
| Anzahl der Neuerkrankungen | Neuerkrankungsrate* | Anzahl der Sterbefälle | Sterberate* | |
|---|---|---|---|---|
| 2006 | 293 | 117,4 | 69 | 25,7 |
| 2007 | 310 | 123,2 | 66 | 23,8 |
| 2008 | 326 | 128,4 | 58 | 20,7 |
| 2009 | 343 | 133,4 | 56 | 19,4 |
| 2010 | 374 | 144,0 | 62 | 21,3 |
| 2011 | 389 | 147,5 | 64 | 20,9 |
| 2012 | 385 | 144,7 | 70 | 22,6 |
| 2013 | 356 | 129,9 | 70 | 21,6 |
| 2014 | 354 | 129,3 | 74 | 22,2 |
| 2015 | 347 | 126,0 | 77 | 22,9 |
| 2016 | 333 | 120,3 | 77 | 22,7 |
| 2017 | 325 | 114,5 | 79 | 22,4 |
| 2018 | 330 | 115,4 | 76 | 20,7 |
| 2019 | 331 | 116,0 | 73 | 19,6 |
| 2020 | 324 | 110,4 | 69 | 18,4 |
| 2021 | 322 | 107,8 | 71 | 18,8 |
| 2022 | 336 | 109,9 | 80 | 21,2 |
| 2023 | 344 | 112,9 | 86 | 23,0 |
Tabelle 5 Übersicht über wichtige epidemiologische Maßzahlen zu Prostatakrebs (C61) für den Kreis Lippe von 2006-2023 (Quelle: LKR NRW, Stand: August 2025)
*altersstandardisiert nach alter Europabevölkerung
Im nachfolgenden werden einige Krebserkrankungen detaillierter vorgestellt. Die Erkrankungen wurden anhand der Kriterien Häufigkeit und auffällige Veränderungen im Beobachtungszeitraum ausgewählt.
Im Kreis Lippe erkrankten im Jahr 2023 145 Männer sowie 113 Frauen an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs für Männer die dritthäufigste und bei Frauen sogar die zweithäufigste Tumorlokalisation. Mit 58 männlichen und 56 weiblichen Verstorbenen im Jahr 2023, steht Darmkrebs bei den Sterbefällen für beide Geschlechter an dritter Stelle.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum ist ein sinkender Trend der alterststandardisierten Neuerkrankungsrate zu erkennen (s. Abbildung 72). Seit 2021 steigt die Sterberate für beide Geschlechter leicht an, was dringend weiter beobachtet werden sollte, da Darmkrebs in der Regel gut heilbar ist.
Eine Darmspiegelung ist eine effektive Früherkennung für Darmkrebs und seit April 2025 für Männer und Frauen ab 50 Jahren möglich. Bislang galt die Regelung ausschließlich für Männer. Alternativ zur Darmspiegelung kann alle 2 Jahre ein Stuhltest durchgeführt werden (G-BA, 2025). Die wichtigsten Erkrankungsrisiken für Darmkrebs sind Tabak, Übergewicht, gefolgt von ballaststoffarmer Ernährung und dem Konsum von viel rotem bzw. verarbeitetem Fleisch. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum steigert das Darmkrebsrisiko (Zentrum für Krebsregisterdaten, 2022a).
| Anzahl der Neuerkrankungen | Neuerkrankungsrate* | Anzahl der Sterbefälle | Sterberate1 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | |
| 2006 | 178 | 148 | 71,9 | 43,4 | 66 | 68 | 27,4 | 15,4 |
| 2007 | 171 | 156 | 68,7 | 44,3 | 64 | 66 | 25,8 | 15,5 |
| 2008 | 169 | 166 | 67,8 | 45,3 | 61 | 66 | 23,5 | 15,8 |
| 2009 | 158 | 158 | 61,5 | 43,5 | 60 | 63 | 22,7 | 15,3 |
| 2010 | 164 | 154 | 63,7 | 41,5 | 56 | 67 | 21,3 | 15,2 |
| 2011 | 165 | 146 | 62,3 | 40,0 | 61 | 64 | 21,9 | 14,0 |
| 2012 | 168 | 143 | 63,2 | 38,3 | 60 | 62 | 20,9 | 13,3 |
| 2013 | 158 | 133 | 58,8 | 38,0 | 63 | 57 | 21,4 | 12,9 |
| 2014 | 158 | 135 | 59,7 | 38,3 | 61 | 56 | 20,6 | 12,5 |
| 2015 | 146 | 136 | 55,0 | 39,8 | 58 | 59 | 19,8 | 13,6 |
| 2016 | 147 | 134 | 55,3 | 39,9 | 55 | 56 | 18,2 | 13,0 |
| 2017 | 139 | 128 | 50,4 | 37,0 | 51 | 57 | 16,8 | 14,6 |
| 2018 | 147 | 122 | 52,5 | 33,7 | 52 | 51 | 16,7 | 12,4 |
| 2019 | 141 | 123 | 48,3 | 34,4 | 52 | 54 | 16,5 | 12,7 |
| 2020 | 140 | 119 | 48,2 | 34,4 | 55 | 52 | 17,4 | 12,0 |
| 2021 | 133 | 122 | 46,9 | 36,3 | 55 | 55 | 17,6 | 13,4 |
| 2022 | 142 | 111 | 49,9 | 31,8 | 58 | 53 | 19,3 | 13,3 |
| 2023 | 145 | 113 | 50,8 | 32,0 | 58 | 56 | 19,7 | 13,7 |
Tabelle 6 Übersicht über wichtige epidemiologische Maßzahlen zu Darmkrebs (C18-C21) für den Kreis Lippe von 2006-2023 (Quelle: LKR NRW, Stand: August 2025)
* altersstandardisiert nach alter Europabevölkerung
Im nachfolgenden werden einige Krebserkrankungen detaillierter vorgestellt. Die Erkrankungen wurden anhand der Kriterien Häufigkeit und auffällige Veränderungen im Beobachtungszeitraum ausgewählt.
Im Jahr 2023 erkrankten 107 Frauen und 156 Männer an Lungenkrebs. Insgesamt verstarben 74 Frauen und 107 Männer infolge einer Lungenkrebserkrankung. Damit ist Lungenkrebs die häufigste Todesursache unter allen Krebserkrankungen bei Männern. Während bei den Männern jahrelang ein sinkender Trend der altersstandardisierten Neuerkrankungsrate zu beobachten ist, steigt die Rate der Frauen weiterhin an. Mit Ausnahme des Jahres 2021, ab hier stieg die Neuerkrankungsrate der Männer auch wieder (2021-2023: +11,7%) an. Die gegenläufige Entwicklung spiegelt sich auch in den Sterberaten wieder und kann auf die bereits länger zurückliegende Veränderung der Rauchgewohnheiten zurückgeführt werden (s. Abbildung 73).
In einem Artikel im Bundesgesundheitsblatt vom November 1998 hieß es bereits: „Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie wie Männer.“ (Junge, 1998). Es ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung noch weiter fortsetzen wird, sodass die Raten sich weiterhin annähern. Der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs ist weiterhin Tabakkonsum. Laut dem DKFZ (2020) sind 9 von 10 Fällen bei Männern und mindestens 6 von 10 Fällen bei Frauen auf aktives Rauchen zurückzuführen sei. Aber auch passives Rauchen und Luftschadstoffe steigern das Lungenkrebsrisiko. Lungenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit einer eher niedrigen 5-Jahre-Überlebensrate (Frauen: ca. 25%, Männer: 19%), für die es auch keine Früherkennung in der Allgemeinbevölkerung gibt (Zentrum für Krebsregisterdaten, 2022b).
Im Juni 2025 wurde vom G-BA lediglich für aktive und ehemalige Raucher*innen zwischen 50 und 75 Jahren die Möglichkeit eines jährlichen Screenings mittels Niedrigdosis-Computertomographie beschlossen. Das Screening-Angebot steht gesetzliche Versicherten voraussichtlich ab April 2026 zur Verfügung (G-BA, 2025a).
| Anzahl der Neuerkrankungen | Neuerkrankungsrate* | Anzahl der Sterbefälle | Sterberate* | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | |
| 2006 | 168 | 67 | 70,5 | 24,1 | 137 | 55 | 56,6 | 18,7 |
| 2007 | 161 | 62 | 67,3 | 22,4 | 133 | 57 | 54,9 | 19,8 |
| 2008 | 156 | 68 | 62,8 | 25,4 | 127 | 61 | 50,9 | 21,6 |
| 2009 | 164 | 66 | 65,4 | 24,5 | 129 | 60 | 50,0 | 20,5 |
| 2010 | 180 | 79 | 69,9 | 28,3 | 136 | 61 | 51,9 | 21,1 |
| 2011 | 183 | 88 | 70,4 | 30,5 | 137 | 68 | 51,8 | 22,5 |
| 2012 | 182 | 99 | 69,2 | 33,3 | 134 | 71 | 49,6 | 22,3 |
| 2013 | 174 | 96 | 65,5 | 32,3 | 130 | 70 | 46,9 | 21,7 |
| 2014 | 169 | 98 | 63,9 | 33,3 | 121 | 64 | 43,3 | 20,2 |
| 2015 | 165 | 99 | 61,9 | 34,2 | 116 | 66 | 41,3 | 22,3 |
| 2016 | 160 | 107 | 59,4 | 35,9 | 114 | 68 | 40,5 | 22,2 |
| 2017 | 158 | 97 | 56,8 | 32,0 | 116 | 67 | 40,5 | 21,5 |
| 2018 | 156 | 93 | 54,3 | 30,8 | 122 | 67 | 41,7 | 20,5 |
| 2019 | 149 | 87 | 51,9 | 28,8 | 113 | 66 | 37,3 | 19,0 |
| 2020 | 138 | 87 | 48,7 | 28,0 | 113 | 71 | 37,1 | 19,7 |
| 2021 | 135 | 89 | 47,7 | 27,8 | 105 | 67 | 34,9 | 18,1 |
| 2022 | 144 | 98 | 50,1 | 31,1 | 108 | 73 | 35,9 | 20,5 |
| 2023 | 156 | 107 | 53,3 | 34,4 | 107 | 74 | 35,3 | 21,3 |
Tabelle 7 Übersicht über wichtige epidemiologische Maßzahlen zu Lungenkrebs (C33+C34) für den Kreis Lippe von 2006-2023 (Quelle: LKR NRW, Stand: August 2025)
* altersstandardisiert nach alter Europabevölkerung
Im nachfolgenden werden einige Krebserkrankungen detaillierter vorgestellt. Die Erkrankungen wurden anhand der Kriterien Häufigkeit und auffällige Veränderungen im Beobachtungszeitraum ausgewählt.
Seit Jahren steigt die Neuerkrankungsrate des malignen Melanoms der Haut für beide Geschlechter an, was durchaus durch die Einführung des Hautkrebsscreenings 2008 beeinflusst wurde.
Im Zeitraum von 2015 bis 2019 nahmen die Neuerkrankungen im Kreis Lippe allerdings leicht ab, bevor sie 2023 den Höchstpunkt erreichten (Männer: 26,6/100.000 EW, Frauen: 19,4/100.000 EW) (s. Abbildung 74).
Männer und Frauen erkranken im Vergleich zu anderen Krebsarten deutlich früher. Im Kreis Lippe beträgt das mediane Erkrankungsalter für Männer 69 Jahre, für Frauen 64 Jahre (LKR NRW, 2025).
Grundsätzlich gehört das maligne Melanom der Haut zu den prognostisch günstigeren Krebserkrankungen, was sich in der stabilen Sterberate über den gesamten Beobachtungszeitraum widerspiegelt. Das Krebsrisiko wird maßgeblich durch die UV-Strahlung beeinflusst, die wir unserer Haut aussetzen (DKFZ, 2025).
| Anzahl der Neuerkrankungen | Neuerkrankungsrate* | Anzahl der Sterbefälle | Sterberate* | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | Männer | Frauen | |
| 2006 | 36 | 34 | 16,8 | 13,3 | 7 | 6 | 3,3 | 1,4 |
| 2007 | 37 | 34 | 17,1 | 14,6 | 7 | 5 | 3,3 | 1,5 |
| 2008 | 34 | 34 | 16,0 | 15,1 | 6 | 6 | 2,8 | 1,9 |
| 2009 | 31 | 33 | 14,5 | 15,0 | 5 | 7 | 2,2 | 2,3 |
| 2010 | 35 | 36 | 16,0 | 15,3 | 5 | 7 | 2,3 | 2,2 |
| 2011 | 37 | 42 | 16,2 | 17,5 | 6 | 6 | 2,8 | 1,9 |
| 2012 | 40 | 44 | 17,7 | 18,2 | 7 | 7 | 3,3 | 1,9 |
| 2013 | 37 | 48 | 15,9 | 19,9 | 9 | 7 | 3,6 | 1,6 |
| 2014 | 47 | 48 | 20,5 | 20,1 | 10 | 7 | 3,9 | 1,8 |
| 2015 | 52 | 47 | 21,8 | 19,8 | 11 | 6 | 4,3 | 1,5 |
| 2016 | 56 | 45 | 23,1 | 17,9 | 10 | 7 | 3,5 | 2,0 |
| 2017 | 50 | 40 | 20,6 | 15,3 | 7 | 6 | 2,4 | 1,7 |
| 2018 | 48 | 41 | 19,4 | 15,5 | 7 | 5 | 2,3 | 1,5 |
| 2019 | 45 | 40 | 17,5 | 15,5 | 8 | 6 | 2,7 | 1,4 |
| 2020 | 50 | 45 | 19,0 | 17,6 | 10 | 7 | 3,5 | 1,5 |
| 2021 | 60 | 49 | 23,3 | 18,7 | 9 | 7 | 3,1 | 1,6 |
| 2022 | 67 | 53 | 25,9 | 19,5 | 9 | 8 | 3,0 | 2,0 |
| 2023 | 69 | 54 | 26,6 | 19,4 | 8 | 8 | 2,6 | 2,3 |
Tabelle 8 Übersicht über wichtige epidemiologische Maßzahlen zum malignen Melanom (C43) für den Kreis Lippe von 2006-2023 (Quelle: LKR NRW, Stand: August 2025)
*altersstandardisiert nach alter Europabevölkerung
Die Krebsdaten im Kreis Lippe decken sich mit den bundesweiten Krebserkrankungen. Bei den Frauen dominierten im Jahr 2023 Brustkrebserkrankungen mit 31,8% an allen Krebsneuerkrankungen, gefolgt von Darm- (10,9%) und Lungenkrebs (10,3%). Die häufigste Tumorlokalisation bei den Männern war im Jahr 2023 Prostata (28,1%), gefolgt von Lunge (12,7%) und Darm (11,8%). Während bei den Frauen Brustkrebs die häufigste Todesurasche unter allen Krebserkrankungen war (21,3%), verstarben die Männer am häufigsten an Lungenkrebs (21,5%).
Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzt, dass sich mindestens 37% aller neuen Krebserkrankungen in Deutschland anhand von Risikofaktoren erklären lassen (DKFZ, 2018). Dabei sind lebensstilassoziierte Risikofaktoren wie Tabak- und Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel von großer Bedeutung (Mons et al., 2018; Behrens et al., 2018). Die natürliche UV-Strahlung ist aufgrund mangelnder Daten in dieser Risikoberechnung noch unberücksichtigt geblieben.
Obwohl für die meisten Neuerkrankungsraten im Kreis Lippe ein rückläufiger Trend zu beobachten ist, steigt sie für Lungenkrebs bei Frauen und für das maligne Melanom der Haut bei beiden Geschlechtern an. Hier sollten insbesondere die Risikofaktoren Tabakkonsum und UV-Strahlung in die Planung von Präventionsmaßnahmen mit aufgenommen werden. Demgegenüber stehen leicht steigende Sterberaten für Prostata- und Darmkrebs bei Männern sowie für Lungenkrebs bei Frauen. Überwiegend sind diese Auffälligkeiten ab 2021 zu sehen, was im Weiteren beobachtet werden sollte.
Es gibt zahlreiche Viren und Bakterien, die eine Atemwegsinfektion hervorrufen können. Diese treten vermehrt im Herbst und Winter auf, da sich die Menschen häufiger drinnen aufhalten und die Räume weniger gut belüftetet sind. Dadurch können sich Viren leichter verbreiten. Weitere Faktoren wie die geringe Luftfeuchtigkeit, trockene Schleimhäute sowie die geringere Immunabwehr des Körpers im Winter, spielen ebenfalls eine Rolle. Während eine normale Erkältung sich durch Schnupfen, Husten und Halsschmerzen äußert, gibt es auch Erkrankungen, die durchaus ernster sind (RKI, 2025a). Bei schweren Verläufen von Legionellose und COVID-19 können Lungenentzündungen auftreten, die bis zum Organversagen führen können. Eine unbehandelte Tuberkulose ist durch einen langen und schweren Verlauf gekennzeichnet (Infektionsepidemiologisches Jahrbuch, 2023).
Nachfolgend werden die Fallzahlen zu Influenza, COVID-19, Tuberkulose, Keuchhusten, Legionellose sowie zu Infektionen mit dem Respiratorischen-Synzytial-Virus (RSV-Infektion) näher betrachtet. Für RSV wurde die Meldepflicht im Juli 2023 eingeführt, sodass die Daten erst ab 2023 vorliegen (Buzer, 2023). Die erste COVID-19-Erkrankung in Deutschland trat 2020 auf. Daraufhin wurde im Mai 2020 eine Meldepflicht gesetzlich im Infektionsschutzgesetz verankert (Bundesgesetzesblatt, 2020).
Infobox
Fallzahlen <3 werden nicht ausgewiesen und sind daher mit - gekennzeichnet.
| Influenza | COVID-19 | Tuberkulose | Keuchhusten | RSV | Legionellose | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 137 | keine Meldepflicht | 23 | 15 | keine Meldepflicht | - |
| 2016 | 218 | 24 | 37 | 3 | ||
| 2017 | 150 | 14 | 72 | 0 | ||
| 2018 | 752 | 22 | 34 | - | ||
| 2019 | 348 | 8 | 56 | 4 | ||
| 2020 | 490 | 8.825 | 12 | 19 | 16 | |
| 2021 | 11 | 22.720 | 9 | 0 | 4 | |
| 2022 | 654 | 118.048 | 14 | 30 | - | |
| 2023 | 101 | 5.409 | 9 | - | 11 | 9 |
| 2024 | 312 | 852 | 9 | 87 | 27 | 7 |
Tabelle 9 Fallzahlen Atemwegserkrankungen im Kreis Lippe 2015-2024 (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Influenzaviren werden vorwiegend beim Husten oder Niesen über ausgeschiedene Tröpfchen übertragen. Dabei ist das Infektionsgeschehen saisonal und verläuft in sogenannten Grippewellen beginnend ab Januar/Februar eines jeden Jahres. Die Länge und Schwere der Grippewelle variiert jedes Jahr. Etwa ein Drittel der Betroffenen beklagt ein plötzliches Krankheitsgefühl mit Fieber, Husten, Muskel- und Gliederschmerzen. Es kann auch zu allgemeiner Schwäche, Schweißausbrüchen und Schnupfen kommen. Übelkeit und Erbrechen treten selten auf. Bei einem normalen Verlauf klingen die Symptome nach 5-7 Tagen wieder ab. Sollte es zu Komplikationen kommen, ist eine Lungenentzündung sehr wahrscheinlich. Bei Kindern kann es auch zu einer Mittelohrentzündung kommen. Selten sind Entzündungen des Gehirns oder des Herzmuskels. Die saisonale Influenza ist nicht zu vergleichen mit einer Erkältung oder einem „grippalen Infekt“.
Im Kreis Lippe ist zu beobachten, dass insbesondere im Jahr 2018 eine starke Influenzasaison (n= 752) vorherrschte (s. Abbildung 75). Die Pandemiejahre 2020-2022 müssen achtsam interpretiert werden. Zum einen wurde 2019 die Referenzdefinition vom Robert Koch-Institut geändert, wodurch auch Fälle in die Statistik einflossen, bei denen ausschließlich ein positiver Labornachweis vorlag (LZG NRW, 2019). Zum anderen wurde verstärkt getestet.
Das Jahr 2021 mit 11 gemeldeten Fällen fällt besonders auf und ist wahrscheinlich auf die Kontaktbeschränkungen während der COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Bundesweit gab es eine ungewöhnlich niedrige Influenza-Aktivität in der Saison 2020/2021 (Buda et al., 2021). In der Influenza-Saison 2023/2024, die von der 50. KW 2023 bis zur 12. KW 2024 ging, wurden insgesamt 285 Influenza-Fälle gemeldet. In der 7. KW (n=53) erreichte sie ihren Höhepunkt und fiel danach zunächst stark ab bevor es in der 10. KW nochmal zu einem erhöhten Aufkommen (n=32) kam. Nach der 20. KW traten keine Influenza-Fälle mehr auf (s. Abbildung 76).
Zu den Risikogruppen von Influenza gehören Personen ab 60 Jahre, Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen, medizinisches Personal sowie Kleinkinder <5 Jahre. Abbildung 77 zeigt, dass insbesondere diese Altersgruppen häufiger an Influenza erkranken.
Am häufigsten waren Kleinkinder <5 Jahre betroffen (Jungen: 10,3/100.000 EW), Mädchen: 8,1/ 100.000 EW). Die zweithöchste Prävalenz lag bei den 60-69-jährigen Frauen (5,9/100.000 EW) vor. Insgesamt wurden 38 der 312 Influenza-Fälle aufgrund der Erkrankung stationär aufgenommen, davon 14 Kleinkinder <5 Jahre und 10 Personen ab 60 Jahre. Lediglich 2 der 38 Personen waren geimpft.
Jedes Jahr zirkulieren andere Influenza-Viren. Der Impfstoff wird für jede Saison anhand der zu erwartenden Virusvarianten angepasst. Sollte man sich dennoch infizieren, schützt die Grippeschutzimpfung vor schweren Verläufen und Komplikationen (BMG, 2025).
COVID-19 ist eine respiratorische Erkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Ende 2019 traten die ersten Fälle in China auf. In kurzer Zeit verbreitete sich das Virus weltweit, sodass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11.03.2020 das Infektionsgeschehen zu einer Pandemie erklärte. Der erste Fall im Kreis Lippe wurde am 04.03.2020 gemeldet. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen und Aerosole, die von infizierten Personen beim Husten und Niesen sowie beim Atmen und Sprechen freigesetzt werden. In der Regel treten bei den Betroffenen milde Atemwegsinfektionen auf. Insbesondere zu Beginn der Pandemie, als der Mensch noch keine Immunabwehr gegen das Virus hatte, gab es vermehrt schwere Krankheitsverläufe und das nicht nur bei älteren Menschen.
Nach einer akuten Infektion, kann es in manchen Fällen zum sogenannten Long-COVID-Syndrom oder Post-COVID-Syndrom kommen, bei dem die Symptome noch jenseits der akuten Krankheitsphase für einen längeren Zeitraum weiter fortbestehen. Im Oktober 2021 veröffentlichte die WHO die erste Falldefinition von Post-COVID-19 für Erwachsene. Demnach „werden unter dem Begriff "Post-COVID-19-Syndrom" gesundheitliche Beschwerden zusammen-gefasst, die in längerem Abstand (in der Regel drei Monate) im Anschluss an eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion über längere Zeit fortbestehen oder neu auftreten und anderweitig nicht erklärbar sind.“ (RKI, 2025c). Dabei sind die Symptome sehr vielfältig. Im Jahr 2023 ging die Pandemie allmählich in ein endemisches Infektionsgeschehen über, da durch Impfung und überstandene Infektion eine Grundimmunität in der Bevölkerung bestand. Am 05.05.2023 hob die WHO die Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite auf.
Der zeitliche Verlauf der Pandemie im Kreis Lippe (s. Abbildung 78) ist ähnlich zu dem Infektionsgeschehen in Deutschland und zeigt, dass insbesondere die erste Jahreshälfte 2022 durch hohe Fallzahlen gekennzeichnet war. In der 6. KW wurde der Peak mit 8.274 Fällen erreicht. Dies ist durch die zu der Zeit dominierende Omikron-Variante zu begründen. Über den gesamten Zeitraum von 2020-2024 verstarben 628 Personen in Folge einer COVID-19-Erkrankung. Die höchste Mortalität wies das Jahr 2021 mit 245 Verstorbenen auf (s. Tabelle 10).
Zu Beginn des Jahres 2024 gab es durchschnittlich 377 COVID-19-Fälle pro Woche (s. Abbildung 79). Die Fallzahlen nahmen ab März deutlich ab und stiegen erst wieder Mitte Juni an. Der Peak wurde in der 42. KW mit 52 Fällen erreicht.
| Jahr | Todesfälle aufgrund von COVID-19 | Medianes Alter | Geschlechterverteilung |
|---|---|---|---|
| 2020 | 158 | 84 Jahre | Männer: 55,1% |
| Frauen: 44,9% | |||
| 2021 | 245 | 81 Jahre | Männer: 60,8% |
| Frauen: 39,2% | |||
| 2022 | 207 | 85 Jahre | Männer: 58,0% |
| Frauen: 42,0% | |||
| 2023 | 15 | 81 Jahre | Männer: 73,3% |
| Frauen: 26,7% | |||
| 2024 | 3 | 81 Jahre | - |
Tabelle 10 Anzahl der Todesfälle aufgrund einer COVID-19-Erkrankung im Kreis Lippe von 2020-2024 (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Einen Geschlechterunterschied war in der Inzidenz aller COVID-19-Fälle
nicht zu beobachten (Männer: 119,3/100.000 EW, Frauen: 118,2/100.000
EW). Die höchste altersspezifische Inzidenz lag bei Männern in der
Altersgruppe 80-84 Jahre, für Frauen in der Altersgruppe 85-89 Jahre (je
78/100.000 EW) (s. Abbildung 80). Die generell höhere Inzidenz in den
höheren Altersgruppen, kann mit der Empfehlung zum Testen in der
Pflege/Betreuung zusammenhängen (RKI, 2024a). Auch die Inzidenz von
Säuglingen war mit 18 Jungen pro 100.000 EW und 16 Mädchen pro 100.000
EW deutlich höher als für die übrigen Altersgruppen. Bei 7 von 852
Fällen war eine stationäre Behandlung aufgrund einer COVID-19-Erkrankung
notwendig. 71,4% der hospitalisierten Fälle waren >80 Jahre alt.
Tuberkulose ist eine Erkrankung, die durch Erreger des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt meist über die Luft, daher ist eine frühzeitige Diagnose mit konsequenter Therapie über mindestens 6 Monate enorm wichtig. Ohne eingeleitete Therapie kann sich eine sogenannte offene Lungentuberkulose entwickeln, die ansteckend ist und es kommt zu einen langen und schweren Verlauf der Erkrankung. Zu Beginn der Erkrankung treten unspezifische Symptome, wie Appetitverlust und damit einhergehende Gewichtsabnahme, leicht erhöhte Temperatur, Nachtschweiß und Husten auf. Abhängig davon welches Organ betroffen ist, kann eine Vielzahl an Symptomen auftreten.
In den vergangenen sechs Jahren sind die Tuberkulose-Fallzahlen konstant geblieben (s. Abbildung 81).
Für das Jahr 2024 lag die Inzidenz bei 2,5/100.000 EW. In den Jahren 2015 und 2016 lag die Inzidenz noch bei 6,4/100.000 EW bzw. 6,7/100.000 EW (vgl. Abbildung 82).
Die im Vergleich hohe Inzidenz in den Vorjahren lässt sich mit den aufgrund der Zuwanderung beschlossenen Screeningmaßnahmen in den Jahren 2015 und 2016 erklären. So überrascht es nicht, dass der Anteil von Erkrankten mit Migrationshintergrund in diesem Zeitraum 32% beträgt. Im Vergleich dazu lag der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund 2023-2024 bei 22% (vgl. Abbildung 84).
Lediglich der Anteil junger Männer ist deutlich zurückgegangen, wenn man die Zuwandererjahre 2015 und 2016 bei der Betrachtung ausschließt. Die Inzidenz der 15-24 Jährigen sank von 5,6/100.000 EW auf 2,8/100.000 EW. Bei den 25-34 Jährigen sank die Inzidenz von 5,9/100.000 EW auf 2,8/100.000 EW (vgl. Abbildung 82 und 83).
Im gesamten Betrachtungszeitraum handelte es sich bei 120 von 144 Erkrankten um eine Lungentuberkulose. Bei 75 von 144 Erkrankten verlief die Therapie erfolgreich. Gleichzeit gab es 6 Todesfälle aufgrund von Tuberkulose.
Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien (Bordetella pertussis, seltener durch Bordetella parapertussis) übertragen und ist hochansteckend. Zu Beginn der Infektion treten unspezifische Erkältungssymptome auf, die bis zu 2 Wochen anhalten können. Anschließend entwickelt sich der charakteristische anfallartige Husten, der oft mit Atemnot und Erbrechen einhergeht. Bis zum Abklingen der Symptome kann es mehrere Monate dauern. Häufig sind Kinder und Jugendliche betroffen, aber auch Erwachsene. Bei Erwachsenen und geimpften Kindern verlaufen die Infektionen meist mild. Besonders schwere Verläufe mit Komplikationen, wie Atemstillstand, Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und zerebralen Krampfanfällen treten vor allem bei Säuglingen auf. Gegen B. pertussis kann man sich durch eine Impfung schützen. Für eine Grundimmunisierung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) 3 Impfdosen innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Impfung sollte regelmäßig aufgefrischt werden (STIKO Impfempfehlung, 2025). Darüber hinaus wird jeder Schwangeren eine Keuchhusten-Impfung empfohlen, um das Neugeborene in den ersten Wochen vor einer schweren Infektion zu schützen. Idealerweise sollte die Impfung ab der 28. Schwangerschaftswoche erfolgen. Bei einem erhöhten Risiko einer Frühgeburt sollte die Impfung bereits im 2. Trimenon erfolgen (STIKO AG Pertussis, 2020).
Im Kreis Lippe schwankte die Anzahl der Keuchhusten-Erkrankungen in den letzten Jahren immer wieder. Besonders starke Jahre mit vielen Fällen waren das Jahr 2017 (n= 72), 2019 (n= 56) und 2024 (n= 87). Während der COVID-19-Pandemie wurden Atemwegserkrankung zunehmend mittels Multiplex-PCR-verfahren getestet. Diese Tests können mehrere virale und bakterielle Erreger gleichzeitig nachweisen, sodass möglicherweise Zufallsbefunde die hohen Fallzahlen erklären könnten.
Gegen diese These sprechen die klinischen Informationen, die bei 85 von 87 erkrankten Personen im Jahr 2023 vorlagen. Vielmehr scheint es, dass der Erreger auf eine anfällige Bevölkerung getroffen ist. Das Immunsystem von sehr jungen Kindern hat sich mit dem Erreger noch nicht auseinandergesetzt oder die Immunität von älteren Personen ist nicht mehr ausreichend, da möglicherweise Auffrischimpfungen nicht erfolgt sind (Schönfeld et al., 2023). In dem gesamten Beobachtungszeitraum gab es durchschnittlich 35,2 Fälle pro Jahr (s. Abbildung 85).
Schließt man die Pandemie-Jahre 2020-2022 aus, sind es sogar durchschnittlich 43,3 Fälle. Im Jahr 2021 wurden im Kreis Lippe keine Keuchhusten-Erkrankung gemeldet. Dies wird vermutlich mit den Kontaktbeschränkungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie zusammenhängen (Schönfeld et al., 2023). Abbildung 86 verdeutlicht, dass Keuchhusten ganzjährlich auftritt und es keine Saisonalität wie bei Influenza gibt.
Im Jahr 2024 sind im Kreis Lippe Kinder unter 5 Jahren am häufigsten an Keuchhusten erkrankt (s. Abbildung 87).
Die Inzidenz der 1 bis 4-Jährigen lag sowohl für Jungen als auch für Mädchen bei 2,5/100.000 EW. Bei den Säuglingen waren die Jungen mit 2/100.000 EW etwas häufiger als die Mädchen (1,1/100.000 EW) betroffen. Während in der Altersgruppe 5 bis 9 Jahre ebenfalls die Jungen (1,7/100.000 EW) dominierten, erkrankten in der Altersgruppe 10 bis 14 Jahre mehr Mädchen als Jungen (2,8/100.000 EW). Bis auf die 20 bis 29-jährigen Frauen (1,4/100.000 EW) lagen die Inzidenzen für Jugendliche und Erwachsene unterhalb derer von Kindern. 6 Personen sind so schwer erkrankt, dass sie aufgrund der Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Darunter 3 Säuglinge und 3 Erwachsene.
Von den insgesamt 87 erkrankten Personen im Jahr 2024 lag für 80 Personen eine Information zum Impfstaus vor; 55 davon waren nicht geimpft, 25 geimpft. Auffällig hoch ist der Anteil der ungeimpften Säuglinge (16,4%) und Kleinkinder unter 5 Jahre (29,1%).
Das Respiratorische-Synzytial-Virus (RSV) ist ein Erreger von akuten Atemwegserkrankungen, die überwiegend im Herbst und Winter auftreten. Die Infektion erfolgt über Tröpfcheninfektion und verläuft häufig leicht mit allgemeinen Erkältungssymptomen (Schnupfen, Husten, Kurzatmigkeit und Fieber). Bei Erwachsenen mit erhöhtem Risiko und vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Erkrankung so schwer verlaufen, dass eine Beatmung notwendig wird (BMG, 2024). Um besonders gefährdete Personengruppen zu schützen, empfiehlt die STIKO seit dem 27.06.2024 eine Immunprophylaxe für Säuglinge (passive Immunisierung) sowie eine Impfung für Personen ab 60 Jahre (Koch et al., 2024).
Die Meldepflicht für RSV wurde im Juli 2023 eingeführt, sodass ein Vergleich verschiedener RSV-Wellen erst in dem nächsten Gesundheitsmonitoring möglich ist. Dennoch werden die Zahlen für die Saison 2023/2024 (Meldewochen 40/2023 bis 20/2024) vorgestellt (s. Abbildung 88).
Insgesamt wurden 35 RSV-Infektionen an das Gesundheitsamt gemeldet. Die Altersverteilung macht deutlich, dass insbesondere Kleinkinder und ältere Menschen betroffen waren (s. Abbildung 89).
Bei den Kleinkindern dominierten die Säuglinge mit 1,4/100.000 EW für die Jungen und 1,1/ 100.000 EW für die Mädchen. Auch die 2 bis 4-jährigen Jungen waren mit 1,4/100.000 EW häufig betroffen. Vereinzelte Fälle traten auch in der Altersgruppe 15-24 Jahre auf (Männer und Frauen je 0,8/ 100.000 EW).
Bei Frauen ab 70 Jahre betrug die Inzidenz 1,1/ 100.000 EW). Fünf Personen mussten aufgrund der Erkrankung stationär behandelt werden. Bei keiner der gemeldeten Personen lag eine Immunprophylaxe vor.
Für eine Legionellose sind Bakterien der Gattung Legionella verantwortlich. Es handelt sich um eine Atemwegserkrankung mit zwei verschiedenen Krankheitsbildern. Zum einen kann es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten und Muskelschmerzen kommen (Pontiac-Fieber). Das andere klinische Bild ist die sogenannte Legionärskrankheit, die mit einer Lungenentzündung einhergeht. Die Übertragung erfolgt über erregerhaltige Wassertröpfchen (Aerosole), die in Duschen, Saunen oder Klimaanlagen erzeugt werden. Je nach dem wo die Übertragung stattgefunden hat wird zwischen privater und beruflicher Exposition unterschieden.
Im Kreis Lippe wurden im Beobachtungszeitraum (2015-2024) insgesamt 47 Fälle gemeldet (s. Abbildung 90), dabei dominierten die Männer mit 29 Fällen (61,7%) gegenüber den Frauen mit 18 Fällen (38,3%).
Die Erkrankungen betrafen überwiegend Erwachsene, insbesondere im höheren Alter. Der Altersmedian lag bei 59 Jahren. 83% der Fälle (n=39) wurden aufgrund der Legionärskrankheit mit einer Lungenentzündung stationär behandelt, 19 von diesen intensivmedizinisch. Für 27 (57,4%) Fälle lagen Angaben zur Exposition vor. Der überwiegende Teil der Erkrankten hat sich offenbar im privaten Haushalt infiziert (n=16), gefolgt von reiseassoziierten Infektionen im In- (n=4) und Ausland (n=4). Pflegeheime kamen in 2 Fällen als möglicher Expositionsort in Frage. Eine Person infizierte sich in einem Krankenhaus.
Im Gegensatz zu den bundesweiten Daten, bei denen es zu einem Rückgang der Fallzahlen im Jahr 2020 kam, verzeichnete das Gesundheitsamt Kreis Lippe für dasselbe Jahr die höchste Fallzahl im Beobachtungszeitraum (n=16) (Infektionsepidemiologisches Jahrbuch, 2025b). Die Fälle traten alle unabhängig voneinander auf, eine gemeinsame Exposition lag nicht vor. Auch für die Jahre 2023 und 2024 lagen die Fallzahlen oberhalb der präpandemischen Fallzahlen.
Die Infektionsschutzmaßnahmen, die während der COVID-19-Pandemie getroffen wurden, führten zu einem Rückgang der Atemwegserkrankungen. Nach Aufhebung der Kontaktbeschränkungen stiegen die Fallzahlen wieder an, erreichten im Jahr 2024 aber noch nicht das präpandemische Niveau. Die einzige Ausnahme ist Keuchhusten. Hier verzeichnete der Kreis Lippe die höchste Fallzahl im gesamten Beobachtungszeitraum.
Maßgeblich dafür verantwortlich dürfte der hohe Anteil ungeschützter Personen sein (63,2% ungeimpft). Da insbesondere Kleinkinder unter 5 Jahren sowie ältere Personen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben, sollten Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote ergriffen werden. Aufgrund der Legionellose-Erkrankungen in den letzten zwei Jahren (2023-2024 n=16), sollte die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden.
Magen-Darm-Erkrankungen werden durch verschiedene Erreger wie Viren (z.B. Noro-, Rotaviren), Bakterien (Salmonellen, Campylobacter, Yersinien, E.coli) und seltener durch Parasiten verursacht. Die Übertragung erfolgt meist über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel. Es kann aber auch durch den Kontakt mit einer infizierten Person zu einer Schmierinfektion kommen. Kranke Personen leiden häufig an Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber. Ein Risikofaktor ist der durch Erbrechen verursachte Flüssigkeitsverlust. Generell gilt, dass bei länger als zwei Tage anhaltendem Erbrechen und Durchfall ein Arzt/ eine Ärztin aufgesucht werden sollte. Ebenso bei hohem Fieber, starken Bauchschmerzen und Blut oder Schleim im Stuhl. Insbesondere bei älteren Menschen und Säuglingen bzw. Kleinkindern können Brechdurchfälle schwer verlaufen, sodass ein Krankenhausaufenthalt nötig wird (Fischbach et al., 2025).
| Campylobacter-Enteritis | Norovirus- Gastroenteritis | Rotavirus- Gastroenteritis | Salmonellose | Yersiniose | EHEC-Enteritis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 258 | 358 | 115 | 50 | 19 | 5 |
| 2016 | 286 | 347 | 101 | 40 | 9 | 7 |
| 2017 | 227 | 212 | 260 | 38 | 12 | 6 |
| 2018 | 219 | 406 | 77 | 47 | 16 | - |
| 2019 | 208 | 389 | 95 | 47 | 11 | 3 |
| 2020 | 173 | 122 | 45 | 23 | 12 | 3 |
| 2021 | 194 | 101 | 25 | 23 | 11 | - |
| 2022 | 160 | 229 | 127 | 30 | 12 | 3 |
| 2023 | 125 | 232 | 71 | 22 | 10 | 10 |
| 2024 | 133 | 283 | 55 | 34 | 9 | 13 |
Tabelle 11 Fallzahlen Magen-Darm-Erkrankungen im Kreis Lippe 2015-2024 (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Eine Campylobacter-Enteritis geht typischerweise mit Bauchschmerzen und wässrigem (teilweise auch blutigem) Durchfall einher (Butzler, 2004). Die Übertragung erfolgt über kontaminierte Lebensmittel, wie nicht ausreichend gegartem Geflügel oder Rohmilch (Man, 2011; Dasti et al., 2010). In seltenen Fällen treten Gelenkentzündungen oder das Guillain-Barré-Syndrom (Muskelschwäche oder/und Lähmungserscheinungen infolge einer entzündlichen Nervenerkrankung) als Komplikationen auf (Poropatich et al., 2010).
Im Jahr 2024 wurden dem Gesundheitsamt Lippe insgesamt 133 Fälle einer Campylobacter-Enteritis gemeldet. Dies ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine niedrige Fallzahl, deckt sich aber mit den deutschlandweiten Daten (s. Abbildung 91). Auch hier zeigt sich ein abnehmender Trend seit 2016 (Infektionsepidemiologisches Jahrbuch, 2025b). Von den 133 Personen im Jahr 2024 mussten 26 (19,5%) aufgrund der Krankheit stationär behandelt werden. Die Altersverteilung zeigt, dass insbesondere junge Menschen sowie ältere Personen im Jahr 2024 betroffen waren. Unter den 0-14 Jährigen waren vier Kleinkinder. Die höchste Inzidenz von 5/100.000 EW wiesen die 60-69 Jährigen auf (s. Abbildung 92). In allen Altersgruppen waren Jungen bzw. Männer häufiger betroffen als Mädchen bzw. Frauen. Lediglich in der Altersgruppe 35-49 Jahre lagen beide Geschlechter gleich auf. Im zeitlichen Verlauf war eine Häufung mit den höchsten Fallzahlen in den Monaten Juni bis September zu erkennen (s. Abbildung 93).
Noroviren sind für einen Großteil der Magen-Darm-Infektionen bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich. Charakteristisch für eine Infektion ist das plötzlich schwallartige Erbrechen, einhergehend mit Durchfall und Übelkeit. Die starken Brechdurchfälle können schnell zu einem Flüssigkeitsmangel führen, wodurch zusätzlich Schwindel und Schwächegefühl auftreten können. Gelegentlich kann es auch zu leichtem Fieber kommen. Die Symptome klingen für gewöhnlich nach 1 bis 2 Tagen wieder ab.
Noroviren werden in hoher Anzahl über Stuhl und Erbrochenes ausgeschieden und sind hoch ansteckend (Fischbach et al., 2025) . Daher ist es ratsam nach Möglichkeit eine eigene Toilette im Haushalt zu benutzen und besonders auf Handhygiene zu achten. Ansteckungsquellen sind rohe Lebensmittel wie Salate und Obst, Krabben oder Muscheln und verunreinigtes Wasser (BZgA, 2018). Das Infektionsgeschehen beschränkt sich bis auf einzelne Fälle auf die Wintermonate (Bernard et al., 2014).
Im Kreis Lippe traten im Jahr 2024 insgesamt 283 Fälle von Norovirus-Gastroenteritis auf (s. Abbildung 94). Darunter 121 Männer und 160 Frauen. Das entspricht einer Inzidenz von 78,3/100.000 EW. Damit stiegen die Fallzahlen nach der COVID-19-Pandemie wieder an, haben aber noch nicht das präpandemische Niveau erreicht. 2019 lag die Inzidenz für den Kreis Lippe bei 108,4/100.000 EW. Die höchste altersspezifische Inzidenz verzeichneten im Jahr 2024 Personen ab 80 Jahre (Frauen: 15/100.000 EW, Männer: 6,7/100.000 EW), gefolgt von Jungen im Alter von 2-4 Jahren sowie Frauen zwischen 50-59 Jahren mit je 5/100.000 EW (s. Abbildung 95). Grundsätzlich kann hier von einer Unterfassung der Fälle ausgegangen werden, da überwiegend im stationären Sektor getestet wird (Hofmann et al., 2021). Insgesamt mussten 98 Personen (34,9%) aufgrund der Erkrankung stationär behandelt werden. Darunter befanden sich 3 Säuglinge, 16 Kleinkinder unter 5 Jahre sowie 19 ältere Personen ab 80 Jahre. Die üblicherweise gut erkennbare Saisonalität im 1. und 4. Quartal des Jahres ist für das Jahr 2024 nicht deutlich erkennbar (vgl. Abbildung 96). In der 28. Meldewoche wurden 10 Fälle gemeldet, was für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich ist. Die Fallzahlen beruhen auf einem Ausbruch in einem Pflegeheim. Der Jahres-Peak trat in der 49. KW mit 21 Fällen auf.
Von einer Rotavirus-Erkrankung sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Mit zunehmendem Alter treten Erkrankungen auch wieder im Seniorenalter auf. Die Übertragung erfolgt meist als Schmierinfektion, wodurch die Handhygiene eine wichtige Maßnahme zur Unterbrechung der Infektionskette darstellt. Betroffene klagen über plötzlich auftretenden wässrigen Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Dabei können auch Schleim im Stuhl und zusätzlich leichtes Fieber, Husten und Schnupfen auftreten. Die Symptome klingen üblicherweise nach 2 bis 6 Tagen ab (Fischbach et al., 2025). Da eine Rotavirus-Gastroenteritis bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwerer verläuft, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Um diese Altersgruppe zu schützen, empfiehlt die STIKO eine Schluckimpfung, bei der die erste Dosis zwischen der 6. und 12. Lebenswoche verabreicht werden sollte (STIKO, 2013).
Im Kreis Lippe wurden im Jahr 2024 insgesamt 55 Fälle von Rotavirus-Gastroenteritis gemeldet (s. Abbildung 97), darunter 9 Säuglinge und 11 Kleinkinder. Bei 9 Säuglingen und Kleinkindern verlief die Erkrankung so schwer, dass sie stationär behandelt werden mussten. Insgesamt wurden 23 Fälle aufgrund einer Rotavirus-Gastroenteritis hospitalisiert, 4 davon waren geimpft. Die Anzahl der geimpften Personen betrug insgesamt 9. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren ist ein rückläufiger Trend zu erkennen, der sich mit den bundesweiten Daten deckt (Infektionsepidemiologisches Jahrbuch, 2025b). Das Jahr 2017 war mit 260 Fällen ein starkes Rotavirus-Jahr. Anhand der Datengrundlage sind 138 der 260 Fälle auf kleinere Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen und Betreuungseinrichtungen für Kinder zurückzuführen.
Salmonellosen äußern sich vor allem durch Durchfall. Wie auch bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen sind zusätzlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber möglich. Verursacht wird die Erkrankung durch Bakterien der Gattung Salmonella, die meist über kontaminierte Lebensmittel aufgenommen werden (z.B. rohe Eier, rohes Fleisch). Betroffene erholen sich überwiegend nach ein paar Stunden oder Tagen. In manchen Fällen ist ein stationärer Aufenthalt nötig (Elmer,2021).
Im Kreis Lippe erkrankten im Jahr 2024 insgesamt 34 Personen an Salmonellose (s. Abbildung 98). Das entspricht einer Inzidenz von 9,5 Erkrankungen pro 100.000 EW. Am häufigsten waren Kinder und ältere Menschen betroffen. Im Geschlechtervergleich gab es keine Unterschiede. 10 Personen mussten aufgrund der Schwere der Erkrankung stationär behandelt werden. Die Erkrankungen traten das gesamte Jahr über auf.
Yersiniose wird durch Bakterien der Gattung Yersinia hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt meist über kontaminierte tierische Produkte (unzureichend gegartes oder rohes Schweinefleisch, Milch und Milchprodukte), kontaminiertes Trinkwasser oder selten von Mensch zu Mensch. Die Erkrankung äußert sich durch Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber. Insbesondere bei Kindern kann es zu geschwollenen Lymphknoten und Schmerzen im rechten Oberbauch kommen, wodurch diese Symptome schwer von einer akuten Blinddarmentzündung unterschieden werden kann. Zu den Folgeerkrankungen gehören Gelenkentzündungen oder Entzündungen des Unterhautfettgewebes. In der Regel klingen die Symptome nach einer Woche wieder ab (RKI, 2019).
In den letzten zehn Jahren gab es im Kreis Lippe durchschnittlich 12,1 Fälle pro Jahr (s. Abbildung 99). Dabei waren Männer häufiger betroffen (57,9%) als Frauen (42,1%). Im Jahr 2024 erkrankten 9 Personen, darunter überwiegend Männer (77,8%).
Bei der Altersverteilung fällt auf, dass häufiger Kinder und Jugendliche betroffen waren (6 Kinder und Jugendliche, 3 Erwachsene). Bundesweit weisen die 1- und 2-Jährigen die höchste Inzidenz auf (Infektionsepidemiologisches Jahrbuch, 2025b).
EHEC steht für enterohämorrhagisches Escherichia coli. Dieses Darmbakterium findet sich bei Wiederkäuern, wie Rindern, Schafen, Ziegen, Rehen oder Hirschen und können Giftstoffe, sogenannte Shigatoxine produzieren. Diese können zu schweren blutigen Durchfällen führen. Als lebensbedrohliche Komplikation, die vor allem Kinder betrifft, kann das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftreten. Hierbei kommt es zu Blutgerinnungsstörungen und der Zerstörung von roten Blutkörperchen. Hinzu kommt eine Nierenfunktionsstörung, die bis zum Nierenversagen führen kann. Die Übertragung der Bakterien erfolgt über den Tierkot. Da EHEC wochenlang in der Umgebung überlebt, stellt auch das Streicheln der Tiere oder das Spielen auf der Wiese ein Ansteckungsrisiko dar. Die häufigere Infektionsquelle sind mit EHEC-belastete Lebensmittel (Rohmilch, rohe und unzureichend gegarte Fleischerzeugnisse, verunreinigtes Gemüse und Obst), verunreinigtes Wasser oder von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion) (BZgA, 2018a).
Im Kreis Lippe traten in den letzten 10 Jahren 53 EHEC-Enteritiden auf, davon 13 im Jahr 2024. Seit 2023 ist ein Anstieg der Fallzahlen zu beobachten (s. Abbildung 100). Dieser Trend setzt sich auf Bundesebene fort. Hier wird vermutet, dass die häufigere Anwendung eines bestimmten Testverfahrens verantwortlich ist (Infektions-epidemiologisches Jahrbuch, 2025b).
Im Gegensatz zu den Atemwegserkrankungen, ist bei den Magen-Darm-Erkrankungen lediglich bei der Norovirus- sowie der Rotavirus-Gastroenteritis ein Einbruch der Fallzahlen während der COVID-19-Pandemie zu beobachten. Bei den übrigen Erkrankungen spielen die Übertragungen von Mensch zu Mensch eine untergeordnete Rolle, sodass die Kontaktbeschränkungen keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hatten. Lediglich die Fallzahlen von Salmonellose waren ebenfalls rückläufig in den Jahren 2020 und 2021. Mutmaßlich kann ein verändertes Essverhalten dafür verantwortlich sein. Da die Campylobacter-Enteritis die häufigste bakterielle Infektion in Deutschland ist, sollte die Bevölkerung für die Risikofaktoren sensibilisiert werden. Während bundesweit die höchste Inzidenz bei den unter 5-Jähirgen liegt, sind im Kreis Lippe überwiegend Erwachsene betroffen gewesen (4 Kinder und Jugendliche, 9 Erwachsene). Beide Geschlechter waren ähnlich verteilt (Männer: 46,2%, Frauen: 53,8%)
Ein vollständiger Impfschutz, der durch eine Grundimmunisierung im Kinder- und Jugendalter erreicht wird, schützt vor impfpräventablen Erkrankungen (STIKO, 2025). Damit zählen Impfungen zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen. Bei einer ausreichend hohen Impfquote in der Bevölkerung, kann eine Krankheit sogar eliminiert werden. Erfreulicherweise zeigen die Daten zu Masern und Mumps, dass lediglich vereinzelte Fälle in den letzten Jahren im Kreis Lippe gemeldet wurden (vgl. Tabelle 12). Die 13 Masern-Fälle im Jahr 2015 sind auf einen familiären Ausbruch zurückzuführen, die allesamt ungeimpft waren.
| Masern | Mumps | Röteln | Windpocken | |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 13 | - | 0 | 185 |
| 2016 | 0 | - | 0 | 150 |
| 2017 | 0 | - | 0 | 173 |
| 2018 | 0 | - | 0 | 93 |
| 2019 | 0 | - | 0 | 190 |
| 2020 | 0 | - | 0 | 115 |
| 2021 | 0 | 0 | 0 | 23 |
| 2022 | 0 | 0 | 0 | 60 |
| 2023 | 0 | - | 0 | 127 |
| 2024 | - | 0 | 0 | 267 |
Tabelle 12 Fallzahlen impfpräventabler Erkrankungen im Kreis Lippe 2015-2024 (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die sich schnell durch die Luft weiterverbreitet. Neben dem typischen Hautausschlag leiden betroffene Personen unter Fieber und Entzündung der oberen Atemwege. Es können auch Komplikationen wie Mittel-, Lungen- und Gehirnentzündungen auftreten. Letztere verlaufen in 10-20% der Fälle tödlich. In weiteren 20-30% der Fälle entstehen bleibende Schäden des zentralen Nervensystems (BMG, 2025a).
Seit dem 01.03.2020 gilt in Deutschland das Masernschutzgesetz: „Seit Ablauf der bis zum 31. Juli 2022 geltenden Übergangsfristen müssen alle nach 1970 geborenen Personen, die in einer vom Gesetz umfassten Einrichtung arbeiten, untergebracht sind oder dort betreut werden den vollständigen Impfschutz bzw. eine Immunität gegen Masern nachweisen. Alternativ kann auch ein ärztliches Zeugnis darüber vorgelegt werden, dass eine medizinische Kontraindikation gegen die Impfung besteht. Zu den Einrichtungen gehören Kitas, Horte, bestimmte Formen der Kindertagespflege, Schulen und sonstige Ausbildungseinrichtungen, in denen überwiegend minderjährige Personen betreut werden (§ 33 Nummer 1 bis 3 IfSG). Den Nachweis erbringen müssen auch Personen, die bereits vier Wochen in einem Kinderheim (§ 33 Nummer 4 IfSG) betreut werden oder in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge (§ 36 Absatz 1 Nummer 4 IfSG) untergebracht sind. Außerdem werden von dem Gesetz Personen erfasst, die in den genannten Einrichtungen und in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen tätig sind.“ (BIÖG, 2024).

Die Impfung erfolgt durch einen Kombinationsimpfstoff (Masern, Mumps, Röteln) und erfordert 2 Impfdosen. Erst nach der 2. Impfdosis verfügt die Person über einen vollständigen Schutz (STIKO, 2025). Das internationale Ziel der Elimination der Masern hat Deutschland bislang noch nicht erreicht.
Im Kreis Lippe gab es im Beobachtungszeitraum einen Ausbruch mit 13 Personen in einem privaten Haushalt. Die Personen waren allesamt ungeimpft.
Mumps ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich beim Menschen vorkommt. Die Übertragung erfolgt über die Luft oder direkt über Speichelkontakt. Typische Symptome sind Fieber sowie eine einseitige oder beidseitige Entzündung der Ohrspeicheldrüse. Bei einer Mumps-Erkrankung können Komplikationen wie Entzündungen der Hirnhaut und des Hirngewebes sowie ein Hörverlust auftreten (BIÖG, 2024a). Die Impfung erfolgt durch einen Kombinationsimpfstoff (Masern, Mumps, Röteln) und erfordert 2 Impfdosen. Erst nach der 2. Impfdosis verfügt die Person über einen vollständigen Schutz (STIKO, 2025).
Dem Gesundheitsamt Lippe wurden von 2015-2024 8 Mumps-Fälle gemeldet. Das mediane Alter beträgt 20,5 Jahre. 3 der 8 Fälle sind nach eigenen Angaben 2x geimpft gewesen.

Röteln sind eine Viruserkrankung und wird über Tröpfchen übertragen. Zu Beginn der Infektion entsteht ein kleines Exanthem (Hautausschlag) im Gesicht, das sich schließlich über den Körper ausbreitet. Nach 1-3 Tagen klingt das Exanthem wieder ab. Des Weiteren können Kopfschmerzen, leicht erhöhte Temperatur und Lymphknotenschwellungen auftreten. Insbesondere bei Kleinkindern können Infektionen aber symptomfrei bleiben.
Je älter man bei einer Infektion ist, desto höher ist auch das Risiko für Komplikationen, wie Gelenkschmerzen/-entzündungen und Hirnentzündungen. Um sich vor einer Infektion zu schützen, ist eine Grundimmunisierung durch 2 Impfdosen erforderlich (Kombinationsimpfstoff Masern, Mumps, Röteln). Das internationale Ziel der Elimination der Röteln wurde Deutschland seit 2020 als erreicht zugesprochen (RKI, 2023b). Dies spiegelt sich auch in den Zahlen des Kreises Lippe wieder. Im Beobachtungszeitraum wurde dem Gesundheitsamt kein Fall von Röteln gemeldet.

Windpocken (Varizellen) sind hochansteckend und werden überwiegend über die Luft übertragen. Tröpfchen- und Schmierinfektionen von Hautläsionen sind ebenfalls möglich. Bei einer Erkrankung klagen Betroffene über Fieber und einen juckenden Hautausschlag, der sich beginnend vom Gesicht und vom Rumpf bis über den gesamten Körper ausbreitet. Nach überstandener Krankheit verbleiben die Viren im Körper und können einige Jahre später reaktiviert werden. Man spricht dann von einer Gürtelrose. Für die Impfung stehen sowohl Kombinationsimpfstoffe (Masern, Mumps, Röteln und Varizellen) als auch monovalente Varizellen-Impfstoffe zur Verfügung (PEI, 2025).

Abbildung 101 zeigt den zeitlichen Verlauf der Windpocken-Erkrankungen
im Kreis Lippe in den Jahren 2015 bis 2024. Bis auf das Jahr 2018 sind
die Fallzahlen in den vorpandemischen Jahren ähnlich. Mit Beginn der
COVID-19-Pandemie nahmen die Erkrankungen ab, was vorrangig an den
Infektionsschutzmaßnahmen in Kitas und Schulen liegen dürfte. Seit 2022
steigen die Fallzahlen wieder an und erreichten 2024 mit 267
Erkrankungen den Höhepunkt im gesamten Beobachtungszeitraum.
Den größten Anteil machten Kinder unter 10 Jahre aus (n=193, 72,3%) (s. Abbildung 102). Dabei waren Mädchen mit 52,1% etwas häufiger als Jungen (47,9%) betroffen. Die höchste Inzidenz wiesen 5- und 8-Jährige auf (8,4 bzw. 7/100.000 EW). Die Inzidenz der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren und der Erwachsenen zwischen 20 und 44 Jahren betrug 2,5/100.000 EW. Bezüglich des Impfstatus waren 219 der Erkrankten ungeimpft. Bei 10 Fällen war eine Ermittlung des Impfstatus nicht möglich und bei 15 Fällen wurde dieser nicht erhoben. Damit erkrankten 23 geimpfte Personen im Jahr 2024, wobei bei lediglich 8 von ihnen ein vollständiger Impfschutz durch zwei Impfungen vorlag.
Virushepatitiden sind Entzündungen der Leber, die durch verschiedene Hepatitisviren ausgelöst werden. Derzeit wird in 5 Hepatitisviren (A-E) unterschieden, die sich bzgl. der Übertragung, der Symptome und der Folgeschäden unterscheiden. Häufig treten zunächst keine Symptome auf. Betroffene können aber unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schmerzen im rechten Oberbauch und Gelbsucht leiden.
Während Hepatitis A und C meist nur leichte Symptome hervorrufen, können Hepatitis B und E mit schweren Symptomen einhergehen. Hepatitis D tritt nur gemeinsam mit Hepatitis B auf und verstärkt die Symptomatik. Bei chronischen Verläufen kommt es häufig zu Leberzirrhosen oder auch Leberzellkarzinomen (Kumar, 2024).

| Hepatitis A | Hepatitis B | Hepatitis C | Hepatitis D | Hepatitis E | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 4 | 3 | - | 0 | - |
| 2016 | 0 | 0 | - | 0 | 9 |
| 2017 | 4 | 3 | - | 0 | 9 |
| 2018 | 4 | 7 | 10 | 0 | 7 |
| 2019 | 6 | 22 | 7 | 0 | 12 |
| 2020 | - | 27 | 5 | 0 | 18 |
| 2021 | 5 | 103 | 7 | - | 22 |
| 2022 | - | 105 | 22 | - | 23 |
| 2023 | 6 | 138 | 41 | 0 | 24 |
| 2024 | 3 | 105 | 56 | - | 20 |
Tabelle 13 Fallzahlen Virushepatitiden im Kreis Lippe 2015-2024 (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Bei einer akuten Hepatitis A kommt es zu einer Leberentzündung. Das Virus wird über den Stuhl ausgeschieden und so von Mensch zu Mensch übertragen. Häufig kommt es auch durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel (z.B. tiefgefrorene Beeren, getrocknete Datteln und Tomaten) zur Übertragung (Bozkurt et al., 2020; Hu et al., 2020). Um sich zu schützen, steht eine wirksame Impfung zur Verfügung. Nach einer überstandenen Infektion besteht eine lebenslange Immunität (Langan und Goodbred, 2021). Im Vergleich zu anderen Ländern kommt Hepatitis A in Deutschland selten vor. Somit gehört Deutschland zu den Niedriginzidenzländern.
Im Kreis Lippe wurden im gesamten Beobachtungszeitraum 35 Hepatitis-A-Fälle gemeldet. Dabei waren Männer häufiger betroffen (62,9%) als Frauen (37,1%). Wie es in Niedriginzidenzländern üblich ist, waren vermehrt Erwachsene betroffen (85,7%). Bei 29 von 35 Personen lagen für die Infektion typische Symptome vor. Eine Impfung lag bei 5 Personen vor.
| Hepatitis A | |
|---|---|
| 2015 | 4 |
| 2016 | 0 |
| 2017 | 4 |
| 2018 | 4 |
| 2019 | 6 |
| 2020 | - |
| 2021 | 5 |
| 2022 | - |
| 2023 | 6 |
| 2024 | 3 |
Ausschnitt aus Tabelle 13 Fallzahlen Virushepatitiden im Kreis Lippe 2015-2024, hier: Hepatitis A (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die vorwiegend sexuell und durch Kontakt mit kontaminiertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen wird. Meist heilt eine Infektion aus, kann aber in ca. 5-10% der Fälle chronisch verlaufen (Dekker et al., 2021). Gegen Hepatitis B kann man sich impfen lassen. Die Grundimmunisierung erfolgt im Säuglingsalter und umfasst in der Regel drei Impfdosen. Eine Auffrischung wird bei besonderem Risiko im Erwachsenenalter empfohlen (z.B. medizinisches Personal, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, Drogenkonsumierende, Reisen in Hochinzidenzländer) (STIKO, 2025). In den letzten Jahren gab es sowohl Gesetzesänderungen zur Meldepflicht als auch Änderungen in der Falldefinition des RKI, was dazu führte, dass seit 2019 auch chronische Infektionen in der Statistik ausgewiesen werden (Behnke et al., 2022).
Im Jahr 2024 traten im Kreis Lippe 105 Hepatitis-B-Fälle auf (s. Tabelle 13 und Abbildung 103). Dabei waren Männer häufiger betroffen (58,1%) als Frauen (41,9%), was sich auch in der Altersverteilung widerspiegelt. Die höchste Inzidenz wiesen Männer im Alter von 50-59 Jahren auf (4,2/100.000 EW) (vgl. Abbildung 103). Insgesamt waren lediglich 2 Personen geimpft, 80 ungeimpft und bei den
übrigen 23 Personen lagen keine Informationen zum Impfstatus vor.
| Hepatitis B | |
|---|---|
| 2015 | 3 |
| 2016 | 0 |
| 2017 | 3 |
| 2018 | 7 |
| 2019 | 22 |
| 2020 | 27 |
| 2021 | 103 |
| 2022 | 105 |
| 2023 | 138 |
| 2024 | 105 |
Ausschnitt aus Tabelle 13 Fallzahlen Virushepatitiden im Kreis Lippe 2015-2024, hier: Hepatitis B (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Da bei
Hepatitis B auch das Geburtsland erfasst wird, kann eingeschätzt
werden, ob eine Übertragung in Deutschland stattgefunden hat. Das
Geburtsland konnte für 74 Personen ermittelt werden, davon sind 18 in
Deutschland geboren. Die übrigen Personen stammten überwiegend aus
Zentralasien (20%) und der Russischen Föderation (14%). Osteuropäische
Länder (10%) sowie Vorderasien (9%) kamen etwas seltener vor (s.
Abbildung 104).
Im Gegensatz zu Hepatitis A und B steht für Hepatitis C keine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung. Hepatitis-C-Viren werden über kontaminiertes Blut übertragen. In Deutschland stellt das gemeinsame Benutzen von Spritzbesteck unter Drogenkonsumierenden die häufigste Infektionsquelle dar. In seltenen Fällen kommt es auch zu einer Übertragung durch Nadelstichverletzungen bei medizinischen oder anderen invasiven (z.B. Tätowierungen, Piercings) Eingriffen (Degenhardt et al., 2023; Kumar, 2024). Unter der Geburt kann es in 5% der Fälle dazu kommen, dass die infizierte Mutter ihr Neugeborenes ansteckt. Durch die Einführung der diagnostischen Testung von Blutprodukten, kommt es in Deutschland seit 1992 nur sehr selten zu einer HCV-Infektion bedingt durch eine Bluttransfusion (Hermanns et al., 2025). Bei akuten HCV-Infektionen treten häufig keine oder unspezifische Symptome auf. Ca. 30% der Infizierten erholen sich innerhalb von sechs Monaten wieder, die meisten entwickeln jedoch eine chronische Hepatitis C. Neben der Leberschädigung, die bis zu einer Leberzirrhose und einem Leberzellkarzinom und einem Leberzellkarzinom führen kann, können weitere Beschwerden außerhalb der Leber auftreten. Für die Behandlung steht eine antivirale orale Therapie zur Verfügung, mit der mehr als 95% der Infektionen geheilt werden können. Spätfolgen und weitere Übertragungen können somit vermindert werden (Carrat et al., 2019).
Im Kreis Lippe wurden im Jahr 2024 insgesamt 56 Hepatitis-C-Fälle gemeldet. Davon wurden 32 als chronische und 2 als akute Infektion eingestuft. Bei den übrigen 22 Infektionen konnte das Stadium nicht ermittelt werden. Männer waren mit 70% deutlich häufiger betroffen als Frauen mit 30%. Die höchste Inzidenz wiesen Männer in der Altersgruppe 40-59 Jahre auf (4,5/100.000 EW), gefolgt von den 0-39-Jährigen (3,3/100.000 EW) und denjenigen die älter als 59 Jahre sind (3,1/100.000 EW). Bei den Frauen waren die älteren ab 59 Jahren am häufigsten betroffen (2,8/100.000 EW) (s. Abbildung 105). Eine mögliche Infektionsquelle konnte bei 14 Fällen ermittelt werden, davon gaben 10 Infizierte einen intravenösen Drogenkonsum an.
| Hepatitis C | |
|---|---|
| 2015 | - |
| 2016 | - |
| 2017 | - |
| 2018 | 10 |
| 2019 | 7 |
| 2020 | 5 |
| 2021 | 7 |
| 2022 | 22 |
| 2023 | 41 |
| 2024 | 56 |
Ausschnitt aus Tabelle 13 Fallzahlen Virushepatitiden im Kreis Lippe 2015-2024, hier: Hepatitis C (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Der Anteil der in Deutschland geborenen Infizierten betrug bei Hepatitis C 34% und ist damit wesentlich höher als bei Hepatitis B. Personen, die im Ausland geboren sind, stammen überwiegend aus osteuropäischen Ländern (18%) (s. Abbildung 106).
Hepatitis D tritt nur in Zusammenhang mit einer Hepatitis-B-Infektion auf, da das Hepatitis-D-Virus (HDV) die Hülle des Hepatitis-B-Virus (HBV) benötigt. In 70-90% der Fälle kommt es zu schweren chronischen Verläufen. Damit hat Hepatitis D den schwerwiegendsten Verlauf unter den Virushepatitis-Erkrankungen (Terrault, 2025). Seit 2023 ist ein Medikament zur Behandlung von Hepatitis D zugelassen worden, das verhindert, dass HBV und HDV in die Zellen eindringen (Zieschang und Rosien, 2024). Eine HBV-Impfung schützt indirekt auch vor einer Hepatitis-D-Infektion, da diese nur als Ko-Infektion mit Hepatitis B vorkommt. In den letzten zehn Jahren traten im Kreis Lippe 4 Hepatitis-D-Infektionen auf. Alle infizierten Personen waren männlich und die meisten in der Altersgruppe 40-49 Jahre. Die Infektionsquelle war bei niemandem ermittelbar.
Hepatitis E ist eine Leberentzündung, die in Deutschland eher seltener vorkommt. Wie Hepatitis A heilt eine Hepatitis-E-Infektion meist von allein aus. Für Schwangere ist eine Infektion allerdings gefährlich. Bei ca. jeder fünften Schwangeren kommt es zu einem schweren Verlauf mit Leberversagen (Bender et al., 2022). Bislang gibt es keine wirksame Schutzimpfung. Daher sollten Schwangere besonders darauf achten, Infektionsquellen zu meiden. In Ländern mit guten Hygienestandards ist die Hauptinfektionsquelle nicht ausreichend gegartes Fleisch (insbesondere vom Schwein oder Wild). In Ländern mit unzureichend hygienischen Bedingungen erfolgt die Übertragung von Hepatitis-E-Viren auch über kontaminiertes Wasser oder menschliche Fäkalien.
Im gesamten Beobachtungszeitraum von 2015-2024 traten im Kreis Lippe 146 Hepatitis-E-Erkrankungen auf. Männer waren mit 59,6% häufiger betroffen als Frauen (40,4%) (s. Tabelle 12 und Abbildung 107). Die höchste altersspezifische Inzidenz wurde bei den 45 bis 64-jährigen Männern beobachtet (s. Abbildung 107). Ein ikterischer Verlauf (Gelbfärbung der Augen und der Haut, Gelbsucht) wurde bei 36 Fällen angegeben. Im zeitlichen Verlauf nahmen die Fallzahlen zu. Auch auf Bundesebene steigen die Hepatitis-E-Fallzahlen seit einigen Jahren an. Das RKI vermutet, dass dies weniger an einer tatsächlichen Zunahme der Erkrankungen liegt als vielmehr an einer gestiegenen Aufmerksamkeit der Ärzteschaft für die Erkrankung und vermehrten Tests (Faber und Johne, 2016).
| Hepatitis E | |
|---|---|
| 2015 | - |
| 2016 | 9 |
| 2017 | 9 |
| 2018 | 7 |
| 2019 | 12 |
| 2020 | 18 |
| 2021 | 22 |
| 2022 | 23 |
| 2023 | 24 |
| 2024 | 20 |
Ausschnitt aus Tabelle 13 Fallzahlen Virushepatitiden im Kreis Lippe 2015-2024, hier: Hepatitis E (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Virushepatitiden traten bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Daher sollten Präventionsmaßnahmen gezielt für Männer entwickelt werden. Um sich zu schützen, steht für Hepatitis A und B eine Impfung zur Verfügung. Gegen Hepatitis D kann man sich indirekt durch eine Hepatitis-B-Impfung schützen, da eine Hepatitis-D-Infektion nur als Ko-Infektion mit Hepatitis-B auftreten kann. Die am häufigsten angegebene Infektionsquelle bei Hepatitis C war intravenöser Drogenkonsum. Daher sollte geprüft werden, welche Informationsmaterialien in der Szene vorliegen und genutzt werden. Ebenfalls sollte überprüft werden, ob die Materialien in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen, da viele Betroffene aus Osteuropa stammen. Die steigenden Fallzahlen bei Hepatitis E beruhen auf einer erhöhten Aufmerksamkeit seitens der Ärzteschaft und sind daher eher positiv zu bewerten, da Erkrankungen überhaupt erst entdeckt werden.
In den letzten Jahren haben multiresistente Erreger deutlich zugenommen. Die eingeschränkte Auswahl der verfügbaren Antibiotika erschwert die Behandlung von Infektionen. Im Jahr 2012 wurde die Klassifikation MRGN (multiresistente grammnegative Bakterien) eingeführt, um die Resistenz von grammnegativen Bakterien gegen mehrere Antibiotikagruppen zu beschreiben.
Dabei wird zwischen 3MRGN (resistent gegen drei von vier Antibiotikagruppen) und 4MRGN (resistent gegen alle vier Antibiotikagruppen) unterschieden. Aufgrund der Relevanz im stationären Sektor, werden die wichtigsten MRGN sowie MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureaus) überwacht (KRINKO, 2012; 2014; 2019).
| Acinetobacter baumannii | Escherichia coli | Pseudomonas aeruginosa | Klebsiella spp. | MRSA | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 0 | 0 | 0 | 0 | 22 |
| 2016 | 0 | 0 | 0 | 0 | 7 |
| 2017 | 0 | 0 | 0 | 0 | 16 |
| 2018 | 0 | 0 | 0 | 0 | 9 |
| 2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5 |
| 2020 | - | 0 | 0 | 0 | 3 |
| 2021 | 0 | 0 | 0 | 0 | 11 |
| 2022 | 0 | 0 | 0 | 0 | 9 |
| 2023 | 0 | - | 0 | 0 | 4 |
| 2024 | 0 | 3 | 0 | 0 | 9 |
Tabelle 14 Fallzahlen multiresistente Erreger im Kreis Lippe 2015-2024 (Datenquelle: Gesundheitsamt Kreis Lippe, Stand: August 2025)
Im Kreis Lippe traten im gesamten Beobachtungzeitraum lediglich vereinzelte Fälle von Acinetobacter baumannii, Escherichia coli und MRSA auf. Das spricht für ein gutes Hygienemanagement in den Kliniken.
„Die Todesursachenstatistik umfasst alle im Berichtsjahr Gestorbenen ohne die Totgeborenen und ohne die nachträglich beurkundeten Kriegssterbefälle und die gerichtlichen Todeserklärungen. Sie stützt sich auf den Leichenschauschein, der von der/dem den Tod feststellenden Ärztin/Arzt ausgefüllt wird, sowie auf die Sterbefallzählkarte. Die Verschlüsselung erfolgt nach den Regeln der geltenden internationalen Klassifikation der Todesursachen, unikausal nach dem Grundleiden im zuständigen Statistischen Landesamt (in NRW das IT.NRW). Im vorliegenden Datensatz wird der dreistellige ICD-10 Schlüssel verwendet, der seit 1998 gültig ist.“ (GBE Stat vom LfGA NRW, 2025).
Im Kreis Lippe sind im Jahr 2024 insgesamt 4.492 Menschen verstorben (2.245 Frauen, 2.247 Männer). In den Abbildungen 108 und 109 wird deutlich, dass es bei den Todesursachen sowohl Geschlechts- als auch Altersunterschiede gibt. Während bei Frauen die Tumorerkrankungen als Haupttodesursache insbesondere im Alter von 0-49 Jahren sowie 60-64 Jahren vorlagen (vgl. Abbildung 108), verschob sich dies bei den Männern in die Altersgruppe 65-69 Jahre (vgl. Abbildung 109). Im Alter von 0-49 Jahren verstarben Männer häufiger an äußeren Ursachen sowie Erkrankungen des Kreislaufsystems als Frauen im Kreis Lippe. Ab einem Alter von 60 Jahren nahm sowohl für Männer als auch für Frauen der Anteil der Erkrankungen des Kreislaufsystems sowie der psychischen und Verhaltensstörungen (F00-09 organisch) zu. Zu der Gruppe der psychischen und Verhaltensstörungen gehören auch die Demenzerkrankungen, die insbesondere bei den Frauen ab 80 Jahren ca. 10% ausmachen. Wenn man die Sterbefälle im Kreis Lippe mit denen in Nordrhein-Westfalen vergleicht, gibt es keine Auffälligkeiten (s. Abbildung 110).
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